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    <title>die nachtschwester (...ohne mit der Wimper zu zucken.) : Rubrik:Intensivstation</title>
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    <description>...ohne mit der Wimper zu zucken.</description>
    <dc:publisher>nachtschwester</dc:publisher>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:date>2008-10-07T21:44:42Z</dc:date>
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    <title>die nachtschwester</title>
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  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4878811/">
    <title>Die Kluft</title>
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    <description>Ein Angehöriger eines kleinen nationalen KFOR-Kontingents fiel beim Joggen tot um, wurde primär erfolgreich reanimiert, vom Sanitaetsdienst der Bundeswehr grundversorgt und über die Grenze zu uns geflogen. Ein halbes Dutzend einheimischer Mitarbeiter berichteten mir heute morgen ungläubig und mit strahlenden Augen, wie der Patient am Wochenende angeliefert wurde: Mit Tubus! Mit Oxylog, und in der Flasche war GENUG SAUERSTOFF! Mit Arterie! Mit ZVK! mit kompletter Dokumentation! samt CT-Befunden von Schädel und Thorax! Mit Labor! Sowas hat man hier noch nie gesehen! &lt;br /&gt;
Pfff, na und, normal, was dachtet ihr denn, kriegt euch wieder ein, dachte ich.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-21T23:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4872927/">
    <title>Vorgezeichnet</title>
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    <description>Die Intensivschwesterchen hier, grazil und zerbrechlich wie Kätzchen, mit ihren dunklen Pferdeschwänzen und großen Augen, intelligent und wohlerzogen und bescheiden und freundlich und fleißig, und bevor sie mich anprechen, wenn sie mich ansprechen, immer eine Entschuldigung dafür, dass sie mich ansprechen, stellen nie ärztliche Anordnungen in Frage, egal, wie absurd, nennen ihre Patienten Onkelchen und Tantchen und duzen sie, da kann ich professionelle Distanz predigen, so viel ich will und gebe es schon auf, denn sie sind so süß dabei. Sie wohnen in ihren Kinderzimmern bis zur Hochzeit, dann ziehen sie zu den Schwiegereltern ins Kinderzimmer des Mannes, und wenn sich eine verlobt, muss ich schon Ersatz planen, denn die Schwangerschaft folgt immer pünktlich. Dann sind sie 22. Und wenn eine mit 25 nicht unter der Haube ist, stürzt die Verwandschaft in tiefe Sorge. Sie haben Väter und Onkel und Männer, die sich um alles kümmern - den Reifenwechsel, den Handyvertrag, den Urlaub buchen. Sie sind so fremd.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-18T23:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4528134/">
    <title>Teufel und Beelzebuben</title>
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    <description>Der Alte gibt sich erschüttert über meine Kündigung. Aber ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass in diesem Pflegeteam kein Raum sei für mich, alles dröge adyname bildungsresistente Personen, die sich gegen Neuerungen sperrten. Schade, schade. Was die Höchstevorgesetzte dazu sage? Sie ist einverstanden, sagte ich. Der Alte will eine Kopie der kopierten Kündigung und meines Antwortschreibens für seine eigenen unergründlichen Zwecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich mich der Höchstevorgesetzten in keiner Weise verbunden fühle, brachte ich ihm die beiden Schreiben. Der Alte schnarrte beim Lesen Ha! keine Kultur! Sowas kann man nicht machen! ich muss gleich zu einer Versammlung mit dieser erbärmlichen Person, dabei werde ich das hier dem ärztlichen Direktor vorlegen! So ist meine Kündigung ein Vorwand für den Alten und den Direktor, wieder ein bisschen am Stuhl der Höchstevorgesetzten zu schnitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Alte hasst zwei Patientengruppen, Übergewichtige und postoperativ Verwirrte. Alkoholiker auch, aber nur wenn sie weiblich sind. Bei den männlichen Alkoholikern gibt er verständnisvoll den Lebensumständen schuld, und damit meint er deren Frauen. Anders als ich äußert er seine Aversionen grob verbal und wird auch mal tätlich, am liebsten bei den Verwirrten oder denen im Alkoholentzug, da kann man hinterher einfach sagen, was, ich Sie gewürgt? Ich bitte Sie, das muss Ihnen doch selbst absurd vorkommen. Sie haben viel halluziniert in diesem Zeitraum, das ist dokumentiert. Oder: ich musste das tun, &lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2646650/&quot;&gt;ihr Leben hing davon ab&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
Der ärztliche Direktor kommuniziert nur mit langjährigen ärztlichen Mitarbeitern und seinen Privatpatienten und schreitet im übrigen grußlos über seine Intensivstation. Manchmal ruft er an, hat den Diensthabenden am Telefon und verlangt den Diensthabenden, weil er den Diensthabenden nicht kennt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Beelzebuben wollen also die Teufelin austreiben. In zehn Jahren werden die liebgewonnenen, tapferen, drögen, adynamen Personen und ich über all das ungläubig lachen.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T01:26:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4486910/">
    <title>Da ist er...</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4486910/</link>
    <description>&lt;img height=&quot;513&quot; alt=&quot;Ohne Titel-1 Kopie&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/nachtaktiv/images/ohnetitel-1kopie-1.jpg&quot; width=&quot;450&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...endlich ein Beweis für die angebliche Sprödigkeit der Norddeutschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nächstes Jahr:&lt;br /&gt;
