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Seit unserem ersten Zusammentreffen rief mich Herr I. einmal im Monat an, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Mehr konnte er nicht tun, die Angelegenheit lag beim Arbeitsministerium, dann beim Außenministerium, dann wieder beim Arbeitsminiterium, dann beim Innenministerium. Sie stellten immer neue Forderungen - Bonitätsnachweis unserer Institution, mein Vermieter musste bescheinigen, dass die Mietzahlungen regelmässig eintrafen, ich sollte eine Lizenz von der nationalen Pflegekammer erwerben. Das war besonders abwegig, zwar gibt es eine Pflegekammer, aber sie vergibt keine Lizenzen. Keine Pflegekraft im Land hat eine Lizenz, und ich bin noch nicht mal als Pflegekraft tätig, weil ich inzwischen was Vernünftiges studiert habe. Schließlich verschaffte man mir die Mitgliedschaft in der Kammer und das Arbeitsministerium gab sich mit irgendeiner Bescheinigung zufrieden, sodass sich mein Freund I. vor einigen Wochen besonders freudig meldete: er habe alles geregelt, der Beschluss sei da, Arbeitvisum bis - 2013! Fast bis zur Rente! Noch nie hat jemand so lang! Wann komme ich zum Kaffee? Zweite Septemberwoche bin ich in Deutschland, sagte ich, und rief ihn sicherheitshalber vorgestern noch mal an, um mich für gestern anzukündigen. Ich hatte es eilig, hinterher ein Termin in der Charité, und dann fand Herr I. eine Stunde lang meinen Vorgang nicht. Ich brauste sauer und unverrichteter Dinge davon und kam viel zu spät zum Termin nach Mitte, aber schon zwei Stunden später rief Herr I. an, weil er meine Papiere gefunden hatte. Wieder nach Charlottenburg, eine Unterschrift, da, 2013! siehst du? Nein danke, jetzt auch keinen Kaffee mehr, gut, viel Erfolg und grüß mir die Heimat.

Während ich in Kreuzberg auf creezy wartete, las ich mir das lang ersehnte Dokument durch: Bis 2013 gültig ist nur mein Pass. Die Arbeitserlaubnis gilt vom 15.07. bis 15.11.2008. Zwischen Hysterie und echter Erheiterung stellte ich fest, Herr I., Bananenkonsul seiner Bananenrepublik ist nicht kompetent, ein Dokument von einer halben Seite durchzulesen und richtig wiederzugeben. Schön, sagte Frau creezy, dann sehn wir uns ja in zwei Monaten schon wieder.

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