Der Innenminister und der Planet Liebe

Dass sein Denken für das Gros seiner Untertanen nicht nachvollziehbar ist, mag von der singulären Erfahrung eines unvermittelt zerschossenen Brustwirbels herrühren, anders ist das alles kaum zu erklären. Der Attentäter hat sich entschuldigt und ist seit einer Weile wieder frei. Bei allem Respekt für persönliche Tragik sehe ich aber nicht, wieso ich mich aus Tornados und Fenneks heraus fotografieren und bis an mein Ende in düsteren Archiven speichern lassen sollte, sollte ich tatsächlich einmal friedlich Transparente schwenkend durch die Straßen ziehen, denn so weit ins Wesensfremde treibt es mich womöglich bald in dieser Angelegenheit. Oder mich etwa stasimäßig vom Nachbarn, der sich vielleicht darüber ärgert, dass ich auf dem Gehweg parke, anonym wegen fiktiver Wirtschaftsdelikte denunzieren lassen können sollte; letzteres hat zwar nichts mit Terrorismus zu tun, aber auch nicht mit Rechtsstaatlichkeit.

Hier noch mal eine Übersicht über die freien, aber irren Gedanken Herrn Schäubles. Bevor der Spaß ganz aufhört, lesen Sie hierzu auch das hier.

Nachdem ich seit Jahren das Demokratieversagen in den USA nicht begreife - wo ist die Opposition? Wo das Volk? Ganz Osteuropa hat seine kommunistischen Diktaturen wegdemonstriert, wieso kriegen die Amerikaner keine Massenproteste hin? - habe ich heute erstmals meinen zuständigen Volksvertreter kontaktiert: Bitte sich dringend von den Ideen des Innenministers distanzieren und seine Parteikollegen auffordern, das gleiche zu tun. Seinen zuständigen Volksvertreter findet man hier. Tun Sie´s auch, man fühlt sich besser.

Außerdem lasse ich die Nachtschwester neuerdings von Überwach auf Überwacher überwachen. Hier werden Zugriffe von IPs unserer Regierungsstellen auf Blogs und Foren sichtbar gemacht. Das bringt natürlich weniger "verdeckte Ermittlungen" ans Tageslicht als sympathisches Blog- und Dating-Surfen unserer Regierungsbeamten zu Kaffee und Käsebrötchen während der Bürozeiten, es sind halt auch nur Menschen wie du und ich. Man beachte die zahlreichen Kontakte der "Bundesregierung" mit planet-liebe.de, daneben mit manchem Blognachbarn.

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Überwach ist eine fabelhafte Aktion von dataloo (via BaziND).
neo-bazi - 12. Jul, 05:30

Ausgezeichnet. Wir sollten wenigstens Zeichen setzen. Die neue Warnlampe steht dir gut :-)

blue sky - 12. Jul, 10:40

Verzeihung, das ist kindisch. Weder ist es irgendwie überzeugend, dass eine öffentliche Protokollierung von Webseitenzugriffen (und das auch nur für Benutzer, die das nicht über ihren Browser blockieren) ein Protest gegen Überwachung sein soll, noch trifft es vermutlich auch nur einen Richtigen. Ich kenne z. B. einen Blogger und ganz normalen Mitarbeiter einer Behörde (nix "Regierungsbeamter"), aus dessen Zugriffen "Überwach" immer großspurig "Staatsregierung Bayern hatte Kontakt" macht. Das ist lächerlich. Und die, die man eigentlich treffen will, geben doch offen zu, nicht einmal selbst das Internet zu bedienen. Nein, das taugt weder als Kunstaktion, noch erzählt es irgendetwas darüber, wie überwacht wird. Es ist "nänänänänä-nä", Kindergarten.

