Krankheitsbilder

Samstag, 11. August 2007

Saubohne

Vater hat Parkinson. Mutter hat recherchiert: Saubohnen enthalten L-Dopa. Es gibt ein Beschaffungsproblem. Wo bekommt man zu dieser Jahreszeit frische oder tiefgekühlte Saubohnen mit Schote? Sachdienliche Hinweise, anybody?

Freitag, 20. Juli 2007

Durchblick mit Wasabi

Ein akuter Schub einer chronisch rezidivierenden unappetitlichen schmerzhaften Hautkrankheit, rechte Gesichtshälfte, brachte mich heute zur Hautärztin meines Vertrauens. So kann ich nächste Woche unmöglich in die USA einreisen. Man wird mich für eine biologische Massenvernichtungswaffe halten und internieren. Deshalb heute drei. Ein. Halb. Stunden im Wartezimmer verbracht. Ich hatte keinen Termin, die Praxis schließt morgen für sechs Wochen, sie quoll über, aber ich hätte nicht gewusst, wo ich sonst hingehen sollte. Da saß ich Stunde um Stunde mit meinem pustulös entstellten Phänotyp, ungeschminkt natürlich, damit Frau Doktor auf Anhieb das Ausmaß des Aussatzes erkennt, und ohne den Sichtschutz des antiseptischen Camouflagewunders, ohne das ich sonst in diesen Fällen das Haus nicht verlasse, dicht an dicht mit ständig wechselnden fremden Menschen, ohne Laptop sinnhafte Beschäftigung. Drei mal die Geschichte vom Entchen Emily von vorlesenden Müttern von Alpha bis Omega angehört, der Chartbreaker unter den vorhandenen Kinderbüchern. Emily geht auf einer Wiese im hohen Gras verloren, weil ihr älterer Bruder Ralf nicht richtig auf sie aufpasst, was ist das für ein bekloppter Name für einen Erpel, sie ist nicht aufzufinden, da bildet die ganze Entenfamilie Flügel an Flügel eine Kette und durchkämmt die Wiese, denn der Fuchs soll Emily nicht fressen. Am Ende liegt sie unversehrt im Gras und schläft und alle sind glücklich bis auf den Fuchs. Zwischendurch ging ich was zu trinken kaufen, dazu eine Tüte Wasabi-Erdnüsse, ich las Gala und Glamour, ich döste ein und wachte wieder auf.

Um am Ende für fünf Minuten meiner niedlichen Dermatologin mit makellosem Teint gegenüberzusitzen, die mit charmantem slawischen Akzent wohlmeinend empathisch immer wiederholte: "So können Sie nicht rumlaufen. Das geht ja gar nicht!"

Da war mir die hektische, zweckmäßige Unfreundlichkeit und der kollegial unzimperliche Austausch von Fakten früher in einer süddeutschen Hautklinik lieber. Früher war sowieso alles besser. Ich will beim Arzt keine Babysprache, keine gesäuselten Nettigkeiten, lasst mich in Ruhe mit eurem Empathiekram. Klare Ansagen bitte, ich will wissen, was ich tun soll, fertig werden und weiterleben gehen. Zwanzig vor acht trat ich endlich Richtung Apotheke aufs Gas. Die im Bahnhof Altona hat Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr geöffnet, falls diese Information irgendjemandem nützt. Müde, verschwitzt, die Kontaktlinsen scheuerten, alles verschwommen, genervt über den verlorenen Nachmittag, schob ich mir im Auto geistesabwesend eine Handvoll Wasabi-Erdnüsse in den Mund. Eine beißende Explosion durch die eustachischen Röhren bis in beide Ohren, durch die Stirnhöhlen ins Hirn, durch Nase, Rachen bis runter zum Pylorus, Teufel auch! Aber, als ich die vor Schmerz zusammengekniffenen Augen wieder öffnete, war die Welt gestochen scharf! Was für eine Katharsis. Nicht nur Kiefer- Stirn- und Nebenhöhlen putzt Wasabi durch, es poliert auch weiche Kontaktlinsen von innen.

Dienstag, 20. März 2007

Andere physische oder psychische Belastung

Dieses Wochenende habe ich an einem sinnentleerten Tiefpunkt mit Varianten des MBTI herumgespielt. Da kommen durchweg unerfreuliche Ergebnisse heraus, die mich charakterlich mal in die Nähe von Queen Elizabeth (ISTP) rücken, mal von Martina Navratilova, Arnold Schwarzenegger oder noch schlimmer Donald Rumsfeld (INTJ). Daraufhin habe ich alle 16 Typen durchgelesen. Keiner kriegt Schmeicheleien ab, es liegt nicht an mir. Eine gewisser Trefferquote ist in den Typologien nicht von der Hand zu weisen, lassen Sie´s also lieber, wenn Sie nicht gerade sehr zufrieden mit sich selbst sind. Auch wenn Richard Gere und Jane Austen angeblich auch INTJs sind. Und man weiß, das Ganze ist bloß pseudowissenschaftlicher Schmu.