keine Nacht- oder Feiertagsarbeit mehr für zuwenig Geld&lt;br /&gt;
reinen Gewissens sein&lt;br /&gt;
nie wieder unter Wert verkaufen &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.abendblatt.de/daten/2007/11/27/820925.html&quot;&gt;Lumbago&lt;/a&gt; auskurieren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Sehr geehrte Frau Höchstevorgesetzte,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit Befremden habe ich Ihre Reaktion auf meine Kündigung zur Kenntnis genommen. Wie Sie sicherlich wissen, ist weder Ihr Einverständnis für eine Kündigung erforderlich, noch genügt eine Fotokopie mit handschriftlichem Vermerk den formalen Anforderungen der Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ich davon ausgehe, dass Sie gar nicht wissen, wer ich bin, fasse ich Ihre Reaktion nicht als persönliche Kränkung auf. Allerdings möchte ich Ihnen rückmelden, dass Sie damit, bewusst oder unterbewusst, abgrundtiefe Geringschätzung für Ihr Personal widerspiegeln. Sollten Sie nach dem Motto &quot;Reisende soll man nicht aufhalten&quot; gehandelt haben, wäre dennoch ein Zweizeiler angebracht gewesen, der üblicherweise Formeln wie &quot;mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis&quot; und &quot;wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute&quot; enthält. Immerhin hatte ich schon in Erwartung Ihres Desinteresses an möglichen Personalbindungsstrategien darauf verzichtet, Ihnen Kündigungsgründe mitzuteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Hintergrund der unermüdlichen Vorstandsbemühungen um Unternehmenskultur (Knigge etc.) hoffe ich, Sie nehmen dieses Schreiben zum Anlass, Ihren Kommunikationsstil zu überdenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den besten Wünschen für Ihre weitere Laufbahn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nachtschwester&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-27T14:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4390767/">
    <title>Gesundheitswirtschaft, aus dem Leben gegriffen</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4390767/</link>
    <description>&lt;img height=&quot;203&quot; alt=&quot;IMG 2080&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/nachtaktiv/images/img_2080-1.jpg&quot; width=&quot;125&quot; align=&quot;left&quot; /&gt;Ein Mann stirbt einen plötzlichen Herztod, wird erst von Laien, dann vom Notarzt reanimiert, niemand weiß hinterher, wie lange, kommt per Hubschrauber und wird erfolgreich operiert. Partiell erfolgreich, denn wie befürchtet, wird er danach tagelang nicht wach. CT und EEG zeigen, das Hirn ist, Verzeihung, Matsch. An einem Samstag redet der Diensthabende mit den Angehörigen Klartext, klärt sie auf über Prognose, geringes Rehapotential und das für die weitere Behandlung notwendige Betreuungsverfahren. Er lässt sie eine Nacht darüber schlafen. Am nächsten Tag hat bereits ein Vormundschaftsrichter die Ehefrau wie gewünscht als Betreuerin eingesetzt, und der Arzt klärt sie über die für die zu erwartende Langzeitbeatmung notwendige &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Tracheotomie&quot;&gt;Tracheotomie &lt;/a&gt;auf. Sie unterschreibt die Einwilligung. Bis hierher geht alles seinen gewohnten Gang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montags morgens spricht sich der herrschende Oberarzt gegen die Tracheotomie aus. Ein Tracheotomie-Set koste 250 Euro. Die Assistenzärzte sollen den Mann mit seinem oralen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Intubation&quot;&gt;Tubus&lt;/a&gt; zügig an ein peripheres Haus loswerden, dort könne man das Geld ja ausgeben, wenn man wolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Patient findet angesichts der kürzlich erfolgten Herzoperation, der künstlichen Beatmung und der miserablen neurologischen Prognose nicht so recht einen Abnehmer, schließlich erklärt sich ein kleines Haus zur Übernahme bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz danach rechnete der Oberarzt die bisherigen Beatmungsstunden nach. Die magischen 250 Beatmungsstunden, die mit einem fünfstelligen Batzen von der Kasse vergütet werden, werden erst in der Nacht nach der geplanten Verlegung erreicht. Er lässt die Verlegung absagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile hat der tief komatöse Mann angefangen, spontan zu atmen, theoretisch in ausreichendem Umfang, um ihn vom Beatmungsgerät zu entwöhnen. Leider erbricht er immer wieder im Schwall, ohne Tubus und ohne Schutzreflexe würde er sehr bald Magensekret in die Atemwege anatmen und daran versterben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dennoch heißt die Order, ihn nachts nach einer bestimmten Uhrzeit, die den Ablauf der 250 Stunden markiert, zu &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Extubation&quot;&gt;extubieren&lt;/a&gt;. Das taten wir nicht, aber der Tagdienst hatte in Anwesenheit des Oberarztes keine andere Wahl. Der Patient verstarb keine 24 Stunden später. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abteilung hat Geld verdient. Jemand wird den Angehörigen glaubhaft vermitteln, der Verlauf sei unabwendbar gewesen.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-28T19:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4347649/">
    <title>Der Tod sitzt im Darm</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/4347649/</link>
