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Teufel und Beelzebuben

Der Alte gibt sich erschüttert über meine Kündigung. Aber ihm sei von Anfang an klar gewesen, dass in diesem Pflegeteam kein Raum sei für mich, alles dröge adyname bildungsresistente Personen, die sich gegen Neuerungen sperrten. Schade, schade. Was die Höchstevorgesetzte dazu sage? Sie ist einverstanden, sagte ich. Der Alte will eine Kopie der kopierten Kündigung und meines Antwortschreibens für seine eigenen unergründlichen Zwecke.

Da ich mich der Höchstevorgesetzten in keiner Weise verbunden fühle, brachte ich ihm die beiden Schreiben. Der Alte schnarrte beim Lesen Ha! keine Kultur! Sowas kann man nicht machen! ich muss gleich zu einer Versammlung mit dieser erbärmlichen Person, dabei werde ich das hier dem ärztlichen Direktor vorlegen! So ist meine Kündigung ein Vorwand für den Alten und den Direktor, wieder ein bisschen am Stuhl der Höchstevorgesetzten zu schnitzen.

Der Alte hasst zwei Patientengruppen, Übergewichtige und postoperativ Verwirrte. Alkoholiker auch, aber nur wenn sie weiblich sind. Bei den männlichen Alkoholikern gibt er verständnisvoll den Lebensumständen schuld, und damit meint er deren Frauen. Anders als ich äußert er seine Aversionen grob verbal und wird auch mal tätlich, am liebsten bei den Verwirrten oder denen im Alkoholentzug, da kann man hinterher einfach sagen, was, ich Sie gewürgt? Ich bitte Sie, das muss Ihnen doch selbst absurd vorkommen. Sie haben viel halluziniert in diesem Zeitraum, das ist dokumentiert. Oder: ich musste das tun, ihr Leben hing davon ab.
Der ärztliche Direktor kommuniziert nur mit langjährigen ärztlichen Mitarbeitern und seinen Privatpatienten und schreitet im übrigen grußlos über seine Intensivstation. Manchmal ruft er an, hat den Diensthabenden am Telefon und verlangt den Diensthabenden, weil er den Diensthabenden nicht kennt.

Die beiden Beelzebuben wollen also die Teufelin austreiben. In zehn Jahren werden die liebgewonnenen, tapferen, drögen, adynamen Personen und ich über all das ungläubig lachen.
rattig - 12. Dez, 11:08

Kleiner Trost

Ich bin nicht religiös und ich glaube auch nicht an höhere Gerichtsbarkeit und nach dem Tod ist sowieso alles vorbei. Ich bin auch kein Mediziner, aber ich weiss, daß solche Leute, die an Macciavellismus erkrankt sind, meistens an dem krepieren, was sie verbrochen haben....(Ein Idiot, der blödes denkt...) soll er doch an seiner eigenen Sch..ße ersticken.

Etosha - 12. Dez, 12:31

Sprachloses, ungläubiges Kopfschütteln.

rosmarin - 13. Dez, 11:53

oh mein gott.... was für einen arbeitsplatz hast du da verlassen...

HiG - 15. Dez, 11:28

Freunde, verfluchen wir nicht das Leben...

Im Intensivbereich gibt es von allem ein bisschen mehr. Man könnte auch Worte von Nietzsche abwandeln: die Geburt des Krankenhauses aus dem Geiste des Gefängnisses. Aber:

„...In einer komplizierten und immer noch anhaltenden Geschichte der Transformation von Einrichtungen zur Unterscheidung der eigenen Leute von den Fremden und der Lebenden von den Toten in Einrichtungen, die sich der Wiedererlangung von Gesundheit verschrieben haben, war und ist das Krankenhaus immer auch eine Einrichtung zur zunächst religiösen, dann polizeilichen, schließlich medizinischen (und vielleicht eines Tages genetischen) Vernichtung, Vertilgung und Aneignung des Gefährlichen und Bedrohlichen sowie eine Einrichtung zur Entwicklung und Erprobung des klinischen Blicks zur Unterscheidung und Klassifizierung und damit auch zur Produktion und Konstruktion dieses Gefährlichen und Bedrohlichen. [...] Und so sehr man es sich mittlerweile angewöhnt hat, diese positive Funktion des Krankenhauses auf ihre negativen Begleiterscheinungen hin zu beobachten, auf Phänomene des Hospitalismus, der Iatrogenese, der Präferenz der Nachschubsicherung vor "wirklicher" Heilung, der Bürokratisierung, Formalisierung, Hierarchisierung und Technisierung, der Kostenexplosion und nicht zuletzt der Fehleranfälligkeit, so sehr steht bis heute außer Frage, dass die Konflikte zwischen menschlichem Ehrgeiz und menschlichem Versagen im Umgang mit der Krankheit, dem Sterben und dem Tod eher im Krankenhaus als außerhalb auszutragen sind und dass es eher darum geht, das Krankenhaus weiterzuentwickeln als nach Alternativen zu ihm zu suchen. ...“

Dirk Baecker, Zur Krankenbehandlung ins Krankenhaus


Ti supplico, ah, ti supplico : non voler morire.
Sono qui, solo, con te, in un futuro aprile... PPP

Tagesdosis

Es ist, wie es war
Das Telefon auf meinem Schreibtisch, das niemand je...
nachtschwester - 17. Dez, 02:27
Zwei mit einem im Tee
Es entspricht nicht meiner Gewohnheit, mich allein...
nachtschwester - 16. Dez, 23:27
Ich kann nur mutmaßen,...
Ich kann nur mutmaßen, dass das Reiswasser kaliumreich...
nachtschwester - 16. Dez, 23:00
Sich um Kranke, Verletzte...
Sich um Kranke, Verletzte oder anders hilflose Menschen...
Talakallea Thymon - 10. Dez, 11:27
Und was hat es mit dem...
Und was hat es mit dem rätselhaften "Reiswasser"...
Talakallea Thymon - 9. Dez, 10:16
Es ist schön, dass...
Es ist schön, dass es Ihnen besser geht Frau Nachtschwester. Jetzt...
nina (Gast) - 7. Dez, 11:09
es sind immer die schönen...
es sind immer die schönen dinge, die uns passieren...
Breathless - 7. Dez, 07:32
Genau für solche...
Genau für solche Situationen wird Kaliumpermanganat...
nachtschwester - 6. Dez, 15:21

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