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Desperate Housewives

Ohne aktives Zutun, ein bisschen durch Xing, ein bisschen durch Freunde von Freunden in Deutschland, finde ich mich in so einem Zirkel von Expatriates wieder, das habe ich vorher nicht vermisst, aber es tut gut, sich mal auslassen zu können über den Dreck und die Inkompetenz und die Unzuverlässigkeit und den Dreck hatte ich schon, ohne Sorge, damit Nationalgefühle der einheimischen Freunde zu verletzen. Die mir allerliebste Schwedin, die in London einen Australier geheiratet hat, der nun hier eine Schweizer Bank managt, verlor ihren Marketingchefposten bei einem hiesigen Milchkonzern, als dieser durch politische Intrigen und Verstrickungen feindlich übernommen wurde und ist Expertin in dieser absurden kleinen Volkswirtschaft. Sie organisiert Mädels-After-Work-Events, und dabei erfuhr ich staunend, dass die anderen Südafrikanerinnen, Britinnen und Belgierinnen am Tisch sich aus dem Internationalen Frauenclub dieser Stadt kennen, der seine Treffen mittwochs vormittags um zehn abhält und dass die Überschrift After Work für unsere Freitagsfrühabendstreffen eigentlich nicht zutrifft, da außer mir keine arbeitet.

Mit offenem Mund hörte ich von Mahjongg- und Bridge- und Yoga- und Krabbelgruppen und vom Ärger mit Hausangestellten und dass das Networking, das im Frauenclub stattfinde, die Karrieren der Gatten immens vorantreibe, letzteres durchaus defensiv vorgebracht. Der Club unternimmt brauseschlürfende Busausflüge zum einzigen echten touristischen Ziel im Land, der magischen Stadt, die schönsten Gegenden kennt er nicht. Am Tisch sassen nette, polyglotte, garnicht doofe Paarunddreißigerinnen, die ihre Jobs in London, München, Kapstadt aufgegeben haben, um in der hässlichsten Stadt auf den Kontinent Gattin und vielleicht noch Einzelkindmutter zu sein, letzteres mithilfe einer Vollzeitbabysitterin, abwechselnd zu Kosmetik, Friseur und Pediküre zu gehen und sich einzureden, sie feilten in der internationalen Kochgruppe an der Karriere ihrer Ernährer. Ich wusste ehrlich nicht, dass es solche Lebensentwürfe noch gibt, gut, dass meine Großmutter das nicht mehr erleben muss.
pathologe - 7. Apr, 07:40

Die

gibt es woanders, naemlich hier, ebenfalls. Einmal monatlich treffen sich die (in diesem Falle deutschen) Damen zum "Coffee-Morning" im Ritz, um dort ihre Erlebnisse auszutauschen. Keine arbeitende Expat-Gattin hat da Zeit.

Breathless - 7. Apr, 15:03

Stimmt

diese Marke kennt man überall: "hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau!" Ich weiss nicht, ob es stimmt....ich meine, ich sehe die auch immer parlamentieren über Umweltschutz, und Geld sammeln für "wohltätige Zwecke" ("Wir haben über 143,50 € gesammelt, für Waisenkinder in Somalia".) Ein paar Tage später stehen sie strotzend vor Langeweile in einer Boutique und kaufen irgendeinen Fummel, der über 1000 Euronen kostet. Anschließend brausen sie mit überhöhter Geschwindigkeit ("ich hab ja sooo wenig Zeit) mit ihrem "umweltverträglichen " Porsche Cayenne auf den Parkplatz des Sportvereins, um eine kleine Runde Tennis zu langweilen. Hauptsache gesehen werden. Und ihre Kinder lassen sie von einer Nanny erziehen.(wat blöd)
Ich finde diese Spezies immer weniger witzig, aber dafür absolut assozial.

nachtschwester - 7. Apr, 18:16

Ich kannte diese Marke nur als Klischee, nicht im wahren Leben, nicht in Gestalt von konkreten intelligenten Mädels, die aussehen und sich benehmen wie ich.
Wie kann man von der Kreditkarte des Mannes leben und nie was drauf einzahlen? Mit einer guten Ausbildung und Berufserfahrung, beides hierzulande in allen Branchen dringend gebraucht und mit grenzenloser Anerkennung verbunden, sich nicht nützlich machen? Oder wenigstens was Humanitäres? Oder Straßenköter einsammeln und kastrieren lassen? Sein Leben mit Sinn füllen versuchen?

Breathless - 7. Apr, 18:28

Ich versteh' das auch nicht....ob es einfach nur Faulheit ist oder.... ich habe Kunden in einem Nobelviertel, die rufen mich an, wenn am Sonntag morgen deren Rotznase den PC verwuselt hat, und wenn Du dann zu den Leuten hereinkommst, war natürlich Sonntags die "Zugehfrau" nicht da, und in der Bude sieht es aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Und die Herrin des Hauses fleezt sich auf selbigem herum und tut NIX. Anschließend dann das dicke Ende: es ist nicht genügend Bargeld im Haus um meine Rechnung zu bezahlen...was denk' ich mir da?? Ich glaube, die Leute sind einfach arm an geistiger Nahrung und bei einigen frage ich mich wirklich was die rauchen.
Kruemel (Gast) - 15. Apr, 00:07

Wenn ich das bei Ihnen so lese verwundert es mich ein wenig. So etwas kennt man sonst wirklich nur aus "Hollywood". Oder zumindest ich kenn es nur daher. Ich glaube, ich würde mich in einer solchen Runde nicht wohlfühlen und/oder recht schnell anecken.

Tagesdosis

Es ist, wie es war
Das Telefon auf meinem Schreibtisch, das niemand je...
nachtschwester - 17. Dez, 02:27
Zwei mit einem im Tee
Es entspricht nicht meiner Gewohnheit, mich allein...
nachtschwester - 16. Dez, 23:27
Ich kann nur mutmaßen,...
Ich kann nur mutmaßen, dass das Reiswasser kaliumreich...
nachtschwester - 16. Dez, 23:00
Sich um Kranke, Verletzte...
Sich um Kranke, Verletzte oder anders hilflose Menschen...
Talakallea Thymon - 10. Dez, 11:27
Und was hat es mit dem...
Und was hat es mit dem rätselhaften "Reiswasser"...
Talakallea Thymon - 9. Dez, 10:16
Es ist schön, dass...
Es ist schön, dass es Ihnen besser geht Frau Nachtschwester. Jetzt...
nina (Gast) - 7. Dez, 11:09
es sind immer die schönen...
es sind immer die schönen dinge, die uns passieren...
Breathless - 7. Dez, 07:32
Genau für solche...
Genau für solche Situationen wird Kaliumpermanganat...
nachtschwester - 6. Dez, 15:21

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