    <description>Ich erhielt heute mit der Post eine hochwissenschaftliche Informationsschrift zu einem Produkt, für das ich keine Verwendung habe. Ich bin nämlich zu jung dafür und beabsichtige, es bis an mein Lebensende zu bleiben. Wer aber in der Pflege tätig ist, weiß, welchen Stellenwert die Beschäftigung mit dem eigenen Stuhlgang bei einem großen Teil der älteren Generation einnimmt. Die Firma Puritan´s Pride bedient diese Zielgruppe (&quot;Sind Sie älter als 60 Jahre? - Risikogruppe 1!&quot;) mit einer Palette von &lt;a href=&quot;http://www.puritan.com/pages/categories.asp?xs=&amp;CID=131&quot;&gt;neun Produkten &lt;/a&gt; rund ums Hobby. Diese Informationen scheinen mir zu interessant, um sie nicht mit Ihnen zu teilen, werte Leserschaft, auch die Jüngsten von uns werden mal älter, und wer weiß heute schon, in welche Richtung sich die Interessen noch verlagern.&lt;br /&gt;
Auszug:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img height=&quot;191&quot; alt=&quot;Darmf&#65533;ule Kopie&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/nachtaktiv/images/darmfaeulekopie-1.jpg&quot; width=&quot;450&quot; align=&quot;left&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine medizinische Ausbildung wirkt sich hier störend auf das Textverständnis aus. Darmparasiten infolge verwester Fäkalmasse? Ein Schutzschild gegen Krebs, im Darm? Schlacken, Gift und Darmfäule? Ich nehme an, &quot;Darmfäule&quot; ist eng verwandt mit &quot;künstliches Koma&quot;, &quot;Kreislaufzusammenbruch&quot; und &quot;Blutverdünnung&quot;, auch Begriffe, von denen kein Mensch weiß, was sie eigentlich bedeuten. &lt;br /&gt;
Halten Sie sich jedoch nicht mit Detailfragen auf, stellen Sie lieber anhand des folgenden Risk-Scores, der an wissenschaftlicher Seriosität seinesgleichen sucht, umgehend fest, dass auch Ihrem Darm das Naturprodukt Psyllium nur nützen kann: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img height=&quot;422&quot; alt=&quot;Psyllium-Test Kopie&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/nachtaktiv/images/psyllium-testkopie.jpg&quot; width=&quot;225&quot; align=&quot;left&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Echte Schicksalsberichte sind erwartungsgemäß beigefügt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img style=&quot;WIDTH: 241px; HEIGHT: 153px&quot; height=&quot;124&quot; alt=&quot;Michael Peters&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/nachtaktiv/images/michaelpeters.jpg&quot; width=&quot;225&quot; align=&quot;left&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kontraindikation: Berufstätigkeit. Bedenken Sie vor der Bestellung, dass Ihnen möglicherweise erst im Ruhestand ausreichend Zeit für eine gesunde Anzahl Toilettenbesuche zur Verfügung steht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img height=&quot;73&quot; alt=&quot;Nur viermal!&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/nachtaktiv/images/nurviermal-.jpg&quot; width=&quot;450&quot; align=&quot;left&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens, wenn Sie heute noch bestellen, erhalten Sie eine &lt;del&gt;Hämorrhoiden-&lt;/del&gt; Gesichtscreme gratis dazu. Viel Freude damit und ein langes Leben.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-13T22:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3817417/">
    <title>Damenumkleide</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3817417/</link>
    <description>Liebe Kolleginnen mit den Gratispostkarten aus dem Ständer vor dem Klo eurer Lieblingskneipe außen an den Spinden, die mit den Waschbrettbauchmännern drauf oder der Aufschrift &quot;Ausziehen&quot; - haha, in der Umkleide, originell!- mit den bonbonfarbenen &lt;a href=&quot;http://ihatecrocs.com/&quot;&gt;Crocs&lt;/a&gt;-Imitaten unten im Schuhfach, die fünfzehn Euro weniger kosten als die echten, ist ja bloß für die Arbeit, trotzdem will man ja irgendwie Persönlichkeit ausdrücken, wo wir doch schon alle in blauen Einheitsklamotten rumlaufen müssen, nicht wahr? Die Fabrikate eurer bunten Deospraydosen kenne ich gar nicht, das sind wohl Eigenmarken großer Drogeriemarktketten? Ich habe sie mir noch nie angesehen, obwohl ihr sie in der Hutablage offen stehen lasst, damit ihr euch auch zwischendurch deodorieren könnt, wenn´s mal schnell gehen muss, im Schweißnotfall sozusagen. Ich bin aber schon ein paar mal schnell zurückgesprungen, wenn eure Sprühköpfe plötzlich aus nächster Nähe zischten. Ihr macht euch nämlich vor Dienstbeginn noch schnell frisch, während ihr mit mir Spindnachbarin Smalltalk haltet. Ihr seht mir ins Gesicht, erzählt mir was, hebt die Arme und besprüht eure Schweißdrüsen. Wenn ich später komme, kann ich schon riechen, wer mit mir im Dienst ist. Toll, diese Billigdeos. Da habt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen - es übertönt die Ausdünstung und spart noch euer teures Parfüm auf für gut, das ihr in den Douglastüten gekauft habt, in welchen ihr nun eure Tupper-Lunchboxen zum Dienst tragt. Ich dusche morgens und regle potentielle Transpirationsprobleme für den Tag schon zu Hause, geruchsneutral, ich bin ein bisschen verklemmt, was das angeht, findet ihr bestimmt. Wenn ihr eure Schwitzigkeit behandelt habt, steckt ihr die Füße in eure rosa oder gelben Crocs-Fakes und, wenn ihr Kinderschwestern seid, auch noch euer Fimo-Namensschild an den Kittel, da steht Mandy oder Manja oder Astrid dran, kein Nachname, ihr seid jedermanns Mädel, total unkompliziert halt. Wenn der Kittel etwas weiter ausgeschnitten ist, kommt noch schnell ein weißer Pflasterstreifen quer drüber, der hält den Stoff überm Decolleté zusammen, damit keiner weiter gucken kann, als er soll. &lt;br /&gt;
