Die Kluft
Ein Angehöriger eines kleinen nationalen KFOR-Kontingents fiel beim Joggen tot um, wurde primär erfolgreich reanimiert, in Prizren vom Sanitaetsdienst der Bundeswehr grundversorgt und über die Grenze zu uns geflogen. Ein halbes Dutzend einheimischer Mitarbeiter berichteten mir heute morgen ungläubig und mit strahlenden Augen, wie der Patient am Wochenende angeliefert wurde: Mit Tubus! Mit Oxylog, und in der Flasche war GENUG SAUERSTOFF! Mit Arterie! Mit ZVK! mit kompletter Dokumentation! samt CT-Befunden von Schädel und Thorax! Mit Labor! Sowas hat man hier noch nie gesehen!
Pfff, na und, normal, was dachtet ihr denn, kriegt euch wieder ein, dachte ich.
Pfff, na und, normal, was dachtet ihr denn, kriegt euch wieder ein, dachte ich.


Ich erinnere mich...
Unsere Klinik ist technisch absolut up to date, das Erstaunen galt eher der Tatsache, dass hier nach Algorithmen und Standards gehandelt wurde und der Patient ohne weitere Diagnostik sofort behandlungsfaehig war. (Wir bekommen sonst rupturierte Aortenaneurysmen oder AMIs spontan atmend mit rosa Braunuele, wenn ueberhaupt, und statt Verlegungsbericht Gekritzel auf Papierhandtuechern. Von der oertlichen Uniklinik.)