Häusliches Umfeld

Montag, 24. Dezember 2007

Hausfrieden und Bruch

R0010178Der Herr des Hauses ist zu seiner Familie gefahren, weil ich ohnehin Heilig Abend bis spät abends und am 1. Feiertag ab sechs Uhr früh arbeiten muss, genau wie letztes Jahr, eine Gemeinheit, die ich nur hingenommen habe, weil es wirklich das allerletzte Mal ist. Ich werde also mit den Nachbarn ein kurzes Gläschen Wein trinken, die, in deren Wohnung wir schon mal eingestiegen sind, bevor sie ihnen gehörte. Vorgestern haben sie sich selbst ausgeschlossen und vor meinen staunenden Augen mit einer Zange aus meinem Werkzeugkasten ihre Wohnungstür total lässig aufgekriegt. Ich hatte meine Linsen nicht drin und konnte über den Flur nicht genau erkennen wie. Letzte Woche gab es in den oberen beiden Stockwerken einen echten Einbruchsversuch, von einem Dilettanten, der drei Türen beschädigte, aber keine öffnen konnte. Der hätte gerne mal im 1. OG nachfragen können, wie man sowas macht.

Die Nachbarn sind immer noch nicht fertig mit Renovieren, sie hatten einfach aufgehört und ihre Baustelle anscheinend liebgewonnen. Die beiden alternden Kampflesben schräg unter uns sind untröstlich, weil die sympathische Zahnärztin geradeaus unter uns, die ein unerklärliches symbiotisches Verhältnis mit ihnen unterhielt, ganz plötzlich ausgezogen ist. Gute Nachbarschaft ist so wichtig, wir haben schon allerhand erlebt in 28 Jahren in diesem Haus, erzählten sie, als sie unseren Obolus für den großen Adventskranz, der nun im Hausflur hängt, entgegennahmen. Sie haben zwei Jahre lang mit der Familie über uns um die Gartennutzung prozessiert und erstritten in dritter Instanz die alleinige Nutzung der linken Gartenhälfte; Herr Nachtschwester und ich konnten dank freundschaftlicher Beziehungen zur Zahnärztin die rechte Hälfte nutzen, ohne in die Schusslinie zu geraten. Die Familie über uns zog leider samt der Großmutter schräg über uns schon im Sommer aus. Vorbei die unterhaltsamen Polizeibesuche auf Einladung der Großmutter schräg über uns zum Gartengrillen der gegnerischen Partei schräg unter uns - Grillen ja, aber nur ohne Rauch und Rauchgeruch -unvergessen auch der von den Damen schräg unter uns veranlasste Polizeieinsatz gegen einen Gartenbautrupp, der von der Vorsitzenden der Eigentümergemeinschaft über uns bestellt worden war, um die Bäume zu schneiden und wild wucherndes Buschwerk zu roden. Alles vorbei, fade Harmonie herrscht im Haus.

Allerdings haben sich die neuen Bewohner, die das 2. OG nach einer Schnellsanierung durch zweifelsohne illegale Polen bezogen haben, nicht an der Adventskranzfinanzierung beteiligt. Auch sonst lassen die seltenen Begegnungen hoffen, dass von ihnen möglicherweise neues Konfliktpotential ausgeht, wenn das Fest der Liebe erst vorbei ist.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Romantik im siebten Jahr

Patsch, eine schläfrige Hand landet von der anderen Bettseite auf meinem Kopf und befördert mich vom Tiefschlaf in den Halbschlaf. Während er mein schlaftrunkenes Hirn krault, formt sich darin die Assoziation, er fische in einem Eimer Lake nach mozzarella-ähnlichen Käsen und drücke sie aus.

