Drunk Blogging
Nach dem Freitagsritual mit tollen, tollen Mädels in der fabelhaften neuen Weinbar in der Altstadt mit eigentlich zuviel Promille im Auto, aber hier ist kein Rechtsstaat, manchmal ist das gut, falls mich die Polizei anhält, klimpere ich mit Wimpern und sage, ich arbeite für Dr. Boss, mich leicht und frei und reich gefühlt. Die Geschichte mit dem Boss und der Weinprobe fiel mir ein. Wie ein Weingut an ihn herangetreten ist, weil man einem Wein einen Namen geben wollte, den der Boss für unsere Klinik hat schützen lassen, und der Boss sagte, da muss ich erstmal zur Weinprobe kommen. Gern, sagten die, was immer Sie möchten, unser Keller steht ihnen zur Verfügung. Und der Boss sagte, nein, ich probiere nur eine Sorte. Ich komme mit meinem Bruder, und wir trinken zu zweit eine Flasche und unterhalten uns über alles mögliche. Wir machen die nächste Flasche auf und dann die nächste und sehen, wohin das Gespräch führt. Kindheit, Frauen, diskutieren wir über Politik, philosophieren wir, fangen wir an zu singen, singen wir fröhliche oder traurige Lieder, oder macht uns der Wein aggressiv und wir fangen an zu streiten? Wir trinken die halbe Nacht, morgens stehen wir früh auf und gehen joggen. Waren die Gespräche gut und schmerzt der Kopf nicht, taugt der Wein etwas. Dann verabreden wir uns für die nächste Sorte. So geht Weinprobe.
Wir hatten guten Wein, Glückswein, es war warm, die Band spielte Jazz, was ein Glück, dass wir uns gefunden haben in dieser absurden Republik, dass wir uns gegenseitig klug und witzig und liebenswert finden, wie gut alles passt, wir haben fabelhafte Jobs, wir schaffen Jobs, wären wir in London oder New York geblieben, wir hätten alles verloren in der Finanzkrise, sagen sie, und uns nie kennengelernt. Wie gut wir leben und wie abwegig das eigentlich ist, in diesem bettelarmen Land, von dem zu Hause kein Mensch je gehört hat. Herr Nachtschwester verliert in Deutschland gerade seinen Job, kann er ja herkommen. Morgen früh fahre ich ans Meer, es wird sonnig, dem steht überhaupt nichts im Wege, wenn der Kopf nicht schmerzt.
Wir hatten guten Wein, Glückswein, es war warm, die Band spielte Jazz, was ein Glück, dass wir uns gefunden haben in dieser absurden Republik, dass wir uns gegenseitig klug und witzig und liebenswert finden, wie gut alles passt, wir haben fabelhafte Jobs, wir schaffen Jobs, wären wir in London oder New York geblieben, wir hätten alles verloren in der Finanzkrise, sagen sie, und uns nie kennengelernt. Wie gut wir leben und wie abwegig das eigentlich ist, in diesem bettelarmen Land, von dem zu Hause kein Mensch je gehört hat. Herr Nachtschwester verliert in Deutschland gerade seinen Job, kann er ja herkommen. Morgen früh fahre ich ans Meer, es wird sonnig, dem steht überhaupt nichts im Wege, wenn der Kopf nicht schmerzt.

