Das Unwetter
...brach gerade los, als ich schon fast zur Tür raus war zur Sommerparty der Internationalen Desperate Housewives, und nur noch mal schnell doch den anderen Lippenstift, da hörte ich plötzlich im Treppenhaus Fenster schlagen und drei Minuten später, als ich eben ins Auto stieg, brach schon die Hölle los. Äste des Baums, unter dem mein Auto eben noch parkte, brachen im Instant-Sturm herunter, der Himmel explodierte direkt über meinem Verdeck und Hagel schlug waagrecht gegen die Seitenfenster. Innerhalb von Minuten strömte reißendes Wasser wadenhoch die Straßen entlang. Die Kanalisation schafft schon an normalen Tagen Nieselregen nicht. Nicht unter Bäumen anhalten. Bäume fallen ständig um, kein Gartenbauamt kümmert sich. Besser auch nicht unter Bäumen fahren. Und mit dem Blick einmal nach oben fielen mir auch Stromleitungen auf. Und Masten. Überall wackelige Strommasten. Und überhängenden Dächern und wackelige Schornsteine. Diese ganze Stadt kann mir jeden Moment auf den Kopf fallen, sah ich plötzlich glasklar, während ich mit dem Auto eine Stunde durch die Fluten trieb und das zehn Minuten entfernte Restaurant nicht fand, weil keine Sicht. Was für ein Land.


Greetz aus'm Pott