Montag, 2. Juli 2007

SMS nach Barcelona

- "Samstag sind die R.s und die alte P. ausgezogen. Heute die übergewichtige neue Pissnelkensuperzicke über uns kennengelernt, aber mach dir keine Gedanken, Süßer, bis du wiederkommst, ist sie tot."
- "???"
- "Habe geklingelt, mich unter dröhnendem Lärm vorgestellt, freundlich erklärt, ich arbeite im Krankenhaus und ausgerechnet diese Woche bis Do Nachtdienst, schreibe außerdem meine Diplom..., gerne ein paar Std. tägl. schlafen, können wir uns da vielleicht irgendwie verabreden? Nö. Hat mich voll ablaufen lassen, ihr doch egal, die tut noch nicht mal kooperativ. Die kann dieser Tage bei geeigneter Stelle die Arbeitserlaubnis für ihre Polentruppe herzeigen, wenn sie mir so blöd kommt."
- "Ruf die Polizei. Mittagsruhe. Mietvertrag i. d. R. 1-3. Die können auch gleich die Polen abchecken."
Er macht was mit Städtebau und Immobilien, neben ihm sitzt einer, der macht Facility Management.
Das kann keine Entschuldigung sein.
- "Stimmt, bei der Polizei sollen sie nicht denken, unsere schöne Haustradition stirbt, nur weil die alte P. weg ist. Du Spießer. Was ist bloß aus dir geworden? Ich dachte eher an Zucker im Tank oder Sekundenkleber im Schloß oder ich frage mal im Erdgeschoss nach. Ich regle das auf meine Art."

Samstag, 7. April 2007

Nachbarn

Zu unseren künftigen Nachbarn waren wir gleich nach der Zwangsversteigerung richtig nett, nachdem sie etwa 50% zuviel für die unbesehene Wohnung bezahlt hatten, die wir klug genug waren, vor dem Termin inoffiziell zu besichtigen und die sie nun schon seit sechs Monaten renovieren. In unser Mitleid spielt nicht mehr nur ein kleines bisschen Häme, sondern neuerdings auch Neid, seit sie drüben wunderschöne erdton mäandernde und blumenrankende, über hundert Jahre alte Wandmalereien freigelegt haben, ein wahres Pompeji mitten in Altona.
Überwiegend renoviert er alleine, denn sie, Französin, war bis vor kurzem schwanger. Gerade als er an einer neu eingebauten Sanitäreinheit einen Wasserschaden feststellte und fieberhaft versuchte, die frisch geschliffenen, noch unversiegelten Dielen vor Schlimmerem zu bewahren, rief sie an und meldete ihrerseits einen Wasserschaden, eine Situation, die es ihm nicht leicht machte, die richtigen Prioritäten zu setzen. Ich weiß nicht, was aus dem Dielenboden geworden ist, aber sie traf ich heute im Hausflur mit Kinderwagen und einem älteren Mann. "Allo! komm, du mus unserö Bebie anschauön! Istö drai Wochön altö, abär war drai Wochön zu früh, also ist jetzt praktisch auf nullö", strahlte sie. " Und isch bin där Opá!" strahlte der Herr. Très charmant. Bald sind wir nicht mehr die einzigen Sympathieträger in diese `ausö.

Freitag, 13. Oktober 2006

Zwei mit einem im Tee

Es entspricht nicht meiner Gewohnheit, mich allein zu Hause zu betrinken. Ich trank bloß zum entspannten Bloglesen am Abend erst ein, dann noch ein Gläschen von diesem feinen Brombeerwein, den ich vom Obsthof in der Nachbarschaft meiner Eltern im Badischen mitgebracht hatte, und noch ein halbes, da fiel mein Blick auf die fast leere Flasche Mastika im Regal. Makedonischer Anisschnaps, ein Schlückchen nur noch, eins ist keins, der muss weg. Ups, da war aber doch noch ganz schön viel drin, hick.

Der Panzerknacker sah eigentlich aus wie immer, als er später von seinem Herrenabend nach Hause kam, und das löste unkontrollierbares Gelächter bis hin zu Luftnot und Blasenschwäche bei mir aus, nur weil er aussah, wie er eben aussieht. Nüchternen Außenstehenden mag das befremdlich erscheinen, nicht aber Herrn Nachtschwester, der mich gelegentlich schon mal so gesehen haben muss und durchaus Humor besitzt. Er hätte mir auch noch einen eingeschenkt, wäre die Flasche nicht leer gewesen. Das war an sich schon traurig, und dann prangte noch das hier auf dem Bildschirm. "Kuck ma, der hat eine Zagreber Mülltonne auf sein Blog gestellt, und ich weiss auch ungefähr, wo die steht..." Herr Nachtschwester wusste, hier wird gleich geschluchzt, und war voller nützlicher Ideen. "Das nächste Mal auf dem Weg nach Molwanien kannst du doch mit Zwischenstopp über Zagreb buchen lassen, oder selber mit German Wings mal eben für einen Euro... und jetzt googeln wir deine Leute von früher!"

Ich fand unter L.´s Namen eine Zagreber PR-Agentur, das würde passen. Kontaktformular, "Ich kann doch so nicht schreiben, schau mich an!" Herr Nachtschwester, von jeher der aktivere Networker von uns beiden, hatte selber auch schon einen im Tee und tippte forsch an mir vorbei: "Dobre dan lidia da pivo moze moze cevapcici slivowitz, Nachtschwester".

