Häusliches Umfeld

Freitag, 23. Oktober 2009

Leinen los

Der Grund für meine Blogabstinenz ist nicht nur der 12-14-Stundentag. Kein Zuckerguss mehr über die Verhältnisse im Hause Nachtschwester. Erdrutschartige Veränderungen kündigen sich an, nichts bleibt, wie es war. Alle Ankerplätze, an denen mein Leben vertäut ist, alle Stühle, auf denen ich sitze, rücken völlig ungeordnet voneinander ab. Da schwebe ich nun in der Luft, und da ich auch in der Krise zur Nüchternheit neige, gibt es klare Momente in der Verwirrung. Klare Sicht auf die Dinge zeigt an guten Tagen die Masse an Möglichkeiten und neuen Freiheiten, an schlechten Tagen durch kein Netz gebremsten Durchblick zum Abgrund.

Unter diesen Umständen ist die konturenlose Themenmischung der Nachtschwester ein kleines Problem am Rande. Ich würde gern viel Privateres bloggen, ist mir gerade so ein Bedürfnis aus aktuellen Anlässen. Ich fühle mich aber auch noch dem hier mitlesenden Fachpublikum verpflichtet, seit die Nachtschwester mal von Thieme intensiv empfohlen wurde und zwai.net hierher verlinkt. Ich würde auch gern ein zweites, seriöses Fachblog führen, dann aber unter Klarnamen wg. Selfmarketing und so, aber das wird zeitlich nicht gehen. Ich bin unterexponiert, musste ich mir letzte Woche auf dem IFIC-Kongress in Vilnius wieder anhören. Wieso haben wir noch nicht von Ihnen gehört? Was tun sie noch in Molwanien, komisch, dass Sie noch nicht abgeworben wurden. Weil ich eben eine lausige Networkerin bin, und das mit meiner seltenen Nischenqualifikation. Ich brauche einen Mentor. Und mehr vernünftige Jobangebote neben dieser Firma in Wien, die mich will, aber gerade ist meine Hamburg-Woche, und wie gern würde ich hier wieder leben, wenigstens in Teilzeit.

Und in Molwanien liegt derweil der erste Schnee auf den Bergen in Sichtweite der Stadt, und Schneewandern steht auf dem Plan, und bald auch schon Catskiing in ungespurtem, touristenfreiem Tiefschnee, und was wird mir diese internationale Freundestruppe fehlen, die sich andererseits auch alle irgendwie dauerhaft auf der Durchreise eingerichtet haben, so wie ich.

Montag, 29. Juni 2009

Pendeln

Samstag Lebensraum:

P1020597

P1020594

Gosch

P1020587

Sonntag Arbeitsumfeld.

100 0456

Freitag, 12. Dezember 2008

Checken Sie in den Hauptbahnhof ein

Im Vielfliegerhaushalt Nachtschwester begrüßen wir die neue S-Bahnanbindung des Flughafens Fuhlsbüttel sehr.

Besser kann man es nicht erklären, weil das ja klar ist.

Samstag, 22. November 2008

November

Eine Sturmnacht, Regen, vor der Haustür liegt schon wieder ein Baum.
Balkonaussichten heute früh:

Ohne Titel-1 Kopie

R0011138

Nein, ich bin wirklich nicht depressiv.

Montag, 24. Dezember 2007

Hausfrieden und Bruch

R0010178Der Herr des Hauses ist zu seiner Familie gefahren, weil ich ohnehin Heilig Abend bis spät abends und am 1. Feiertag ab sechs Uhr früh arbeiten muss, genau wie letztes Jahr, eine Gemeinheit, die ich nur hingenommen habe, weil es wirklich das allerletzte Mal ist. Ich werde also mit den Nachbarn ein kurzes Gläschen Wein trinken, die, in deren Wohnung wir schon mal eingestiegen sind, bevor sie ihnen gehörte. Vorgestern haben sie sich selbst ausgeschlossen und vor meinen staunenden Augen mit einer Zange aus meinem Werkzeugkasten ihre Wohnungstür total lässig aufgekriegt. Ich hatte meine Linsen nicht drin und konnte über den Flur nicht genau erkennen wie. Letzte Woche gab es in den oberen beiden Stockwerken einen echten Einbruchsversuch, von einem Dilettanten, der drei Türen beschädigte, aber keine öffnen konnte. Der hätte gerne mal im 1. OG nachfragen können, wie man sowas macht.

