Heldenhunde

Über die kurvige Schnellstraße längs der Sar Planina, weit ab von der nächsten Siedlung, trollten zwei Welpen. Unser Fahrer, der uns vom Kongress aus Ohrid abholen sollte, hielt an und fing sie ein, damit sie niemand totfährt.



Er wird beide großziehen. Sein alter Hund musste im März eingeschläfert werden. Darüber ist er noch nicht hinweg, denn es war ein besonderer Hund. Ein champagnerfarbener Sarplaninac von dem alten Schlag, der heute sehr selten geworden ist, nachdem ein völkerverwirrter Zuchtstandard lange in eine andere Richtung wies.

"Da ist Sarplaninac drin!" sagte respektvoll, wen immer wir auf dem Rückweg in den Karton in unserem Kofferraum sehen ließen. Wenn sie groß sind, werden sie wie diese Wildhunde aussehen, die M. auf einer seiner Bergtouren bis auf 2700 Meter Höhe gefolgt sind. Der vordere kommt dem Sarplaninac am nächsten.



Die Einheimischen lieben diese archaische Hunderasse, es gibt unzählige Legenden über sie. Der Boss hält einen Rüden in seiner Heimatstadt bei seinen Eltern, er hat Pranken und Mähne wie ein Löwe und ist groß wie ein Bär. Jahrhundertelang wurden sie von den Hirten nur mit Brot, Milch und Käse gefüttert, damit sie niemals einem Schaf etwas zuleide tun. Sie schützen bis heute die Schafherden oben in den Bergen vor Wölfen und Bären, auch wenn es heute in der Gegend viel weniger Schafe gibt. Wenn ein Sarplaninac einen Wolf stellt, kämpft er nur so lange mit ihm, bis der sich nicht mehr verteidigt. Dann nimmt er eine Pranke vom Gegner und beobachtet ihn. Bleibt er am Boden, lässt der Hund auch die zweite Pranke von ihm und trollt sich, ohne den Wolf zu töten, obwohl er es mühelos könnte. Er kennt keine Furcht, auch nicht vor Bären. Die meiste Zeit liegt er träge herum und ist freundlich zu Gott und der Welt, aber das täuscht. Nähert sich ein Mensch, der Übles vorhat - wehe ihm, denn der Hund spürt das genau. Wird ein Schaf von der Herde getrennt, lässt es der Hund nicht allein. Er bleibt tagelang bei ihm und schützt es, bis der Schäfer sie findet. Unvergessen auch der Sarplaninac des Genossen Tito, der einmal eine vom Personal unbemerkte Paketbombe aus dem Haus getragen haben soll. Er ist treu bis in den Tod, immer wieder haben Sarplaninci nach dem Tod ihres Herrn zu fressen aufgehört, bis sie selbst starben. Der Sarplaninac gilt als der bessere Mensch.
Hätte ich ein Haus mit großem Grundstück, hätte ich diesmal auf dem Rückflug einen im Gepäck.
rosmarin - 22. Mai, 00:58

wow... wundervolle legenden.... und eine mir völlig unbekannte rasse :-)

nachtschwester - 22. Mai, 01:24

Ich habe sie bisher auch nur hier gesehen, obwohl Google auch Zuchtverbände in Deutschland und Österreich findet. Es sind mächtige, beeindruckende, schöne Tiere. Für den ersten, der mir begegnet ist, habe ich mit dem Auto auf einer Schnellstraße angehalten und mir den Hals nach ihm verdreht.
Roly (anonym) - 3. Jun, 19:41

Wir sind selbst im Besitz eines solchen Hundes!Er ist jetzt 10 Monate alt ich kann die angaben über Treue und Verhalten nur bestätigen.Wir haben an ihm sehr fiel Freude obwohl es keine Hunderasse für Jedermann ist! ,er benötigt eine sehr konsequente hand,würde ich mich freuen wenn diese Wundervolle und schöne Hunderasse noch mehr Freunde findet.
creezy (anonym) - 22. Mai, 15:45

So eine schöne Heldensaga! Aber eine noch viel schönere Geschichte für die Welpen!

neo-bazi - 22. Mai, 19:55

Ich werde mir diesen Namen merken. Sarplaninac.

sokrates2005 - 23. Mai, 10:57

Edle Ritter ...

hätten sich früher ein Beispiel nehmen können an ihren Sarplaninaci ...

nachtschwester - 4. Jun, 12:52

Noch eine Heldensage aus jüngerer Zeit, auf deren Wahrheitsgehalt man mich auf keinen Fall festnageln möge:
"Die USA-Marines brachen die Haustüren auf und wüteten barbarisch, zerschlugen Möbel, schrien die Bauern an und schlugen sie. Gewohnt an solch rauhe Behandlung durch verschiedene Unterdrücker und Angreifer in ihrer Geschichte wussten sich die Dorfbewohner bald zu helfen. Die Frauen gingen auf die Straße. Bewaffnet mit schweren Holzstöcken gingen sie auf die USA-Marines los, die sich, überrascht durch diese entschlossene Verteidigung in ihre Transporter zurückzogen und Verstärkung anforderten.
Dieses Mal echte Kampfhunde. Die Verstärkung kam in Form eines Rudels blutrünstiger Militärhunde, die schnell per Helikopter in die Bergdörfer geflogen und auf die Frauen losgehetzt wurden.
Die Frauen kämpften gegen diese bösartigen Hunde mit ihren Stöcken, bis ihre eigenen Schäferhunde, die weltberühmten "Sar-Planinac" - 150-Pfünder - zu ihrer Rettung herbeieilten. Mit unerwarteter Wildheit gingen diese serbischen Hunde, die mit Leichtigkeit Wolfsrudel und jeden Bären bewältigen, gegen ihre US-amerikanischen Gegner vor und nach kurzer Zeit war die bellende Brigade des Pentagons erledigt. Keine Überlebenden.
Die Marines der Vereinigten Staaten von Amerika zogen sich fluchtartig zurück von dem Schlachtfeld, das mit den Überresten der Elite des Pentagon übersät war. Die serbischen Dorfhunde liefen zurück zu ihren Schafen und zu ihren gewohnten Pflichten. Die Marines der Vereinigten Staaten von Amerika wurden seitdem nicht mehr gesehen." (hier)

rosmarin - 6. Jun, 22:03

puh......
toni (anonym) - 7. Jun, 13:52

ja,mann sollte davon etwas lehrnen,da diese hunde kein spasti sind.wenn ihre familie in gefahr ist.
Dafür sind sie ja gezüchtet.
übringes bezitze selber ein solche pfundkerl

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nachtschwester - 9. Okt, 21:24
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