Zu deutsch: Gut tag lidia ja bier geht in ordnung hackfleischbällchen pflaumenschnaps, Nachtschwester. "Siehst du? So einfach ist das." - triumphierte er. Gesendet. Zehn Jahre Funkstille, und dann sowas.

Das war vor einer Woche, sie hat nicht geantwortet. Ich hatte noch nicht den Mut, die gesendete Nachricht noch mal anzusehen. Ich hoffe nur, die Agentur gehört irgendeiner anderen Lidija.

Mittwoch, 13. September 2006

Wie Katzen auf dem heissen Blechdach

Wir haben´s getan, meine erste Straftat, seit ich in der 2. Klasse mal einen Apfel geklaut habe, Schwarzfahren nicht gerechnet.
Herr Nachtschwester kam heute mit zwei 2,50m langen folienverschweißten Leimholzbrettern aus dem Baumarkt nach Hause. Vor meinen staunenden Augen legte er sie übereinander über zwei Stühle und setzte sich in der Mitte drauf, um die Tragfähigkeit zu testen. Dann wartete er lange, bis die ältere Dame über der fraglichen Wohnung ihre Wäsche abgehängt und die Balkontür geschlossen hatte, und die Untermieterinnen endlich von ihrer Terasse verschwunden waren. Ich gab zu bedenken, dass es nun zappenduster war, was die Angelegenheit nicht ungefährlicher machte, auch nicht eben unverdächtiger. Aber er hört ja nie.
Ich hielt mich in der Nähe auf, entschlossen, mich rauszuhalten, aber einer muss ja den Rettungswagen rufen. Er schob in völliger Dunkelheit die Bretter über die Balkongeländer und befestigte sie auf unserer Seite mit Schraubzwingen, nahm den Beutel mit dem Einbruchswerkzeug (s.u.) und kletterte hinüber. Gerade als er auf dem fremden Balkon anfing, mit der Taschenlampe den Eiskugelformer durchs Oberlicht zu fummeln, entdeckte ihn die Nachbarin über unserer Wohnung, deren trockene Wäsche auf dem Balkon er leider übersehen hatte. Er versuchte, sich ihr zu erkennen zu geben, schwierig, im Dunkeln, er leuchtete sich ins Gesicht und bemühte sich flüsternd, die fatale Situation zu erklären, um nicht noch andere Nachbarn ans Fenster zu locken. Nachdem sie ihn erkannt hatte, flüsterte sie auch, eine interessante Reaktion. Sie ist eine von den netteren im Haus und machte weiter keinen Aufstand, aber über unseren Ruf brauche ich mir trotzdem keine Illusionen mehr zu machen. Nachdem sie in ihrer Wohnung verschwunden war, öffnete er die Balkontür und war nicht mehr zu sehen.
Ich weiss nicht, was in mich gefahren ist, aber ich kletterte hinterher! Er flüsterte: Was machst du denn hier, das ist Einbruch, und dann in Schlappen! Ich flüsterte: Wo du hingehst, will ich auch hingehn! Wir schlichen durch die leere, dunkle Wohnung und machten Fotos, watergatemässig, immer in Sorge, man würde sich von der Strasse her über das Blitzlicht wundern. Dann zurück, der Panzerknacker verschloss die Balkontür mithilfe eines Verfahrens, das neben Eiskugellöffel und Schnur eine 3Liter-Flasche Flüssigwaschmittel involvierte. Schraubzwingen und Bretter wurden abgebaut. Die Folie um letztere ist samt Preisschild noch dran, morgen bringt er sie zurück.

Einbruch

Beim Auswerten der Fotos stellt sich übrigens heraus, die Wohnung ist tatsächlich in einem desolaten Zustand. So gesehen rechtfertigt der Erkenntnisgewinn die Aktion wenigstens ein bisschen. Nicht, dass es keinen Spass gemacht hätte.