In ruhigen Minuten im Nachtdienst lest ihr Ildiko von Kürthy oder die Freundin, ihr findet die Rezepte toll. Ihr denkt euch nichts dabei, euch am Telefon mit Kinderstimmchen als &quot;Schwester Stefanie&quot; zu melden, Laborproben persönlich durchs Klinikum zu tragen, statt den Botendienst zu rufen - ihr habt ja Zeit - ihr seid stolz darauf, dass ihr Dinge selber putzt, wenn die Putzfrauen Nein sagen. Eure Klinik hat 20.000 Euro in euer Fachexamen gesteckt und ihr spielt immernoch Mädchen für alles. Ihr glaubt, es wertet euch auf, wenn ein Anaesthesist, den ihr aus der Fachweiterbildung kennt, zufällig vorbeikommt, sich von euch mit Küsschen begrüßen lässt, und zwar so, dass andere es sehen, ihr Süßen, leider weiß ich first hand, wie man in der Herrenumkleide über euch redet. Ihr unterhaltet euch gerne darüber, wieviel besser die Pflege in der Schweiz oder in Skandinavien oder Autralien angesehen ist, ihr wärt auch gerne healthcare professionals, aber ihr kommt hier nicht weg, ihr könnt nämlich kein Englisch und wollt es auch nicht lernen, das Fachexamen war doch schon so stressig. Leider kommt Australien von alleine nicht her und deshalb muss hier alles so unprofessionell bleiben, wie es ist. Euretwegen nennt man mich Schwester und mit Vornamen, dabei habe ich keine Geschwister und gehöre auch keinem Orden an. &quot;Schwester Schacklien&quot;, die sich morgens halb sechs genau so an der Gegensprechanlage meldet, weil sie meinen Patienten besuchen will, zu dem sie präoperativ auf ihrer Peripherstation eine emotionale Bindung aufgebaut hat, muss leider draußen bleiben, halb sechs, ich glaub, es hackt, &lt;i&gt;Schwesterchen&lt;/i&gt;, und wenn du deshalb Zickenkrieg willst, den verlierst du. Ihr Doreens und Schackliens mit den kleinen Flechtzöpfen, die da aus gesträhnten Kurzhaarfrisuren heraushängen, seid schuld, dass unsereiner auch nicht ernstgenommen wird, ihr ringelbesockten hohlen Zuckerschnecken.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2007-06-08T21:43:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3355831/">
    <title>Sachzwänge</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3355831/</link>
    <description>Sachzwänge entstehen, wenn in einem kleinen Katheterlabor auf dem Land ein Herzkranzgefäß rupturiert und der Patient einen massiven Infarkt erleidet, wenn die Anwesenden beim Reanimieren auch nach einer Stunde noch keinen Schlußpunkt setzen wollen und im Adrenalinrausch, denn wann haben sie schon mal so viel Action, atemlos den Transport ins nächstgrößere Herzzentrum veranlassen, wenn dieser Patient dort druckmassierterweise in den OP geschossen wird, wenn auch dort kein Verantwortlicher Luft holt, um nach einem Blick in die weiten, lichtstarren Pupillen eine Sekunde lang über die Sinnhaftigkeit des folgenden Unterfangens nachzudenken, medizinisch, ethisch und auch finanziell, wenn im Verlauf der folgenden Notfall-Automatismen der Patient erstmal sicher an der Herz-Lungen-Maschine hängt, todsicher, weil sein Herz  auch nach mehreren Stunden und Versuchen, von der Maschine abzugehen, sich weigert, Blut auszuwerfen, wenn es mittlerweile ein Uhr nachts ist und das OP-Personal, seit 18 Stunden im Dienst, diesen Patienten nur noch aus dem Saal haben will, egal wie, wenn dann mit letzter Kraft ein 45.000 &#8364; teures Kunstherz in die Beinahe-Leiche eingebaut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann landet er frühmorgens auf der Intensivstation, mit immernoch lichtstarren Pupillen, blaufleckiger Zunge, eingetretener Leichenstarre von den Knien abwärts und im Multiorganversagen, was alle verfügbaren Kapazitäten bindet, denn so einem Zweidritteltoten mit pulsierendem Kunstherz weiter den Anschein eines gewöhnlichen Intensivpatienten zu geben, ist sehr aufwändig. Medikamente, Transfusionen, die aus dem unverschlossenen Brustkorb gleich wieder herauslaufen, Gerinnungsfaktoren, Hämofilter, wir machen alles, Anordnung von oben. Das Kunstherz läuft super. Das 25jährige Blondchen frisch von der Uni, das noch mit Begeisterung über diese High-End-Medizin beschäftigt ist, am allerwenigsten begreift, was vor sich geht und womöglich glaubt, der Mann wird auferstehen wie Phönix aus der Asche und nächste Woche geheilt entlassen, wird später am Tag zum Gespräch mit den Angehörigen geschickt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ein paar Tropfen Blut für deinen Tee? Der pH ist saurer als Zitrone&quot;, sagt der Kollege, der mir die letzte Blutgasanalyse bringt. Die Diensthabende ist unglücklich. &quot;Diese Leichenfledderei! Ich könnte losheulen.&quot; &quot;Zieh dir das nicht so rein, du kannst eh nichts ändern.&quot;  &quot;Ja, aber seine Seele schwebt bestimmt über uns und schaut zu bei der Schweinerei!&quot; jammert sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bringen wir ihn pseudolebendig über die Nacht, und jede weitere Massnahme, jeder weitere Tausender, der hier verbraucht wird, als gäbe es kein Morgen, scheint für die Entscheidungsträger das Eingeständnis des Scheiterns, der Verkettung von Fehlentscheidungen, von blinden Automatismen zu erschweren. Wie jetzt noch aufhören?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es würde mir etwas ausmachen, hätte ich das so oder ähnlich nicht schon zigmal gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz anders war das vor ein paar Wochen auf dem Balkan mit diesem hilflosen Vater. Seine Tochter war am Vortag in einer Kleinstadt zur Welt gekommen und irgendetwas stimmte nicht. Nach zwölf Stunden verlegte man das blitzblaue Neugeborene in die Uniklinik, es dauerte weitere zehn Stunden, bis man die &lt;a href=&quot;http://flexicon.doccheck.com/Transposition_der_gro%DFen_Gef%E4%DFe&quot;&gt;Transposition der großen Gefäße&lt;/a&gt; erkannte. &quot;Das Kind muss beatmet bleiben.&quot; sagte man ihm. &quot;Rufen Sie mal in Sofia an, da kann man das operieren, wir können nichts machen, höchstens Prostaglandine geben. Hier haben Sie das Rezept, schauen Sie, wo Sie´s herkriegen, aber hierzulande gibt´s das nicht, das sagen wir ihnen gleich.&quot;&lt;br /&gt;
