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nina (Gast) - 2. Jun, 08:58

Die Situation wird niemandem gerecht, weder den zu pflegenden Menschen, noch dem pflegenden.
Verbale Attacken und suggerierte Schuldzuweisungen sind doch, durch fehlende Ausbildung oder Empatie bei desorientierten Patienten an der Tagesordnung. Mancher dieser verwirrten Menschen ist selbst tätlichen Angriffen durch die Pflege ausgesetzt. Da möchte man dann den "Kollegen" gerne auch mal so behandeln. Aber solange sich solches Verhalten immer noch in einer Grauzone bewegt, wird es nur still und leise diskutiert und weiter still geduldet. Der viel zitierte Stress durch die mangelnde Personaldichte muß als Erklärung dann mal wieder herhalten!
Das es einfach eine Frage der Menschlichkeit und der Ausbildung ist, dass wird hierbei so gerne vergessen.

nachtschwester - 3. Jun, 00:05

Professionelle Empathie kann man lernen, und wer sie nicht lernt, könnte in der Ausbildung wegselektiert werden. Auch später auf den Stationen habe ich Kontrolle vor Ort vermisst, Führung, Feedback und Konsequenzen. Ich habe oft gehört, im Team können nicht alle perfekt sein, Schwächere müssen eben mitgetragen werden, das sei schließlich der Sinn von Teamwork blablabla. Tatsächlich ist der Patient der Allerschwächste und Fehlverhalten des Pflegepersonals überhaupt nicht zu dulden. In einer besseren Welt.
HiG - 5. Jun, 14:09

Der vielzitierte Stress...

...existiert eben doch und ist gewollt. Durch die DRG's sind z. B. ca. 20% der Betten in Niedersachsen abgebaut worden. In Braunschweig heisst das dann 2-Standorte-Konzept(4 Kliniken werden zu zwei zusammengefasst, dabei sinkt die Bettenzahl von ca. 1600 auf 1400). Es sinken aber nicht die Fallzahlen, d. h. die Arbeit wird eben dichter, da die fehlenden 200 Betten über eine verkürzte Liegedauer reingeholt werden. Und wo früher A1/S1 Patienten den Arbeitsanfall senken halfen, gibt es eben kaum noch Tage, an denen Patienten A1/S1 sind. Und Frau Nachtschwester, unter Ihnen möchte ich eigentlich nicht arbeiten. Ich habe einige Patienten erlebt, die nicht die Allerschwächsten waren(der Privatpatient, der der schwangeren Krankenschwester den Schlüssel gab mit den Worten "mein Gepäck ist im schwarzen Mercedes dort hinten") und wer neu auf der IPS anfängt, braucht mindestens 1 Jahr, bis er ohne Fehlverhalten arbeitet. Ich für meinen Teil finde, dass eine Theorie der Pflege, wenn sie denn eine ist, selbstanwendbar sein muss(als Beispiel: Benner/Wrubel. Pflege, Streß und Bewältigung) . Und was für den Patienten gilt, muß auch für den Pflegenden Geltung haben. Fehler und Fehlverhalten gibt es jeden Tag. Es kommt darauf an, aus ihnen zu lernen und die gleichen Fehler nicht immer wieder zu machen.
nachtschwester - 5. Jun, 22:15

Der Privatpatient aus Ihrem Beispiel ist nicht schwach und nicht mein Thema und nicht das von Frau fragmente im verlinkten Beitrag. Und Fehlertoleranz im Intensivbereich einer Akutklinik ist wirklich kein Wert, für den ich eintreten würde.
Ich glaube trotzdem, Sie würden mit mir arbeiten wollen. Bei mir werden neue MA auf der Intensivstation 7 Monate lang intensiv geschult, begleitet, gespiegelt, praktisch, theoretisch und im Hinblick auf die Kommunikation. Danach sind sie in der Lage, Patienten im Rahmen der Routine mit weitgehend vorhersehbarem Krankheitsverlauf zu versorgen. (Das Konzept könnten Sie im August in Florenz kennenlernen, würde ihr Haus die Kosten übernehmen. Tut es sicher nicht, meins schon.) Für komplexe Krankheitsverläufe stehen für ein weiteres Jahr die alten Hasen in der Pflicht. Ich kann außerdem so viel Personal zur Verfügung stellen, dass sich Stress und Arbeitsverdichtung als Freifahrtschein für grundlegendes Fehlverhalten ausschließen. Mit anderen Worten, ich bemühe mich und werde von Dr. Boss darin unterstützt, für beste strukturelle Voraussetzungen für ordentliche Behandlungsqualität zu sorgen. Das ist finanzierbar, weil unsere Clinical Pathways die Entlassung nach nur zwei Dritteln der Verweildauer nach G-DRGs vorsehen, also durch Arbeitsverdichtung (die aber durch mehr Personal wieder vedünnt wird). Mortalität, IHI, Magnetfaktor und Patientenzufriedenheit liegen dagegen bei Cleveland.
Niemand zwingt sie, sich in Niedersachsen in einem System aufzureiben, das Sie nicht mittragen wollen und doch nicht ändern können. Es gibt gute Alternativen.

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