Dienstag, 12. September 2006

Einbrecheranfänger

Der Herr im Haus hatte sich eben zwar halbwegs leise, aber erfolglos mit einer Zange und einem Schraubenzieher an der Wohnungstür der Nachbarwohnung zu schaffen gemacht. Nun steht er auf dem Balkon und erklärt, er werde eine Leiter von Geländer zu Geländer legen (wir befinden uns in immerhin 5 m Höhe), über die solle ich auf den Nachbarbalkon klettern, sie dann hinüberziehen, aufstellen und mich durch das gekippte Oberlicht in die Küche fallen lassen, er passe schließlich nicht durch.
- „Das ist Einbruch, da mach ich nicht mit.“
- „Einbruch ist doch bloß, wenn man was mitnimmt.“
- „Nein, Einbruch ist, wenn man wo einbricht.“ Ich ziehe mich vor den Computer zurück.
Er ist nicht vorbestraft, dies ist eine ganz neue Seite an ihm.
Allerdings ist sein Motiv nicht krimineller Natur: Die Nachbarwohnung in unserem fabelhaft gelegenen Altbau steht leer und wird nächste Woche zwangsversteigert. Herr Nachtschwester hofft, sie billig zu erstehen. Nun steht zwar die Finanzierung schon, aber da die Wohnung Jahrzehnte lang von einem dementen alten Herrn bewohnt war, der nun im Heim ist, gibt es offene Fragen hinsichtlich des Renovierungsaufwandes, und keinen offiziellen Besichtigungstermin.
- „Komm her, sperr mich mal bitte aus“ – ruft der Herr vom Balkon. Aber gern, Tür zu, tschüß. Da wirft er einen Gegenstand an einer Schnur durch das gekippte Oberlicht hinein - den Eiskugellöffel. Der hat einen hohlen Stahlgriff, in den mit etwas Gefummel die Türklinke genau hineinpasst. Nun zieht er an der Strippe, hebt die Klinke und öffnet mit Siegerlächeln die Balkontür.
Bleibt zu klären, wie er auf den anderen Balkon kommt. Die Leiter erwies sich als zu kurz. Morgen will er eine lange Baudiele besorgen. Ich bin gespannt. Auch auf die Reaktionen der anderen Hausbewohner, die sich schon aus geringeren Anlässen gegenseitig angezeigt haben. So eine Aktion kann nicht unbemerkt bleiben. Und wehe, er bricht sich das Genick oder verliert meinen Eiskugellöffel, das gibt Ärger.

Montag, 15. Mai 2006

Teamwechsel

Alles antreten zum Zählapell, zwovierachtzwölfünfzehn...

Stiefel

....jawoll, alle da! Und Abmarsch ins Sommerlager unterm Dach, da ist jetzt wieder Platz für euch. Wir sehen uns im Oktober.

Ablösung ist da!

Sommerschuhe

Und alle noch prima in Form. Ist das schön, was hab ich euch vermisst!

Dienstag, 4. April 2006

Anna Pops The Question

Unsere armenische Putzfrau Anna freut sich, wenn ich auch zu Hause bin, denn „dann wir können Frau-Frau sprechen“.
Fraufrausprechen ist Kulturaustausch, es geht um Landestraditionen, die Familie, Kochrezepte und auch unsere Männer. Weil wir uns gegenseitig nur bruchstückhaft verstehen, frage ich mich, welche Kuriositäten sie sich aus meinen Ausführungen zusammenreimt und zu Hause über uns erzählt.
Freitag kam sie später, weil sie ihre jüngste Tochter in einen neuen, weit entfernten Kindergarten gebracht hatte: "in Sozialamtkindergarten Harburg nur türkische und albanische Kinder, muss deutsch lernen, bald kommt Schule."

Als sie mit der Geschichte fertig ist, ahne ich schon, was kommt.
Sie hat es schon öfter angesprochen, zunehmend eindringlich.
Und wirklich, sie zeigt auf meinen Bauch und fragt: „Wann du und MamS Baby machen? Du hast gute Mann, warum nix?“
Tja, äh....“Du muss machen, du schon alt, ist schwer, wann so alt!“
Ich nehme ihr nie etwas übel, aber irritiert bin ich schon. Sie deutet mein ratloses Gesicht so: „Ich weiß, du denken, schwer wegen Arbeit. Keine Problem, du kann arbeiten gehen, ich Baby aufpassen.“ Ach, unser Goldstück.

