Mir geht es mit einem roten Pass mit weissem Kreuz drauf ähnlich wie Remington und Nachtschwester mit ihren allegorisch oder symbolisch verzierten Dokumenten und ich wäre auch noch mit manchem andern Pass eines modern regulierten Kollektivgebildes zwischen 10°W und 20°E, 35°-80°N zufrieden - aus den von Remington genannten Gründen. Allerdings sind es auch ausgerechnet die Bedingungen dieser Gründe des froh Sein Dürfens, welche teilweise unbestreitbare Ursache dafür sind, dass Menschen, die zwischen anderen Längen- und Breitengraden geboren sind, in eben diesen Hinsichten unseres Froh seins zeitlebens vermutlich nicht froh werden können. Und nicht nur das. Die Ursachen der Bedingungen unseres froh Seins beginnen sich in einer Weise zu verändern, die den Fortbestand der Gründe unseres froh Seins - kann man dem vielleicht "fröhnen" (nicht frönen) sagen ? - fragwürdig erscheinen lassen.
Es wäre müssig, für diese Entwicklung Schuldige zu suchen, weil, selbst wenn es möglich und zulässig wäre, welche zu finden, die zweifelsfrei die Hauptschuldigen par Excellence wären (was ein Wahn und Wunschtraum obsessiver Rechthaber und Ankläger ist), deren Aburteilung und Bestrafung rein gar Nichts an der entstandenen Situation ändern würde.
Wir müssen die Einsicht zulassen, dass alles, dessen Gedeihen und Entwicklung von einer bestimmten Konstellation von Mengen und Eigenschaften (Bedingungen) abhängt, durch sein Gedeihen und seine Entwicklung genau all das langsam und stetig verändert (aufbraucht, transformiert), was für sein Dasein und Werden Voraussetzung bildet. Das geht so lang, bis diese Konstellation plötzlich in eine solche umkippt, die dem bisherigen Gedeihen und Wachsen nicht mehr günstig ist (Veränderte Mengenverhältnisse, Dominanz veränderter Eigenschaften).
Es gibt nun aber Zeitgenossen, die von den bisherigen Bedingungen so sehr profitiert haben und immer noch profitieren zu können hoffen, dass ihnen die Einsicht in die Endlichkeit ihrer bevorzugten Situation nicht leicht fällt und die darum die Umstellungen auf zu erwartende Übergänge zu neuen Verhältnissen behindern, verzögern, vereiteln wollen, zum Schaden aller (auch ihrem eigenen), die bisher Grund gehabt haben, froh zu sein (wozu es ja bekanntlich wenig braucht).
Man kann natürlich dankbar sein dafür, dass bis jetzt noch alles gut gelaufen ist - fragen darf man sich allerdings auch, "wem" eigentlich diese Dankbarkeit gelten soll, so es eine Personifizierung günstiger Umstände geben kann. Die veränderten Bedingungen werden denjenigen veränderte Gründe bescheren, froh zu sein, die sich selber neu einzustellen bereit sein werden. Die Übergänge allerdings werden ganz schön anstrengend sein und die Nerven in bisher nicht gekanntem Masse belasten. - Schon wieder kein "lustiger" Text - aber "lebendig" - vielleicht? Denn, was ist schon dran, wenn einen das Leben verbraucht?
Eben war ich noch am Hauptbahnhof, am Sonntag, mit dem Rennrad, immerhin, ein Pfund Kaffee, ein Toastbrot, eimal Salbei-Deo von Weleda, die neue Spex und die neue Road-Bike gekauft. Dachte erst, auch das ist ein guter Grund, den Remington vergessen hat. Als ich aber dann in der neuen Spex das Interview mit Claude Lanzmann über seinen Film "Shoah" las und später auch noch Herrn Nashaupts Text, bemerkte ich, das Sonntags einkaufen eigentlich nichts ist, auf das man stolz sein kann.
Wieder einmal kann man auch hier sich an Herrn Adorno erinnern: "... Es gibt aus der Verstricktheit keinen Ausweg. Das einzige, was sich verantworten läßt, ist, den ideologischen Mißbrauch der eigenen Existenz sich zu versagen und im übrigen privat so bescheiden, unscheinbar und unprätentiös sich zu benehmen, wie es längst nicht mehr die gute Erziehung, wohl aber die Scham darüber gebietet, daß einem in der Hölle noch die Luft zum Atmen bleibt. ..."
Bifocal - Trifocal
Es wäre müssig, für diese Entwicklung Schuldige zu suchen, weil, selbst wenn es möglich und zulässig wäre, welche zu finden, die zweifelsfrei die Hauptschuldigen par Excellence wären (was ein Wahn und Wunschtraum obsessiver Rechthaber und Ankläger ist), deren Aburteilung und Bestrafung rein gar Nichts an der entstandenen Situation ändern würde.
Wir müssen die Einsicht zulassen, dass alles, dessen Gedeihen und Entwicklung von einer bestimmten Konstellation von Mengen und Eigenschaften (Bedingungen) abhängt, durch sein Gedeihen und seine Entwicklung genau all das langsam und stetig verändert (aufbraucht, transformiert), was für sein Dasein und Werden Voraussetzung bildet. Das geht so lang, bis diese Konstellation plötzlich in eine solche umkippt, die dem bisherigen Gedeihen und Wachsen nicht mehr günstig ist (Veränderte Mengenverhältnisse, Dominanz veränderter Eigenschaften).
Es gibt nun aber Zeitgenossen, die von den bisherigen Bedingungen so sehr profitiert haben und immer noch profitieren zu können hoffen, dass ihnen die Einsicht in die Endlichkeit ihrer bevorzugten Situation nicht leicht fällt und die darum die Umstellungen auf zu erwartende Übergänge zu neuen Verhältnissen behindern, verzögern, vereiteln wollen, zum Schaden aller (auch ihrem eigenen), die bisher Grund gehabt haben, froh zu sein (wozu es ja bekanntlich wenig braucht).
Man kann natürlich dankbar sein dafür, dass bis jetzt noch alles gut gelaufen ist - fragen darf man sich allerdings auch, "wem" eigentlich diese Dankbarkeit gelten soll, so es eine Personifizierung günstiger Umstände geben kann. Die veränderten Bedingungen werden denjenigen veränderte Gründe bescheren, froh zu sein, die sich selber neu einzustellen bereit sein werden. Die Übergänge allerdings werden ganz schön anstrengend sein und die Nerven in bisher nicht gekanntem Masse belasten. - Schon wieder kein "lustiger" Text - aber "lebendig" - vielleicht? Denn, was ist schon dran, wenn einen das Leben verbraucht?
Oder Verstricktheit...
Wieder einmal kann man auch hier sich an Herrn Adorno erinnern: "... Es gibt aus der Verstricktheit keinen Ausweg. Das einzige, was sich verantworten läßt, ist, den ideologischen Mißbrauch der eigenen Existenz sich zu versagen und im übrigen privat so bescheiden, unscheinbar und unprätentiös sich zu benehmen, wie es längst nicht mehr die gute Erziehung, wohl aber die Scham darüber gebietet, daß einem in der Hölle noch die Luft zum Atmen bleibt. ..."