Verzweifelt das Rezept schwenkend kam er zu uns, aber der wunderbare deutsche Professor war schon abgereist, unser einheimischer Kinderarzt hätte zwar ein Katheterlabor zur Verfügung, aber kein Material für Neugeborene, unsere Pharmaimport-Tochterfirma kann alles besorgen, aber fragliches Medikament käme mangels Zulassung nicht durch den Zoll, und so mussten wir ihn wegschicken. &lt;br /&gt;
Vermutlich ist das Kind inzwischen gestorben, aus Sachzwängen.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-30T03:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3216067/">
    <title>Tragischer Dilettantismus</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3216067/</link>
    <description>Er war alt, fast taub, fast blind, musste seit Jahren dreimal wöchentlich zur Dialyse, eine Quälerei, seine Frau lebte nicht mehr. Eines Abends nahm er ein Küchenmesser aus der Schublade in der Absicht, sich die Pulsadern aufzuschneiden, wie man das aus Filmen kennt. Der mickrige Blutfluss aus den kleinen Venen, die er traf, zeigte jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Da setzte er das Messer seitlich am Hals an, aber auch die Halsschlagader ist für einen Laien nicht ohne weiteres zu finden. Ein Schnitt quer über die Kehle, aber mit zuwenig Kraft über dem Kehlknorpel ausgeführt, ritzte nur die Haut auf. Er stach sich in den Brustkorb, das Messer rutschte an einer Rippe ab und schrammte über die Haut. Bei alledem war seine Polyneuropathie hilfreich, eine verminderte Schmerzempfindlichkeit infolge jahrzehntelangen Diabetes. Mit aller Kraft setzte er nun an zum finalen Stich Richtung Herz, und dort blieb das Messer stecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam er an, wie ein Standbild aus einem Splattermovie. Intubiert, beatmet, blutüberströmt, ein Messergriff aus dem Brustkorb ragend, fuhr man ihn aus dem Schockraum über unseren Flur in den OP. Nicht ganz undramatisch wurde das Messer entfernt, die großen herznahen Gefäße übernäht, nicht wenige Blutprodukte transfundiert. Nicht ganz stabil kam er zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angehörige trafen ein und wedelten mit einer rechtsgültigen Patientenverfügung. &quot;Hätten die nicht mal zwei Stunden früher...&quot;, rollte der müde Chirurg hinter ihrem Rücken mit den Augen. Als sei es verwunderlich, dass gerade dieser alte Mann lebensverlängernde Maßnahmen ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Zustand ließ sich nicht erfolgversprechend stabilisieren, und so wurden am nächsten Tag nach Rücksprache mit den Verantwortlichen gewisse Gerätefunktionen reduziert, danach verstarb er innerhalb weniger Stunden im Beisein seiner Angehörigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welch unglaubliche Verzweiflung, was für ein Blutbad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anstatt einfach ein paar Bananen zu essen. Ohne eigene Nierenfunktion hätte ihr Kaliumgehalt für einen ganz unaufgeregten Herzstillstand gesorgt, zu Hause im Sessel mit der Lieblingsmusik auf dem Plattenteller.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-22T03:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3104601/">
    <title>Kein Hirn, nur Strom</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3104601/</link>
    <description>Ich fasse es nicht. Da läuft der mit einer rotweißen Zipfelmütze herum, so eine mit blinkenden LEDs in Sternform auf dem Rand, als wäre das hier eine Kindergartenparty . Eine grenzpsychotische Patientin, die ihn kurz über den Flur hat gehen sehen, heult seit Minuten: &quot;Da war der Weihnachtsmann! der Weihnachtsmann war da eben! Hast du den Weihnachtsmann gesehen?&quot; Gestern ist der Ehemann einer alten Dame nach 48 Ehejahren während ihres Besuches plötzlich und dramatisch verstorben. Man stelle sich vor, das wäre heute passiert, mit dem lustigen Gartenzwerg als Reanimator. Wenn der mir heute nur ein Mal blöd kommt, reiss ich ihm das Ding vom Kopf und hau es in den Infektionsmüll. Der kardiologische Kollege geht subtiler vor: &quot;Werden die Lämpchen eigentlich von deinen Hirnströmen gespeist?&quot; &quot;Wieso? Nee.&quot; &quot;Hm, stimmt, sonst müssten sie ja auch viel langsamer blinken.&quot;</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-24T23:24:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3099375/">
    <title>Ente, Knödel, Wein und Tod</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/3099375/</link>
    <description>Ich muss Weihnachten arbeiten, etwa das 12. Mal in 15 Jahren. Seit etwa vier Jahren halte ich das nicht mehr für selbstverständlich. Letztes Jahr wurde ich über Sylvester mit Nachtdienst geplant, ungefragt, dieses Jahr wurde immerhin gelost, dabei loste ich ausgerechnet mich selbst aus der Sylvester- in die Weihnachtsdienstgruppe. In Ordnung, aber nun werde ich Heilig Abend bis 22.00h arbeiten, und am 1. Feiertag ab sechs, mit Kollegen, die ich auch an keinem anderen Tag des Jahres gebrauchen kann. Weil der Herr des Hauses zu seiner Familie fährt, die eigene weit weg lebt und weil mich Weihnachten auch depressiv macht, wenn ich nicht alleine bin, ist das die allergrößte Dienstplangemeinheit in all den Jahren. Ich brauche kein Krippenspiel oder blockflötespielende Patenkinder oder die ganze Beschenkerei und Bedankerei. Ich