Umgesiedelte
Ich kann alte Menschen nicht weinen sehen. Nichts auf der Welt macht mich trauriger als brüchiger werdende brüchige Stimmen und knorrige Hände, die Tränen aus faltigen Gesichtern wischen. Zu viele Adjektive in diesem Satz.
Eben einen Fetzen Reportage über ostpreußische Vertriebene gesehen und dabei gedacht, wie schade, dass sie aussterben. Freundliche alte Herrschaften, die die Tragödie ihrer Herkunft mit ihrem wunderbaren Akzent auf der Zunge tragen und beim ersten Wort offenbaren. Wenn ich sie als Patienten hatte, habe ich mir immer ihre Geschichten erzählen lassen. Sie wurden seltener über die Jahre, bald sind sie nicht mehr da. Eine Epoche verbleicht.
Eben einen Fetzen Reportage über ostpreußische Vertriebene gesehen und dabei gedacht, wie schade, dass sie aussterben. Freundliche alte Herrschaften, die die Tragödie ihrer Herkunft mit ihrem wunderbaren Akzent auf der Zunge tragen und beim ersten Wort offenbaren. Wenn ich sie als Patienten hatte, habe ich mir immer ihre Geschichten erzählen lassen. Sie wurden seltener über die Jahre, bald sind sie nicht mehr da. Eine Epoche verbleicht.


Die Bilder machen für mich die kahlen Namen auf dem Gefallenendenkmal, das mir als Basis diente, wieder lebendig. Während der Arbeit an dem Projekt habe ich mich oft gefragt, was Bauernsöhne aus Süddeutschland fern der Heimat gemacht haben, und hoffe insgeheim, dass keiner von ihnen ein Einsatzgruppen-Schlächter war.