Wenn die Blogosphäre ihre liebgewonnenen Besuchercounter und -Tracker von ihren Seiten verbannen würde, das wäre mal ein Statement gegen Überwachung. Aber dazu wird es nicht kommen, schließlich ist es ja viel zu spannend, wer in dieser Sekunde aus welchem Dorf mit welcher IP-Adresse, Betriebssystem etc. welche Geschichten liest, nicht wahr?

nachtschwester - 12. Jul, 11:58

Counter sind auf den meisten Seiten gekennzeichnet und ermöglichen dem Leser, IP und Referrer zu maskieren oder sich daran zu stören und die Seite gar nicht mehr zu besuchen. Sie beobachten auch nicht Personen auf ihrem Weg durchs www, sondern eine isolierte Seite, und zwar so, dass ich aus der Zugriffsstatistik niemanden mit Namen und Adresse identifizieren könnte, selbst wenn ich wollte. Ich könnte den Counter rausnehmen, um mir selbst Konsequenz zu beweisen, das hätte freilich null Signalwirkung nach außen.

Die echten "Ermittler" sind anonymisiert unterwegs und werden von "Überwach" nicht erfasst. Das ist doch jedem klar. Überwach protokolliert, mit welchen Banalitäten sich normale "Behördenmitarbeiter" beschäftigen, dienstlich oder nicht. Das ist plakativ und populistisch, nennen Sie es kindisch, wenn Sie wollen, trifft das auf jede Protestaktion zu.
blue sky - 12. Jul, 12:11

Wenige Besucher (vielleicht abgesehen von denen, die selbst bloggen) wissen, was diese Tracker alles ausspucken, noch weniger haben einen passenden Browser oder wissen, wie sie sich davor verstecken können.

Mit ein klein wenig Beobachtung liefert mir der Tracker, von welcher Seite jemand hergeklickt hat, welche Seiten in welcher Frequenz und Reihenfolge er bei mir aufsucht, wohin er weiter klickt, bei welcher Firma er arbeitet, wo er wohnt (auf wenige Kilometer) - ganz besonders bei Lesern, die auch kommentieren (womit der zeitliche Zusammenhang seines Besuchs gegeben ist), kann man ganz schnell viel Wissen anhäufen. Sicher ist das nur lokal. Aber um nochmal zu überspitzen: Wenn ich gegen Überwachungskameras bin, montiere ich mir auch keine im eigenen Vorgarten, und sei sie auch klein und das Bild unscharf. Dafür spielt es doch überhaupt keine Rolle, ob andere das mitbekommen oder nicht.
nachtschwester - 12. Jul, 12:37

Es gibt noch die berechtigte Variante, grundsätzlich nichts gegen Kameras einzuwenden zu haben, aber sehr wohl dagegen, ohne Wissen und Einverständnis gefilmt zu werden. Ich kann auf Hochzeiten in den Camcorder lächeln und andererseits den anzeigen, der mich heimlich filmt und damit meine Persönlichkeitsrechte verletzt. Ich kann einerseits auf Blogs den Counterbutton nickend zur Kenntnis nehmen, weil ich voraussetze, dass der andere Blogger mit den Daten nichts Übleres vorhat als ich selbst, und andererseits gegen die heimliche Kontrolle meiner Surfgewohnheiten durch BKA/LKA/BND oder wen auch immer protestieren. Das ist kein Widerspruch. Es sind meine Daten, ich muss bestimmen können, was damit geschieht.
blue sky - 12. Jul, 13:42

(Eben diesen Punkt des Wissens und Einverständnisses sehe ich bei den meisten als nicht unbedingt gegeben. Aber gut.)

Für mich liegt der Knackpunkt der ganzen Debatte darin, warum man eigentlich ständig selbst darauf zu achten hat, ob man beobachtet wird oder nicht. Warum nicht freiwillig darauf verzichtet wird, Informationen zu erheben/speichern, weil sie einen schlicht nichts angehen. Weil sie den Beobachteten in seiner Freiheit einschränken, da er der Beobachtung nur durch vorbeugende Verhaltensänderung entgehen kann. Hier greift in meinen Augen der gleiche Mechanismus, egal ob es um einen popeligen Webseitentracker geht oder um die flächendeckende Vorratsdatenspeicherung: Es werden Daten erhoben nur aus einem Grunde: weil man es kann.

