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Herbst

Der Marktbesuch am Samstag macht Freude, die Sonne, die Leute anrührend freundlich, Quitten, Kürbis, Granatäpfel, trocken geröstete rote Paprika und schon gepuhlte Walnüsse, keine Aprikosen, Pflaumen und Melonen mehr.

Ich war ein bisschen mit der Kamera unterwegs, allein, weil meine weiblichen Bezugspersonen zu dieser Jahreszeit an den Wochenenden mit Großmüttern und Tanten Ajvar kochen müssen.

Mit sinkenden Temperaturen verkriecht sich die Armut wieder in ihre Bretterverschläge. Weniger Bettelkinder an den Straßenkreuzungen, weniger Menschen sitzen vor dem Markt am Straßenrand, um ohne Standgebühr ein paar Früchte aus ihren Gärten zu verkaufen. Die uralte Frau im schwarz, die seit April vor dem Supermarkt in meiner Straße hockt und aus Plastikeimern Blumen anbietet, erst Flieder, Narzissen, Anemonen, Rosen und nun Dahlien, hat nun eine Wolldecke über den Knien.

Nur ein Stück hinter dem Markt diese Brandruine:

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Die Mauern schíef, der Dachstuhl hängt an ein paar seidenen Fäden. Die Wohnung hinter dem Rolladen ist bewohnt, ein Vorgarten mit Tomaten und Wein gepflegt, ein Kinderfahrrad. Es ist ein langgestrecktes Gebäude, am anderen Ende befindet sich eine Tischlerwerkstatt, davor parkt ein neuerer Lieferwagen, sie wird also betrieben:

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Im Zentrum dieser europäischen Hauptstadt, die die Einheimischen Metropole nennen - in Unkenntnis echter Metropolen, mangels Geld zum Reisen oder mangels Antrieb, sich um Visa zu bemühen, die sie für die Einreise in fast jedes Land der Welt brauchen - finden sich an unbefestigten Wegen viele Behausungen, die in Deutschland nicht als Ställe durchgingen. Bröckelnde Baracken, die vor 45 Jahren als Notunterkünfte fuer Erdbebenopfer aufgestellt wurden, sind bis heute bewohnt.

Weiß jemand, was das ist:

Bild 012

Es sind unklare kugelrunde Früchte von etwa 15cm Durchmesser. Sie liegen im Herbst auch auf völlig baumlosen Flächen herum, sodass sich ihre Herkunft nicht erschließt.

Im Park hat man das Wasser aus den Kanälen wieder abgelassen, nachdem die Parkaufsicht kuerzlich keinen einzigen Fisch von den 2000 finden konnte, die man im Frühjahr in die frisch gefluteten Wasserarme eingesetzt hatte. Sie sollten für biologische Reinigung sorgen, nachdem man die Kanäle im letzten Sommer wegen massiver Verschmutzung trockenlegen musste. Aber was interessieren das Volk saubere Kanaele, wenn man den leeren Kuehlschrank zu Hause leicht im Park voll angeln kann.
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Das Jahr geht zur Neige. Das Schöne ist vorhanden, aber nicht offensichtlich. Mein Arbeitspensum ist inzwischen so absurd, dass die Zeit nicht mehr reicht, danach zu suchen. Noch ein halbes Jahr, sage ich mir.

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