Von Kötern, Schlangen und Hyänen
Bitte sehr, Rafael! (für die stark abnehmende Leserschaft erledige ich gerne auch Auftragsarbeiten.)

Die wirklich lustige Heulsuse ist Dschungelkönigin geworden, ich habe das in Ermangelung anderer deutschsprachiger Kanäle verfolgt, wenn ich kein CNN und keine oversexed bulgarischen Musikclips mehr sehen mochte und schon gar nicht Herrn Ahmeti, der gestern im albanischen Fernsehen den ewigen Streit zwischen Griechenland und Mazedonien um die ethnische Zugehörigkeit Alexanders des Großen abschließend zu klären meinte. According to Ahmeti war Alexander Albaner, genauer Illyrer, deren Nachfahren die Albaner gerne wären.
Zwar habe ich genug zu essen, in anderer Hinsicht war das Dschungelcamp aber ein Klacks gegen die Schlangengrube, in die ich mich hier begeben habe, ein Gestrüpp aus Manipulationen und Intrigen zwischen ausnehmend freundlichen und höflichen Mitarbeitern, deren Kultur es nicht vorsieht, miteinander Klartext zu reden. Wenn eine meint, eine andere sei ihr blöd gekommen, listet sie in einem Beschwerdebrief an den Boss hinterrücks erfundene Verfehlungen auf. Der Boss glaubt meistens, was er schwarz auf weiß zu lesen bekommt und schwingt sein Schwert über dem Opfer, dabei zieht im Hintergrund noch sein Karma Strippen an den Ex-Kolleginnen. Nur wenn das Opfer rechtzeitig Wind von der Sache bekommt und seinerseits eine Gegendarstellung mít Zeugenunterschrift aufsetzt, holt er die Kontrahentinnen an einen Tisch und gibt ihnen Gelegenheit, sich gegenseitig zu beschuldigen, sie hat angefangen, nein, sie. Manchmal einigen sie sich dabei auch auf eine bis dahin unbeteiligte Schuldige. So eine unerwartete Beschwerde beim Boss ist für das Opfer mit großem Stress verbunden, und auch alle anderen fürchten sich vor Kollateralschäden, denn der Boss feuert gelegentlich locker aus der Hüfte Leute oder kürzt Gehälter. Konfrontiert dagegen eine die andere von Angesicht zu Angesicht mit tatsächlichen Fehlern, fängt letztere sofort an zu heulen und sucht Verbündete. Die findet sie bei männlichen Ärzten, welche ersterer das Leben fürderhin schwer machen.
So kann ich nicht arbeiten, sagte ich ihm, die müssen lernen, Probleme erst mal auf ihrer eigenen Hierarchieebene zu klären. Lass dich nicht instrumentalisieren für Kindergartenspielchen prämenstrueller untervögelter Kardiologinnen. Stimmt eigentlich, sagte der Boss. Und zwei Tage später rief er die Ambulanzleitung in ihr Diensthandy brüllend aus meinem Reanimationstraining, weil eine Kardiologin, die mir vorher noch freundlich lächelnd das Dienstlaptop für die Fortbildung ausgehändigt hatte, ihn in Deutschland angerufen hatte, um sich über die Abwesenheit besagter Kollegin zu beschweren, die sich dabei nur zwanzig Schritte den Flur entlang aufhielt, nachdem sie selbstverständlich dafür gesorgt hatte, dass die Ambulanz ausreichend besetzt war.
Ich nehme mir vor, wenn mein Tag kommt, lasse ich das genau ein Mal mit mir machen und bevor ich anschließend meine Koffer packe, fließt Blut. Die Klinikpsychologin, an die ich mich gewandt hatte, um sie bei der Gestaltung eines Kommunikations-Communiquées nicht zu übergehen, ist selbst völlig plemplem und nicht zu gebrauchen. Sowas von plemplem.
Freitag fliege ich für eine Woche nach Hause, ich will Kultur, jeden Abend, und ich würde mich sehr über Besuch von Bekannten freuen, die mir geradeaus sagen, was ihnen schon immer an mir stinkt. Ich würde schnurren wie eine Katze.