Der allgemein grassierende Sicherheitswahn lässt sich aber nicht durch Rückzugsgefechte entlang bereits zur Gewohnheit gewordener Maßnahmen bekämpfen, sondern nur durch ein positives Weltbild, das souverän darauf verzichtet, alles zu überwachen, was geht, das zeigt, dass Vertrauen in die Gesellschaft wichtiger ist als totaler Überblick und vermeintliche Sicherheit durch massenhaft verdachtsunabhängig und zweckunbestimmt eingesetzte Instrumente, mit denen sie durchleuchtet wird. Ob heimlich oder offen.

(Sorry, bei dem Thema werde ich immer leidenschaftlich.)
nachtschwester - 12. Jul, 23:38

Schon recht. Aber im letzten Absatz bewegen sie sich hart in Richtung Utopie. Vertrauen auf die Gesellschaft lässt sich ja paranoiden Entscheidern nicht verordnen, da muss der Einzelne eben selber schauen, ob und wie er sich schützen kann oder will.

Es schützt mich nicht gegen verdeckte staatliche Überwachung, auf meinem privaten Weblog einen für jeden sichtbaren Tracker zu entfernen, der zur Ermittlung oder Verfolgung von Identitäten gar nicht taugt und dem man sich mit einem Minimum an KnowHow leicht entziehen kann. Klar ist der Tracker hier entbehrlich, aber das ist doch eine andere Kategorie als Bundestrojaner und Voratsdatensspeicherung!

Auf verdachtsunabhängige und zweckunbestimmte Überwachungsinstrumente ganz zu verzichten, hieße, sie auch aus Bereichen zu entfernen, in denen sie sich bewährt haben - Kameras an Tankstellen und an Bankautomaten, Zollkontrollen an den EU-Außengrenzen. Was wäre mit der Webseitenanalyse kommerzieller Seiten? Nehmen wir an, ich lebte davon, auf der Nachtschwester Rasenmäher zu verkaufen - ohne Trackdaten kein Marketingplan. Die Grenzen zwischen gerechtfertigt zweckmäßigen Maßnahmen und einer Überwachung, weil sie eben möglich ist, sind doch längst verwischt.

Man darf natürlich nicht alles überwachen, weil man es kann. Es bringt auch nichts. "Überwach" ist deshalb eine gute Aktion, weil sie die Internetüberwachung ad absurdum führt. Da werden mehrere hundert Behörden-IPs protokolliert, und was kommt dabei heraus? Nichts von Bedeutung. Beamte lesen Blogs und Sexforen. Ich finde das großartig.
blue sky - 13. Jul, 08:26

(Okay, wir wissen also jetzt, dass Beamte auch nur Internetuser wie du und ich sind.)

Natürlich kann ich paranoiden Entscheidern nichts verordnen. Aber man muss ihnen etwas entgegen setzen. Das Grundproblem ist ein weltanschauliches: Es gebe keinen höheren Wert als "Sicherheit", folgerichtig sei Misstrauen und vorsorgliche Freiheitseinschränkung gegen alles und jeden gerechtfertigt. Das gilt es zu bekämpfen, aber das geht nun mal nicht auf einem Argumentationsterrain, was auf eben dieser Weltanschauung aufgebaut ist, sondern nur, indem wir ein anderes Weltbild entgegen setzen. Wenn das schon Utopie sein soll, traurig, aber meinetwegen.

Lösen wir uns endlich aus der Schockstarre, mit der wir seit Jahren auf Nachrichten von Selbstmordattentätern, Kinderschändern und anderen Kriminellen blicken und in der wir uns freiwillig von den Sicherheitsfanatikern weiter in die eigene Freiheit schneiden lassen. Hören wir auf, präventiv Daten von 82 Millionen zu sammeln und zu speichern, nur weil ein Millionstel von ihnen möglicherweise in seinem wirren Hirn plant, sich mit einer präparierten Gasflasche in einen Zug zu setzen. Hören wir auf, unsere Kinder Tag und Nacht einzusperren und lückenlos zu überwachen, aus Angst, irgendein perverses Schwein könnte sich eines Tages an ihnen vergreifen oder sie könnten beim Spielen in einem See ertrinken. (Und man womöglich auch noch uns dafür verantwortlich machen.) Hören wir selber auf, bei jedem Unglücks- oder Verbrechensfall nach Schuldigen anderswo zu suchen, die vielleicht irgendeine abstrakte Aufsichtspflicht verletzt haben könnten. Denn das ist auch ein Grund, warum Sicherheitsverantwortliche kein Maß mehr finden: Die Angst, für etwas verantwortlich gemacht zu werden, das außerhalb ihrer Kontrolle liegt.