Einige Testfragen geben zu denken. Was wünschen Sie sich selbst mehr: einen klaren Verstand oder starkes Mitgefühl? Als wäre das so einfach zu trennen. Wo käme man hin, wenn man Mitgefühl ohne Verstand beliebig ausschütten würde? Zu Mutter Theresas Missionarinnen der Nächstenliebe womöglich. Wie machen die das bloß, ist das Glaube oder Konditionierung? Mein Mitgefühl ist eine begrenzte Ressource, das hat mit Jahren und miesen Konditionen in einem sozialen Beruf zu tun, vielleicht auch mit dem ISTP. Mein Mitleid stellt Bedingungen. Hat sich jemand bemüht, seine erbärmliche Lage abzuwenden, oder ist sie ganz unvorhersehbar über ihn hereingebrochen? Oder hat er wissentlich den schlammigen Waldweg genommen und sich im Vertrauen darauf festgefahren, dass da schon einer helfen kommt? Ich helfe rausziehen, vielleicht bin ich dabei noch halbfreundlich, aber Mitleid ist nicht drin.

Ich habe mich krankschreiben lassen, ICD 10 Z56.6 - heutzutage darf man sowas ja laut aussprechen - und ziehe mir sechzehn Stunden am Tag die Decke über den Kopf, weil ich vor lauter Verpflichtungen in viel zu wenig Zeit nicht weiß, wo anfangen, und gar nichts mehr anfangen kann. Das habe ich mir alles selbst eingebrockt, ich tu mir kein bisschen leid. Ich bleibe einfach liegen, während die Zeit davonläuft.

Dann habe ich heute doch den Termin mit meiner Studiengangsleitung wahrgenommen, den ich vor Wochen gemacht hatte, weil bei beiden möglichen Projekten für meine Thesis die Beweisführung hakt und Zeit und Energie keinesfalls reichen, ein weiteres Projekt anzufangen, was mach ich bloß, und da verdreht sie zwei, drei Wörter in meinen Hypothesen, und sagt - da haben Sie´s doch, fertig, passt, das ist innovativ, das wird gut, fangen Sie an zu schreiben, Ihre Kommilitonen sind längst nicht so weit!

Den folgenden Energieschub immerhin dazu genutzt, mein Auto zu waschen und Bouillabaisse zu kochen. Es geht aufwärts.

Sonntag, 7. Mai 2006

Es geht mir schlecht

Nicht, dass es irgendjemanden zu interessieren braucht, aber es geht mir schlecht. Nase zu, Stimme brüchig, Hirn histaminblockerbedröhnt, unter der Birkenpollensymptomatik eine satte echte Erkältung. Druckschmerz im Kieferwinkel, rechts, wo diese Zahnfüllung kaputt ist...wahrscheinlich Osteomyelitis im Kieferknochen, es kann nur so sein, Fäulnis im Innern. Mit diesem Gedanken schlief ich heute nacht ein und träumte, ich hätte Würmer so groß wie Garnelenschwänze. Und der MamS freute sich, dass ihm ein zweiter Penis gewachsen war, rechts neben dem ersten. Ich betrachtete mir das und sagte: Sieht zwar gut aus, aber anfangen kannst du damit nix, das ist bloß ein Leistenbruch....

Tagesdosis

Codefreien Kaffee habe...
Codefreien Kaffee habe ich hier auch, aber keine freien...
nachtschwester - 25. Jun, 15:51
So lange ...
der Kaffee nicht koffeinfrei ist, kann man auch das...
sokrates2005 - 25. Jun, 15:35
Danke fürs Lebenszeichen....
Danke fürs Lebenszeichen. Hier gibts immer mehr...
rafael (anonym) - 18. Jun, 14:22
Fehlendes
Internet kenne ich aus Nigeria, ebenso wie langsame...
pathologe - 18. Jun, 09:15
Oh, danke, man wunderte...
Oh, danke, man wunderte sich schon. ;) Enjoy the real...
Etosha - 18. Jun, 09:09
Ebenfalls beruhigte und...
Ebenfalls beruhigte und liebe Grüße und...
Petra (anonym) - 17. Jun, 13:24
Beruhigte Grüße
Beruhigte Grüße
Opa (anonym) - 17. Jun, 07:04
ärx..... jetzt...
ärx..... jetzt bin ich schon so lang auf nachtschwesternentzug
rosmarin - 17. Jun, 01:00

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