Neujahrsgruß

Blogbekannten, denen ich nicht gemailt habe, und den Unbekannten auch, wünsche ich, ein Frohes Fest gehabt zu haben und sende einen verspäteten, aber nichtsdestoweniger inbrünstig herzlichen Neujahresgruß.
Die Verspätung erklärt sich aus intensiver, aber zähflüssiger Beschäftigung mit der Beschaffung eines Arbeitsvisums von einem verschlafenen ketterauchenden mokkatrinkenden fetthaarigen Botschaftsmitarbeiter, der seine eigenen Verfahrensrichtlinien nicht kennt und am Telefon jedem Balkanklischee gerecht wird, vermutlich bin ich ein Präzedenzfall; und mit dem Recherchieren von Luftfrachtbestimmungen und damit, die längst überfälligen Bücher nun aber wirklich zurück in die UB zu bringen und Eltern in Skype zu coachen und nochmal zum Friseur, denn ab Montag gehöre ich dem Boss, zunächst als schwarzarbeitende Gastarbeiterin, sofern ein persönlicher Besuch morgen bei besagtem Herrn in Berlin nicht doch noch Wunder wirkt. Der Boss macht mich verantwortlich für fast alles in seiner Klinik, konzeptionell, didaktisch und qualitätssichernd, ich behalte meinen Wohnsitz in HH und mir vor, eine Woche pro Monat zu Hause zu sein.

Im Zusammenhang mit dem just erfolgten Jahreswechsel ist es mir ein Anliegen, Hamburgern und Hamburgbesuchern, ob durstig oder hungrig oder hungrig nach Nestwärme, dieses entzückende Lokal (Webdesign-Puristen Klappe halten, hier darf man ruhig Mädchen sein) mitten auf dem Kiez ans Herz zu legen, in welchem Herr Nachtschwester und ich zufällig landeten, nachdem das geplante Sylvester-Groß-Event vom einladenden Bekanntenpaar aufgrund exacerbierter unüberbrückbarer interner Differenzen kurzfristig, nämlich am Vormittag des einunddreißigsten abgesagt worden war; die beiden hatten zu diesem Zeitpunkt bereits 200km zwischen sich gebracht.
Ans Herz legen deshalb, weil die Hasenschaukelchefin im Hinterzimmer mit den Plüschsofas mit viel Liebe ein wunderbares, köstliches Sylvesterbuffet aufgefahren hatte, das völlig zu Unrecht kaum Abnehmer fand, der Hausfrau in der Nachtschwester tat das offenbar zugrundeliegende himmelschreiende Marketingproblem in der Seele weh, und später stellte sich auch der Eindruck ein, dass das sich einstellende Publikum gar nicht recht herpasste. Kann auch an uns gelegen haben, am besten selbst ein Bild machen und mit leerem Magen hingehen.
Ein frohes Restjahr allerseits.

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