Wir akzeptieren (zwar mit Schmerz, aber offenen Auges), dass jährlich 6000 Menschen in Deutschland einem Verkehrsunfall zum Opfer fallen, die Abertausenden Verletzten nicht gezählt. Warum? Weil wir die Freiheit, uns jederzeit in ein Auto setzen zu können und uns damit frei zu bewegen, höher schätzen. Genauso souverän müssen wir auch im Verhältnis zu Kriminalität und Terrorismus werden. Wir müssen sagen: Es wird Opfer geben, und vielleicht hätte man einige verhindern können, indem man noch mehr präventiv überwacht und kontrolliert und inhaftiert hätte. Aber die Freiheit, unbeobachtet und unbehelligt kommunizieren und selbstbestimmt sein Leben nach seiner Vorstellung leben zu können, nicht aufgrund von reinen Mutmaßungen dauerhaft inhaftiert (oder gar getötet) zu werden, ist uns wichtiger und mehr wert, als im vermeintlich sicheren Käfig zu sitzen und uns von Wärtern kommandieren zu lassen, nur weil das Leben da draußen Gefahren birgt.

Mir geht es nicht um die völlige Abschaffung von Überwachung und Kontrolle, das wäre ja Unsinn. An Geldautomaten, Flughäfen etc. haben sie ihre völlige Berechtigung. (Um die Analogie nochmal hervorzukramen: Gurtpflicht und das 50kmh-Limit in der Stadt will ja auch keiner ernsthaft abschaffen, und dass man versucht, die Zahl der Verkehrsopfer noch weiter zu senken, ist ja gut und vernünftig.) Aber ich möchte Überwachung eben nur dort, wo sie zwingend nötig und ihrer Wirksamkeit bewiesen und derart groß ist, dass sie die negativen Auswirkungen auf die anderen 99,99% oder mehr Menschen tatsächlich rechtfertigt. Ohne dabei Menschenwürde und Rechtsstaatprinzip verletzen zu müssen.

Und nochmal zurück zu den Trackern, bevor mein Kommentar längenmäßig völlig ausufert: Wie ich oben schrieb, bin ich überzeugt davon, dass wir auf Dauer nur mit einem anderen, positiveren Weltbild den Schäubles beikommen können. In diesem Zusammenhang finde ich es durchaus ein überzeugendes Statement, seinen Lesern sagen zu können: Seht her, ich schreibe was für euch in dieses Blog - bedient euch, kommentiert wenn ihr wollt, hier ist der Schlüssel, fühlt euch wie zuhause. Ob ihr gerade mein Blog von vorne bis hinten lest, ob ihr aus Magdeburg kommt oder Freising, über die Telekom surft oder beim Springerverlag arbeitet, muss ich alles gar nicht wissen.
neo-bazi - 13. Jul, 14:24

Im Grunde sind wir gar nicht so weit auseinander, aber wir benehmen uns hier wie PDS und WASG nach der Vereinigung.

Ich schrieb bereits bei mir in den Kommentaren zu diesem Thema:

Es geht darum, Zeichen zu setzen. Darüber, wie diese Zeichen aussehen sollten, kann man freilich verschiedener Meinung sein.

Das kann sowohl ironisch, satirisch oder korrekt sachlich geschehen. Die schlechteste Art, das zu tun, ist der polemische Stil des Kommentators Chris.