728289_2426757_DA_C1Am Abend sitzt der MamS auf der Couch und blättert abwesend durch den Conleys-Katalog. Ich sehe ihm über die Schulter.
„Schau mal, wollen wir das hier bestellen?“
„Was denn?“
„Na das Kind.”
“???“
„ Ist doch hübsch. Und kostet bloß 29.95. Steht dabei, ob es schon sauber ist?“

Donnerstag, 23. März 2006

Geflutet

Sonntag nacht beim Zähneputzen lief mir plötzlich Wasser über die Füße.
Nicht aus dem Mund, sondern aus den geschlossenen Türen des Waschbeckenunterschrankes, im Schwall.
Schön. Der MamS macht sich beim Skilaufen mit den Jungs einen Lenz und ich hab hier wieder die Installateurarbeiten an der Backe.
Notfallroutiniert Wasser abgestellt, Zahnpasta ins Klo gespuckt, Schränkchen weggerückt, Eimer unter den Siphon gestellt, Boden aufgewischt. Unterschrank ausgeräumt und alles trockengewischt.
Dann versucht, die Kausalitäten zu klären. Der Siphon wirkte makroskopisch unauffällig. Wo ist meine Rohrzange? Wo, verdammt noch mal, hat er meine Rohrzange hingeräumt?
Wir haben immer noch getrennte Werkzeugkisten. Darauf lege ich Wert, meine ist nämlich aufgeräumt.
Aber weil er in seiner nichts findet, greift er schon mal in meine. Danach sind Dinge nicht mehr da, wo ich sie haben will.
Dann kann ich jetzt auch nix reparieren. Bleibt halt der Eimer da stehen, bis der MamS wieder kommt. Muß er´s selber machen, wieso versteckt er auch meine Rohrzange?
Montag abend erscheint der MamS braungebrannt mit Skisack über der Schulter.
„Wo ist meine Rohrzange?“
Nach einigem Suchen und unter Zuhilfenahme einer Leiter und einer Taschenlampe förderte er meine rote Rohrzange zutage. Ich hätte auch seine nehmen können, sagte er.
(Die such ich doch nicht auch noch.)
„Wo du sie schon in der Hand hast, kannst du dir doch gleich mal den Siphon anschauen?!“
„Aber du bist doch die Siphonspezialistin.“
Good point. Das zielte auf vorletzte Weihnachten. Da hat er mit seiner Familie in einer anderen Stadt ein frohes Fest begangen, während ich über die Feiertage Dienst in Hamburg hatte.
Ich hatte Ärger in der Klinik, ich konnte nicht schlafen, in der Küche lief das Wasser schlecht ab und ich hatte dieses Blog noch nicht.
Also kroch ich am 1. Weihnachtsfeiertag gegen 3 Uhr morgens unter die Spüle und zerlegte den Ablauf in seine vielen krummen Einzelteile und machte sie sauber. Der zähe Schlamm darin und die Geruchsentwicklung trafen mich völlig unvorbereitet. Unfassbar und gar nicht festlich. Es war auch schwierig, hinterher alles wieder dicht zu bekommen. Ich wurde rechtzeitig zum Dienstbeginn damit fertig.
Das erste, was der Mams damals nach seiner Rückkehr und meiner Schilderung der Aktion tat, war, den Kaffeesatz aus dem Espressokocher in den Küchenausguß zu spülen. Ich erwog, mich zu trennen.

„Aber du bist von und beiden der Kerl.“
„Ach so. Jetzt bin ich wieder der Kerl. In deinem Blog bin ich der MamS.“

Letztlich fand sich bei näherem Betrachten einen Riss im Rohr.
Gut für uns beide, wir warten jetzt auf den Klempner.

Tagesdosis

Codefreien Kaffee habe...
Codefreien Kaffee habe ich hier auch, aber keine freien...
nachtschwester - 25. Jun, 15:51
So lange ...
der Kaffee nicht koffeinfrei ist, kann man auch das...
sokrates2005 - 25. Jun, 15:35
Danke fürs Lebenszeichen....
Danke fürs Lebenszeichen. Hier gibts immer mehr...
rafael (anonym) - 18. Jun, 14:22
Fehlendes
Internet kenne ich aus Nigeria, ebenso wie langsame...
pathologe - 18. Jun, 09:15
Oh, danke, man wunderte...
Oh, danke, man wunderte sich schon. ;) Enjoy the real...
Etosha - 18. Jun, 09:09
Ebenfalls beruhigte und...
Ebenfalls beruhigte und liebe Grüße und...
Petra (anonym) - 17. Jun, 13:24
Beruhigte Grüße
Beruhigte Grüße
Opa (anonym) - 17. Jun, 07:04
ärx..... jetzt...
ärx..... jetzt bin ich schon so lang auf nachtschwesternentzug
rosmarin - 17. Jun, 01:00

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Zuletzt aktualisiert: 25. Jun, 15:53
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