Die Nachbarn sind immer noch nicht fertig mit Renovieren, sie hatten einfach aufgehört und ihre Baustelle anscheinend liebgewonnen. Die beiden alternden Kampflesben schräg unter uns sind untröstlich, weil die sympathische Zahnärztin geradeaus unter uns, die ein unerklärliches symbiotisches Verhältnis mit ihnen unterhielt, ganz plötzlich ausgezogen ist. Gute Nachbarschaft ist so wichtig, wir haben schon allerhand erlebt in 28 Jahren in diesem Haus, erzählten sie, als sie unseren Obolus für den großen Adventskranz, der nun im Hausflur hängt, entgegennahmen. Sie haben zwei Jahre lang mit der Familie über uns um die Gartennutzung prozessiert und erstritten in dritter Instanz die alleinige Nutzung der linken Gartenhälfte; Herr Nachtschwester und ich konnten dank freundschaftlicher Beziehungen zur Zahnärztin die rechte Hälfte nutzen, ohne in die Schusslinie zu geraten. Die Familie über uns zog leider samt der Großmutter schräg über uns schon im Sommer aus. Vorbei die unterhaltsamen Polizeibesuche auf Einladung der Großmutter schräg über uns zum Gartengrillen der gegnerischen Partei schräg unter uns - Grillen ja, aber nur ohne Rauch und Rauchgeruch -unvergessen auch der von den Damen schräg unter uns veranlasste Polizeieinsatz gegen einen Gartenbautrupp, der von der Vorsitzenden der Eigentümergemeinschaft über uns bestellt worden war, um die Bäume zu schneiden und wild wucherndes Buschwerk zu roden. Alles vorbei, fade Harmonie herrscht im Haus.

Allerdings haben sich die neuen Bewohner, die das 2. OG nach einer Schnellsanierung durch zweifelsohne illegale Polen bezogen haben, nicht an der Adventskranzfinanzierung beteiligt. Auch sonst lassen die seltenen Begegnungen hoffen, dass von ihnen möglicherweise neues Konfliktpotential ausgeht, wenn das Fest der Liebe erst vorbei ist.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Romantik im siebten Jahr

Patsch, eine schläfrige Hand landet von der anderen Bettseite auf meinem Kopf und befördert mich vom Tiefschlaf in den Halbschlaf. Während er mein schlaftrunkenes Hirn krault, formt sich darin die Assoziation, er fische in einem Eimer Lake nach mozzarella-ähnlichen Käsen und drücke sie aus.

Montag, 2. Juli 2007

SMS nach Barcelona

- "Samstag sind die R.s und die alte P. ausgezogen. Heute die übergewichtige neue Pissnelkensuperzicke über uns kennengelernt, aber mach dir keine Gedanken, Süßer, bis du wiederkommst, ist sie tot."
- "???"
- "Habe geklingelt, mich unter dröhnendem Lärm vorgestellt, freundlich erklärt, ich arbeite im Krankenhaus und ausgerechnet diese Woche bis Do Nachtdienst, schreibe außerdem meine Diplom..., gerne ein paar Std. tägl. schlafen, können wir uns da vielleicht irgendwie verabreden? Nö. Hat mich voll ablaufen lassen, ihr doch egal, die tut noch nicht mal kooperativ. Die kann dieser Tage bei geeigneter Stelle die Arbeitserlaubnis für ihre Polentruppe herzeigen, wenn sie mir so blöd kommt."
- "Ruf die Polizei. Mittagsruhe. Mietvertrag i. d. R. 1-3. Die können auch gleich die Polen abchecken."
Er macht was mit Städtebau und Immobilien, neben ihm sitzt einer, der macht Facility Management.
Das kann keine Entschuldigung sein.
- "Stimmt, bei der Polizei sollen sie nicht denken, unsere schöne Haustradition stirbt, nur weil die alte P. weg ist. Du Spießer. Was ist bloß aus dir geworden? Ich dachte eher an Zucker im Tank oder Sekundenkleber im Schloß oder ich frage mal im Erdgeschoss nach. Ich regle das auf meine Art."