Was sachliche Kritik bewirkt, kann man gut am Blabla der Antworten aus dem Bundestag auf meinen Offenen Brief an die Abgeordneten erkennen: kein Einziger ist auf meine Kritik (Bruch des Fernmeldegeheimnisses) überhaupt eingegangen.


Ihre Haltung in Ehren, Herr blue sky, aber daß wir wirklich etwas erreichen, wenn wir uns so verhalten wie Sie im letzten Absatz empfehlen, bezweifle ich stark.

Weil wir gerade hier sind: In der Dioagnose sind wir uns einig, bei der Basis-Therapie nicht.
blue sky - 13. Jul, 14:51

Ich bin nicht naiv, natürlich bringt das für sich genommen gar nichts. (Mit dem Argument ließe sich übrigens so ziemlich alles abschmettern.) Lediglich konsequent wäre es, würde die Kritik an unnötiger Datenerhebung glaubwürdiger machen und vielleicht den einen oder anderen darauf bringen, dass man Dinge auch anders sehen kann. Nicht mehr und nicht weniger.

(Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Ich möchte außerdem die hiesige Gastfreundschaft nicht überstrapazieren.)
neo-bazi - 13. Jul, 17:13

Ich auch nicht. Und außerdem ist es mir peinlich, das letzte Wort haben zu müssen ;-)
nachtschwester - 13. Jul, 17:28

Mir fällt auch nix mehr ein, habe fertig. Wir sind uns einig bis auf die Frage, ob man gleichzeitig Tracker verwenden und glaubwürdig gegen staatliche präventive Datenerhebung argumentieren kann. Für mich ist das kein Widerspruch, aber das hatten wir oben schon.

Meine Gastfreundschaft ist keineswegs strapaziert, ihr habt hier weder geflegelt noch Porzellan zerbrochen.
neo-bazi - 12. Jul, 13:06

Das ist doch ganz normal, daß man im Alter wieder kindisch wird.
Der junge Mann (der so schön liest!) wird das schon auch noch merken.

Es gibt allerdings einen starrsinnigen älteren Herrn, der das Ganze auf meiner Seite als Firlefanz abtut. Hauptsächlich dagegen wehre ich mich. Wenn schon, ist das Pipifax und kein Firlefanz!

nachtschwester - 12. Jul, 13:29

Sehr schön :-)
Hauptsache, man macht sich mal Gedanken.
blue sky - 12. Jul, 13:45

Das ist doch Schnickschnack, Opa!
Bazifist (anonym) - 12. Jul, 16:34

@ nachtschwester:

Ja, das ist richtig, schöne Frau. Obwohl viele Zeitgenossen lieber irgendwas lesen, damit sie genau das nicht tun müssen ;-)

@ blue sky:

Mit Schnickschnack verhält es sich ähnlich wie mit Firlefanz,
Trotz Ihres schönen Namens verfinstern sich meine Züge und ich rufe Ihnen zu: Wo bleibt die Pietät, junger Mann?
blue sky - 12. Jul, 17:13

Pietät? Ha!
neo-bazi - 12. Jul, 20:00

Henriette (anonym) - 12. Jul, 17:10

Hier in England kommt auf jeden 4. Einwohner one CCTV camera. Weil ich weiss, dass es so ist, ist es very obvious, dass ich nahezu andauernd gefilmt werde, wenn ich mich ausserhalb meines Hauses aufhalte. Do I like the idea? Nein. Hier kann man ohne Vorwarnung unter Terrorverdacht festgenommen werden, quasi on spec. Auch unschön, wenn es einen mal treffen sollte. Aber ich hätte es schon begrüsst, hätte es an der Ecke, an der letztes Jahr unser lieber Freund G. von einem Pärchen völlig grundlos von hinten angegriffen und fast totgeprügelt wurde, eine CCTV camera oder sonstige Aufzeichung gegeben. Manchmal findet man diese Kriminellen dadurch doch. Und ich war durchaus auch nicht böse, als aufgrund von CCTV footage einige terrorists identifiziert werden konnten. Die Eltern von Madeleine McCann wären im Nachhinein bestimmt dankbar, hätte es in ihrem holiday resort eine Aufzeichnung der Entführung ihrer Tochter gegeben – ohne Wissen und vorherige Einwilligung des Entführers. Ich finde es mehr als traurig, dass es soweit gekommen ist. Dass „der Staat“ nun alle Argumente für noch mehr Überwachung in die Hände gespielt bekommt. Aber nun ist der Zustand der Gesellschaft hier und anderswo immerhin unser eigenes Werk, eines, worauf ich zumindest wenig stolz bin.
Und wir sind schon lange überaus transparent. Jede credit card transaction, jede loyalty card, jede online Bestellung, telephone banking etc. gibt doch ein immer detaillierteres Bild unserer Person ab.
Insofern – nein, ich bin nicht froh über die Entwicklung, aber ich kann leider nicht von der Hand weisen, dass ich sie unter anderem als Konsequenz der letzten Jahrzehnte teilweise nachvollziehen kann.