brauche die elementare Normalität, an Heilig Abend mit nahestehenden Personen gemeinsam essen zu können. Oder wenigstens gefragt zu werden, ob ich darauf auch verzichten würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter anderen Umständen, in anderen Häusern, kann man es sich auch auf Intensivstationen nett machen. Vorgesetzte gehen an den Feiertagen über ihre Stationen, um dem arbeitenden Fußvolk frohe Weihnachten zu wünschen, weil sich das eben so gehört. Am vorigen Arbeitsplatz war ich Teil einer festen Weihnachts-Nachtdiensttruppe von Familienfestflüchtigen. Gegen eins, wenn die Routine abgearbeitet und halbwegs Ruhe eingekehrt war, stellten wir die Tische aus dem Aufenthaltsraum zu einer langen Tafel im Flur aneinander, um beim Essen die Gerätealarme im Ohr zu behalten, deckten ein, funkten den Herz-Thorax-Dienst und Anästhesisten nach Sympathie herbei, auch von der benachbarten internistischen Intensivstation kam, wer Zeit hatte, auf ein halbes Stündchen, und tafelten fürstlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alkohol im Dienst war selbstverständlich verboten, aber doch bitte nicht an Weihnachten. Einmal hatten wir keinen Korkenzieher, da durchstach ein Kollege den Korken mit einer Kanüle und zog den guten Roten stilecht mit 50ml-Spritzen ab. Am Ende vergruben wir die leeren Weinflaschen immer ganz unten im Altglascontainer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Menü an meinem letzten Heiligen Abend in dieser Runde involvierte Feldsalat mit knusprigen Speckstreifen, gerösteten Walnüssen und Apfelschnitzen, zwei Enten, die ich noch nachmittags fertig gegrillt samt Rotkraut vom Feinkostladen geholt hatte, Pfanni-Knödel und hinterher alternativ gefüllte Bratäpfel oder Tiramisu. Ein frisch getrennter Kollege, der eigentlich frei hatte, verbrachte den Abend mit uns und versah einen Teil des Küchendienstes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings war vor dem Aufbau der Tafel das Ableben eines Patienten und der Abschiedsbesuch der Angehörigen abzuwarten. Sein Tod war nicht mehr abzuwenden und ihm gestattet, die Angehörigen waren nach einem langen Tag an seinem Bett nach Hause gegangen, denn es war ein ihnen unerträglich langsames Sterben. Der Blutdruck stagnierte schon lange bei 55 systolisch und fiel nicht weiter, die Beine waren schon marmoriert, aber das EKG immernoch regelmäßig. Gerade hatten wir uns geeinigt - das dauert noch, wir essen jetzt - und die Tische auf den Flur geschleppt, da verstarb er. Wir riefen die Familie an, trugen die Tische zurück, bereiteten die Leiche vor und gleich danach das Essen. Die Angehörigen kamen, nahmen Abschied und gingen, wir holten die Tische wieder auf den Flur und deckten sie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber noch während des ersten Prosecco-Anstoßens wurde unser Sommelier und Knödelkoch S. in den Trauma-OP gefunkt. Eine 19jährige Russin hatte sich aus dem 11. Stock ihres Sozialwohnungsbaus gestürzt. Neben vielen anderen Verletzungen waren Lungenarterien rupturiert, deshalb rief man S. als Thoraxchirurgen hinzu. Ich stellte die Enten nochmal warm, aber schon nach einer halben Stunde kam er achselzuckend wieder. Keine Chance, auf dem Tisch geblieben, das Mädchen. Sie war allein in der Wohnung, als sie sprang. Ich weiß noch, wie ich dachte, wie gut, dass ich hier sein kann, in dieser Umgebung, mit diesen Leuten, und wie wir später den frisch getrennten, vom Wein schwermütig gewordenen Kollegen nicht nach Hause gehen ließen, sondern ihm stattdessen das Bett im ungenutzten Oberarztzimmer machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade als wir alle wieder beim Salat saßen, gab es Krisenalarm - Kammerflimmern. Ich ging mit reanimieren, nach einer halben Stunde erfolgloser Bemühungen brachen wir ab, da war nichts mehr zu machen. Mittlerweile war es nach zwei. S. rief die Angehörigen an. Sie wollten kommen, brauchten aber etwa ein Stunde für den Weg. Wir berieten uns, was mit den bereits im Verdorren begriffenen Enten zu tun sei, und beschlossen, den Tisch nicht noch einmal abzuräumen. Wir schoben die ganze lange Tafel nach hinten, an dem Zimmer vorbei, in dem die Verstorbene lag, und stellten zwei Paravents quer über den Flur. Zwei gingen die Leiche herrichten. Als die Angehörigen kamen, blieben wir hinter unserem Sichtschutz sitzen, aßen und tranken einfach weiter, unterhielten uns leiser und bemühten uns, nicht mit dem Geschirr zu klappern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgens gegen vier konnten wir die erforderlichen Leichenscheine nicht finden, weil die neue Stationssekretärin alles umgeräumt hatte, vielleicht auch, weil keiner mehr ganz nüchtern war. Irgendwie fiel schließlich ein Pappkarton voller Leichenscheine vom Schrank. Es gibt ein Foto davon, wie ich mich auf dem Schreibtisch liegend vor Lachen krümme, während zwei Kollegen auf dem Boden Leichenscheine einsammeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt habe ich mich an diese skurrile Weihnachtsnacht erinnert, als wir im Städtchen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Nerja&quot;&gt;Nerja&lt;/a&gt; von einem Café aus eine Hochzeitsgesellschaft beobachteten, die sich auf dem Kirchenvorplatz versammelte. Gerade als Braut und Bräutigam eingetroffen waren, näherte sich von hinten eine Beerdigungsprozession und zog ebenfalls über den Platz. Mein Begleiter war erschrocken, sagte etwas von bösem Omen und schlechtem Timing. Ich fand die Situation normal und schön. Es wird geheiratet und gestorben, geboren und geschieden, getrauert und gefeiert, wie´s eben kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wünsche allen ein frohes Fest.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2006-12-23T03:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2870746/">