Samstag, 7. April 2007

Nachbarn

Zu unseren künftigen Nachbarn waren wir gleich nach der Zwangsversteigerung richtig nett, nachdem sie etwa 50% zuviel für die unbesehene Wohnung bezahlt hatten, die wir klug genug waren, vor dem Termin inoffiziell zu besichtigen und die sie nun schon seit sechs Monaten renovieren. In unser Mitleid spielt nicht mehr nur ein kleines bisschen Häme, sondern neuerdings auch Neid, seit sie drüben wunderschöne erdton mäandernde und blumenrankende, über hundert Jahre alte Wandmalereien freigelegt haben, ein wahres Pompeji mitten in Altona.
Überwiegend renoviert er alleine, denn sie, Französin, war bis vor kurzem schwanger. Gerade als er an einer neu eingebauten Sanitäreinheit einen Wasserschaden feststellte und fieberhaft versuchte, die frisch geschliffenen, noch unversiegelten Dielen vor Schlimmerem zu bewahren, rief sie an und meldete ihrerseits einen Wasserschaden, eine Situation, die es ihm nicht leicht machte, die richtigen Prioritäten zu setzen. Ich weiß nicht, was aus dem Dielenboden geworden ist, aber sie traf ich heute im Hausflur mit Kinderwagen und einem älteren Mann. "Allo! komm, du mus unserö Bebie anschauön! Istö drai Wochön altö, abär war drai Wochön zu früh, also ist jetzt praktisch auf nullö", strahlte sie. " Und isch bin där Opá!" strahlte der Herr. Très charmant. Bald sind wir nicht mehr die einzigen Sympathieträger in diese `ausö.

Freitag, 13. Oktober 2006

Zwei mit einem im Tee

Es entspricht nicht meiner Gewohnheit, mich allein zu Hause zu betrinken. Ich trank bloß zum entspannten Bloglesen am Abend erst ein, dann noch ein Gläschen von diesem feinen Brombeerwein, den ich vom Obsthof in der Nachbarschaft meiner Eltern im Badischen mitgebracht hatte, und noch ein halbes, da fiel mein Blick auf die fast leere Flasche Mastika im Regal. Makedonischer Anisschnaps, ein Schlückchen nur noch, eins ist keins, der muss weg. Ups, da war aber doch noch ganz schön viel drin, hick.

Der Panzerknacker sah eigentlich aus wie immer, als er später von seinem Herrenabend nach Hause kam, und das löste unkontrollierbares Gelächter bis hin zu Luftnot und Blasenschwäche bei mir aus, nur weil er aussah, wie er eben aussieht. Nüchternen Außenstehenden mag das befremdlich erscheinen, nicht aber Herrn Nachtschwester, der mich gelegentlich schon mal so gesehen haben muss und durchaus Humor besitzt. Er hätte mir auch noch einen eingeschenkt, wäre die Flasche nicht leer gewesen. Das war an sich schon traurig, und dann prangte noch das hier auf dem Bildschirm. "Kuck ma, der hat eine Zagreber Mülltonne auf sein Blog gestellt, und ich weiss auch ungefähr, wo die steht..." Herr Nachtschwester wusste, hier wird gleich geschluchzt, und war voller nützlicher Ideen. "Das nächste Mal auf dem Weg nach Molwanien kannst du doch mit Zwischenstopp über Zagreb buchen lassen, oder selber mit German Wings mal eben für einen Euro... und jetzt googeln wir deine Leute von früher!"

Ich fand unter L.´s Namen eine Zagreber PR-Agentur, das würde passen. Kontaktformular, "Ich kann doch so nicht schreiben, schau mich an!" Herr Nachtschwester, von jeher der aktivere Networker von uns beiden, hatte selber auch schon einen im Tee und tippte forsch an mir vorbei: "Dobre dan lidia da pivo moze moze cevapcici slivowitz, Nachtschwester".

Zu deutsch: Gut tag lidia ja bier geht in ordnung hackfleischbällchen pflaumenschnaps, Nachtschwester. "Siehst du? So einfach ist das." - triumphierte er. Gesendet. Zehn Jahre Funkstille, und dann sowas.

Das war vor einer Woche, sie hat nicht geantwortet. Ich hatte noch nicht den Mut, die gesendete Nachricht noch mal anzusehen. Ich hoffe nur, die Agentur gehört irgendeiner anderen Lidija.