nachtschwester - 12. Jul, 22:02

Dass die Briten diese flächige Kameraüberwachung so hinnehmen, ist schwer zu begreifen. Selbst "nur" zur Verbrechensbekämpfung müssten doch erst mal Zahlen her, die die Wirksamkeit dieser Maßnahmen belegen.
Gerade heute in Time:"`The Brits have got something smart going. They have cameras all over London,´ said U.S. Senator Joe Lieberman. `I think it's just common sense to do that here much more widely.´". Und ein Stück weiter: "So far, the Department of Homeland Security has given states more than $40 million to invest in video security systems. But in March, the Washington metropolitan police department admitted that the dozens of cameras it has had in place since 9/11 have so far netted zero arrests. "
neo-bazi - 13. Jul, 07:20

Im Gegensatz zur Bittersweet Choc, die sich bitter beklagt, sind wir beide von der Bundesregierung (ich natürlich auch von der bayrischen Staatsregierung) gestern bereits überwacht worden, hast du gesehen?

Als nächstes kommt vermutlich jetzt der Vorwurf, wir seien scharf auf Klicks und würden auf diese Art fischen ;-)

Wie mein Sniffer mir meldete, hat mich hier ein neubayerischer
Neobazi schwerwiegend verunglimpft.
So höre, Ungläubiger.
Nicht der Installatöör steigert seine Klickzahlen sondern der Initiator
der Aktion. Jeder Aufruf der Installatööörseite ist ein Seitenaufruf bei
Überwachmal.de
Was ja auch deren Ziel ist.
Aber wem's Spaß macht.....
nachtschwester - 13. Jul, 22:19

Inzwischen hatte sie auch Besuch aus Bayern, 12.35h.
Erstaunlicher ist die "Aktivität der Landesregierung Sachsen-Anhalt" um 19.25h, an einem Freitag!!!

Tagesdosis

Das Radio ist klasse. Alte...
Das Radio ist klasse. Alte Amischlitten gammeln nicht...
nachtschwester - 9. Okt, 21:24
Für den kleineren...
...und die kleinere Wohnung tut's vielleicht auch das...
zonebattler - 8. Okt, 22:34
Wahrscheinlich ein 1960ziger,...
Wahrscheinlich ein 1960ziger, wenn man dieser Seite...
HiG - 8. Okt, 00:26
@ giardino: Stimmt, mit...
@ giardino: Stimmt, mit schiefem Grinsen. @ Wilder...
nachtschwester - 8. Okt, 00:16
Das ist ein Pontiac,...
Das ist ein Pontiac, jedenfalls laut meiner Internet-Recherche....
WilderKaiser - 8. Okt, 00:05
Der Pontiac Catalina....
Der Pontiac Catalina. Ein amerikanischer Patient verriet...
HiG - 7. Okt, 23:56
Oben jedenfalls ist ein...
Oben jedenfalls ist ein Herr mit schicker, roter Brille...
giardino - 7. Okt, 23:56
Die Mission
Der Vater einer geschätzten Mitarbeiterin verstarb...
nachtschwester - 7. Okt, 23:37

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