    <title>Das haben wir nicht gewusst</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2870746/</link>
    <description>&quot;Ich weiß Bescheid, ich hab alles gesehen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Was haben sie denn gesehen?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Den Gabelstapler.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;?&quot; &lt;br /&gt;
&quot;Mit dem sie hier die Leichen rausfahren.&quot;&lt;br /&gt;
Der Zimmernachbar wurde vorhin geröntgt. Möglicherweise haben Sie das fahrbare Röntgengerät für einen Gabelstapler....&lt;br /&gt;
&quot;Sie brauchen mich nicht anzulügen. Ich hab alles gesehen. Die Leichen und die Perlen, die sie draufgestreut haben.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich komm nicht drüber weg, dass der in den Steri gekackt hat. Zu Beginn der Schicht liegt er wie halbtot im Bett und reagiert auf gar nichts, hätt nie gedacht, dass der laufen kann, und dann komm ich in den Steriraum und da hockt er auf dem Boden  und macht sein großes Geschäft. ZVK, Arterie, Drainagen, alles noch am Bettplatz. So hab ich ihn gefunden. Nach dem Alarm geschaut und dann der Blutspur hinterher.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Das hat uns damals keiner gesagt.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Nee, das haben wir nicht gewusst.&quot;</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-30T16:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2712441/">
    <title>Strickmuster vs. Burn-Out-Syndrom</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2712441/</link>
    <description>Vor Monaten hat eine strickblogbetreibende Berufsgenossin hierher verlinkt mit der Bemerkung, glücklicherweise sei sie selbst nicht so ausgebrannt, man müsse eben wissen, wann man aufhören muss oder so ähnlich. &lt;br /&gt;
Gerade vorgestern fiel mir das ein, als ich völlig unabstrahiert in Tränen aufgelöst nach Hause kam. Das ist eine neue Entwicklung, das ist nicht gut, was war da los? &lt;br /&gt;
Ich vermute, es liegt an dieser Vielschichtigkeit, die über lange Zeit vom Kern der Dinge ablenkt. Die medizinischen Zusammenhänge, die Medikamente, die Laborchemie, die Krankenbeobachtung, das Pflegerische, die Pflegewissenschaft, die Rechtslage, die immer komplexere Dokumentation, das Psychsoziale, die Angehörigenbetreuung, die Teamdynamik, die Geräte und Verfahren, die Strukturen und Machtverstrickungen im Krankenhaus, die EBM und EBP, die wirtschaftlich bedingten Veränderungen. All das will belesen und begriffen werden, alles ist spannend. &lt;br /&gt;
Es ist wie ein komplexes Bildbearbeitungsprogramm, das sich anzueignen man Jahre braucht. Jahrelang wendet man es an und findet immer weitere faszinierende Funktionen. Aber eines Tages hat man alle Tools automatisiert, das Programm lässt sich quasi extrapyramidal aus dem Kleinhirn heraus bedienen. Und plötzlich, unvorbereitet, ist der Verstand frei für - voilá - &lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2709408/&quot;&gt;das Bild&lt;/a&gt;, die große Totale. &lt;br /&gt;
In diesem Fall war das Bild ein liebenswerter Mensch, der sterben wird, ohne dass man dem angemessen begegnet, nicht gleich, aber er wird. Am Bildrand war der junge Diensthabende noch mit den Programmbausteinen Blutdruck (noch suffizient), Sauerstoffsättigung (ausrechend), Vigilanz und Kontaktverhalten (einwandfrei) befasst, er sah nicht, was ich sah. &lt;br /&gt;
Das also meinte &lt;a href=&quot;http://www.pflegewiki.de/wiki/Patricia_Benner&quot;&gt;Frau Benner &lt;/a&gt;mit intuitiver Situationserfassung des Experten, aber ich würde gern wieder eine Stufe runter in der Pflegekompetenz, mit Intuition in dieser Ausprägung komme ich nicht klar.&lt;br /&gt;
Vielleicht sollte ich stricken oder häkeln. Meine Work-Strick-Balance ist nicht im Lot.&lt;br /&gt;
Aber ich blogge schon, das frisst genug Zeit, und ich halte Häkeln nicht für erfüllend oder sinnhaft. Ich umgebe mich auch nicht mit Kollegen, die das tun, noch nie. Wann denn auch? Wir lesen, schreiben und publizieren, wir studieren, wir lehren, und klar brennen wir aus, denn unser Arbeitsumfeld ist traditionell frei von Wertschätzung. &lt;br /&gt;
An der Bemerkung der Strickerin irritiert mich, wo ich jetzt darüber nachdenke, dass sie in Umkehrung von Ursache und Folge suggeriert, Leute wie ich seien mit unserem Burn-Out mitverantwortlich für die Misere. Leute wie ich orientieren sich aber in Scharen aus unserem Gesundheitswesen hinaus, es bleiben die HandarbeitslehrerInnen, und ob das eine günstige Entwicklung ist, geht mich bald auch nichts mehr an.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-23T23:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2709408/">
    <title>Herz</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2709408/</link>