Mittwoch, 13. September 2006

Wie Katzen auf dem heissen Blechdach

Wir haben´s getan, meine erste Straftat, seit ich in der 2. Klasse mal einen Apfel geklaut habe, Schwarzfahren nicht gerechnet.
Herr Nachtschwester kam heute mit zwei 2,50m langen folienverschweißten Leimholzbrettern aus dem Baumarkt nach Hause. Vor meinen staunenden Augen legte er sie übereinander über zwei Stühle und setzte sich in der Mitte drauf, um die Tragfähigkeit zu testen. Dann wartete er lange, bis die ältere Dame über der fraglichen Wohnung ihre Wäsche abgehängt und die Balkontür geschlossen hatte, und die Untermieterinnen endlich von ihrer Terasse verschwunden waren. Ich gab zu bedenken, dass es nun zappenduster war, was die Angelegenheit nicht ungefährlicher machte, auch nicht eben unverdächtiger. Aber er hört ja nie.
Ich hielt mich in der Nähe auf, entschlossen, mich rauszuhalten, aber einer muss ja den Rettungswagen rufen. Er schob in völliger Dunkelheit die Bretter über die Balkongeländer und befestigte sie auf unserer Seite mit Schraubzwingen, nahm den Beutel mit dem Einbruchswerkzeug (s.u.) und kletterte hinüber. Gerade als er auf dem fremden Balkon anfing, mit der Taschenlampe den Eiskugelformer durchs Oberlicht zu fummeln, entdeckte ihn die Nachbarin über unserer Wohnung, deren trockene Wäsche auf dem Balkon er leider übersehen hatte. Er versuchte, sich ihr zu erkennen zu geben, schwierig, im Dunkeln, er leuchtete sich ins Gesicht und bemühte sich flüsternd, die fatale Situation zu erklären, um nicht noch andere Nachbarn ans Fenster zu locken. Nachdem sie ihn erkannt hatte, flüsterte sie auch, eine interessante Reaktion. Sie ist eine von den netteren im Haus und machte weiter keinen Aufstand, aber über unseren Ruf brauche ich mir trotzdem keine Illusionen mehr zu machen. Nachdem sie in ihrer Wohnung verschwunden war, öffnete er die Balkontür und war nicht mehr zu sehen.
Ich weiss nicht, was in mich gefahren ist, aber ich kletterte hinterher! Er flüsterte: Was machst du denn hier, das ist Einbruch, und dann in Schlappen! Ich flüsterte: Wo du hingehst, will ich auch hingehn! Wir schlichen durch die leere, dunkle Wohnung und machten Fotos, watergatemässig, immer in Sorge, man würde sich von der Strasse her über das Blitzlicht wundern. Dann zurück, der Panzerknacker verschloss die Balkontür mithilfe eines Verfahrens, das neben Eiskugellöffel und Schnur eine 3Liter-Flasche Flüssigwaschmittel involvierte. Schraubzwingen und Bretter wurden abgebaut. Die Folie um letztere ist samt Preisschild noch dran, morgen bringt er sie zurück.

Einbruch

Beim Auswerten der Fotos stellt sich übrigens heraus, die Wohnung ist tatsächlich in einem desolaten Zustand. So gesehen rechtfertigt der Erkenntnisgewinn die Aktion wenigstens ein bisschen. Nicht, dass es keinen Spass gemacht hätte.

Tagesdosis

Liebste Nachtschwester, durch...
Liebste Nachtschwester, durch beruflichen Aufenthalt...
Markus (Gast) - 4. Nov, 23:31
Ein Hoch auf glutvollen...
Ein Hoch auf glutvollen Schwung! Miss Platnum ist prima.
Au-lait - 3. Nov, 13:32
Das Hirn regelt vieles,...
Das Hirn regelt vieles, aber nicht alles. Ich wünsch...
Etosha (Gast) - 2. Nov, 17:48
Gegen Wien wäre...
Gegen Wien wäre überhaupt gar nichts einzuwenden!...
nachtschwester - 27. Okt, 20:17
Also Wien ...
ja, das wäre nett. Falls der Job nicht so toll...
sokrates2005 - 27. Okt, 19:23
Frau Nachtschwester,...
Frau Nachtschwester, ich bin mir sicher, sie werden...
nina (Gast) - 27. Okt, 16:55
In Großmutters...
Liisa und Kaltmamsell verlinken auf sie, für mich...
nachtschwester - 26. Okt, 23:28
Genial!
Genial!
chSchlesinger - 26. Okt, 23:02

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