Die wirklich lustige Heulsuse ist Dschungelkönigin geworden, ich habe das in Ermangelung anderer deutschsprachiger Kanäle verfolgt, wenn ich kein CNN und keine oversexed bulgarischen Musikclips mehr sehen mochte und schon gar nicht Herrn Ahmeti, der gestern im albanischen Fernsehen den ewigen Streit zwischen Griechenland und Mazedonien um die ethnische Zugehörigkeit Alexanders des Großen abschließend zu klären meinte. According to Ahmeti war Alexander Albaner, genauer Illyrer, deren Nachfahren die Albaner gerne wären.
Zwar habe ich genug zu essen, in anderer Hinsicht war das Dschungelcamp aber ein Klacks gegen die Schlangengrube, in die ich mich hier begeben habe, ein Gestrüpp aus Manipulationen und Intrigen zwischen ausnehmend freundlichen und höflichen Mitarbeitern, deren Kultur es nicht vorsieht, miteinander Klartext zu reden. Wenn eine meint, eine andere sei ihr blöd gekommen, listet sie in einem Beschwerdebrief an den Boss hinterrücks erfundene Verfehlungen auf. Der Boss glaubt meistens, was er schwarz auf weiß zu lesen bekommt und schwingt sein Schwert über dem Opfer, dabei zieht im Hintergrund noch sein Karma Strippen an den Ex-Kolleginnen. Nur wenn das Opfer rechtzeitig Wind von der Sache bekommt und seinerseits eine Gegendarstellung mít Zeugenunterschrift aufsetzt, holt er die Kontrahentinnen an einen Tisch und gibt ihnen Gelegenheit, sich gegenseitig zu beschuldigen, sie hat angefangen, nein, sie. Manchmal einigen sie sich dabei auch auf eine bis dahin unbeteiligte Schuldige. So eine unerwartete Beschwerde beim Boss ist für das Opfer mit großem Stress verbunden, und auch alle anderen fürchten sich vor Kollateralschäden, denn der Boss feuert gelegentlich locker aus der Hüfte Leute oder kürzt Gehälter. Konfrontiert dagegen eine die andere von Angesicht zu Angesicht mit tatsächlichen Fehlern, fängt letztere sofort an zu heulen und sucht Verbündete. Die findet sie bei männlichen Ärzten, welche ersterer das Leben fürderhin schwer machen.
So kann ich nicht arbeiten, sagte ich ihm, die müssen lernen, Probleme erst mal auf ihrer eigenen Hierarchieebene zu klären. Lass dich nicht instrumentalisieren für Kindergartenspielchen prämenstrueller untervögelter Kardiologinnen. Stimmt eigentlich, sagte der Boss. Und zwei Tage später rief er die Ambulanzleitung in ihr Diensthandy brüllend aus meinem Reanimationstraining, weil eine Kardiologin, die mir vorher noch freundlich lächelnd das Dienstlaptop für die Fortbildung ausgehändigt hatte, ihn in Deutschland angerufen hatte, um sich über die Abwesenheit besagter Kollegin zu beschweren, die sich dabei nur zwanzig Schritte den Flur entlang aufhielt, nachdem sie selbstverständlich dafür gesorgt hatte, dass die Ambulanz ausreichend besetzt war.
Ich nehme mir vor, wenn mein Tag kommt, lasse ich das genau ein Mal mit mir machen und bevor ich anschließend meine Koffer packe, fließt Blut. Die Klinikpsychologin, an die ich mich gewandt hatte, um sie bei der Gestaltung eines Kommunikations-Communiquées nicht zu übergehen, ist selbst völlig plemplem und nicht zu gebrauchen. Sowas von plemplem.
Freitag fliege ich für eine Woche nach Hause, ich will Kultur, jeden Abend, und ich würde mich sehr über Besuch von Bekannten freuen, die mir geradeaus sagen, was ihnen schon immer an mir stinkt. Ich würde schnurren wie eine Katze.