    <description>Fast fünfzig Jahre war er beim Küstenschutz, das war schwere Arbeit. Jeden Tag mit der Schaufel ins Watt, heutzutage gibt es ja für alles Maschinen. Ein Häuschen hinterm Deich, Kinder, Enkel. Die Tochter ist Schäferin. Er hat nicht gewusst, dass er herzkrank ist, beim Herzdokter war er nie. Mitm Atmen, das ging schon zwei Jahre nicht mehr so gut, das stimmt, und die Beine sind auch schon eine Weile immer dick gewesen. Aber er ist nicht einer, der wegen jeder Kleinigkeit zum Dokter rennt, bloß wegen der Kreuzschmerzen ist er manchmal hin. Aber vor vier Tagen bekam er überhaupt gar keine Luft mehr, da hat ihn der Hubschrauber geholt. Nu isser ja operiert, aber ob das noch mal was werden soll mit ihm? Seine Frau hat heute Apfelkuchen gebracht mit Äpfeln aus dem Garten, aber er konnte gar nichts essen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralvenöse war auf 30 gefallen, die Diurese rückläufig trotz Lasix, wegen der reduzierten SvO2 hatte man eine Menge Volumen gegeben ohne Rücksicht auf Verluste, nun sitzt er aufrecht im Bett mit brodelndem Atemgeräusch, hechelt still vor sich hin und betrachtet ernst seine Elefantenbeine. Der Diensthabende, den ich ins Zimmer gescheucht habe, schreibt lustlos ein EKG und hält pro forma einen Schallkopf auf die Brust des Patienten, das hat er noch nicht oft gemacht in seinem jungen Berufsleben, aber er erkennt da ein schlagendes Herz und ist zufrieden mit sich, und röntgen lassen wir noch. Zu einem Befund führt das alles nicht, zu weiteren Maßnahmen sieht der Diensthabende keinen Anlass. Obwohl wir technisch gesehen alle, alle! Möglichkeiten hätten, gibt es kein erweitertes hämodynamisches Monitoring, keinen PA-Katheter, keinen Picco, keine weitere Diagnostik, wir ziehen nicht den Kardiologen hinzu, der nebenan Pizza isst, legen keine IABP, noch nicht mal eine arterielle Kanüle, treffen überhaupt keine Entscheidung. Später kann ich immerhin Milrinon und einen Hauch Adrenalin aushandeln, wovon der Patient tatsächlich nach kurzer Zeit profitiert und ganz gut über die Nacht kommt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber am nächsten Abend  läuft statt dessen Dobutamin, von den Anwesenden weiß keiner, wieso eigentlich, ich stelle es ab, denn er ist arrhythmisch und schnell, die Zentralvenöse liegt bei 25, er brodelt und hechelt, es geht ihm schlecht, Schwester, ob ich die Nacht wohl durchkomm, fragt er. Der Oberarzt hat tagsüber das teure Milrinon auslaufen lassen, ob aus akademischen oder aus Kostengründen, ist unklar. Wir verbrauchen zu viel Milrinon, hat neulich der zuständige Sachbearbeiter im Einkauf schriftlich mitgeteilt, eine freche Kompetenzüberschreitung. Der Nachtdiensthabende kratzt sich am Kopf und ringt sich durch, trotzdem erneut Milrinon und Adrenalin anzuordnen, auch wenn´s morgen ganz sicher Ärger gibt. Wieder geht es in kurzer Zeit deutlich besser, die Zentralvenöse steigt, die Niere springt wieder an, der Patient hat Luft. Allerdings nur für ein paar Stunden, dann kehrt sich der Effekt um. Wir wollen immer noch nicht herausfinden, was dieser Patient eigentlich hat! Ich kann diese Haltung nicht begreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein No-Name-Kassenpatient, die Familie 200 Kilometer weit weg an der See, und nicht Mediziner oder Juristen, sondern Schäfer und Bahnangestellte, hat fünfzig Jahre lang Beiträge gezahlt und war so gut wie nie beim Arzt. Dafür gab es immerhin einen Hubschrauberflug und eine Herzoperation, im Anschluss daran bekommt er nun aber Intensivstation ohne Intensivmedizin. Ich frage mich nach der verborgenen Konsequenz, einer zugrundeliegenden kalkulatorischen Logik. Wie viele Tage muss ein Patient im DRG-System überleben, damit die Operation vergütet wird? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sitzt dieser kleine, tapfere Mann, denn im Liegen kann er nicht atmen, freundlich und gefasst, sagt leise bitte und danke und entschuldigt sich, wenn er Mineralwasser verschüttet, weil die Hände so zittern, und ich sehe klar, dass er nicht in sein Haus am Deich zurückkehren wird. Ich glaube, er weiss es auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätte doch, wer immer ihn hierher zugewiesen hat, statt dessen den Weitblick besessen, ihn im Liegestuhl auf seiner Veranda, mit Blick auf den Apfelbaum, den Deich und die Schafe, großzügig mit Morphin und einer Sauerstoffflasche zu versorgen auf seine letzten Tage. Ich hätte es ihm wirklich gewünscht.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://nachtaktiv.twoday.net/topics/Intensivstation&quot;&gt;Intensivstation&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 nachtschwester</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-23T04:14:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2646650/">
    <title>Unter Strom</title>
    <link>http://nachtaktiv.twoday.net/stories/2646650/</link>
    <description>Nachdem er in grobschlägigem Kammerflimmern, dabei noch wach und ansprechbar, mehrfach mit 360 Joule geblitzdingst wurde, erklärte man ihm empathisch, es habe sich um eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung gehandelt, die sofortigst terminiert werden musste, eine Kurznarkose hätte ihn umgebracht. Ich muss dringend den Raum verlassen, Spritze und Ampulle mit dem entsprechenden Kurzhypnotikum noch in der Hand, das zu applizieren ich keine zwei Sekunden gebraucht hätte, hätte man mich bloß gelassen, vorbei an drei fassungslosen jungen Kardiologen auf dem Flur, die die Intervention zufällig beobachtet und die Schreie gehört hatten - und ich sach noch, der ist wach!, höre im Gehen noch, wie der Patient zitternd erklärt, jetzt habe er richtig Angst, vielleicht bitte etwas zur Beruhigung? Aber sicher, Dormicum, strahlt der Verantwortliche. Das macht neben der Beruhigung nämlich auch eine retrograde Amnesie, und wo sich der Patient nicht erinnert, da kein Kläger.... Der gehört in den Knast, sagt eine immer noch tachykarde Kardiologin hinterher zu mir. Das ist Abu Ghraib hier, und du siehst doch, der Alte fühlt sich wohl, antworte ich.</description>
    <dc:creator>nachtschwester</dc:creator>
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    <dc:date>2006-09-09T13:51:00Z</dc:date>
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