Einbrecheranfänger
Der Herr im Haus hatte sich eben zwar halbwegs leise, aber erfolglos mit einer Zange und einem Schraubenzieher an der Wohnungstür der Nachbarwohnung zu schaffen gemacht. Nun steht er auf dem Balkon und erklärt, er werde eine Leiter von Geländer zu Geländer legen (wir befinden uns in immerhin 5 m Höhe), über die solle ich auf den Nachbarbalkon klettern, sie dann hinüberziehen, aufstellen und mich durch das gekippte Oberlicht in die Küche fallen lassen, er passe schließlich nicht durch.
- „Das ist Einbruch, da mach ich nicht mit.“
- „Einbruch ist doch bloß, wenn man was mitnimmt.“
- „Nein, Einbruch ist, wenn man wo einbricht.“ Ich ziehe mich vor den Computer zurück.
Er ist nicht vorbestraft, dies ist eine ganz neue Seite an ihm.
Allerdings ist sein Motiv nicht krimineller Natur: Die Nachbarwohnung in unserem fabelhaft gelegenen Altbau steht leer und wird nächste Woche zwangsversteigert. Herr Nachtschwester hofft, sie billig zu erstehen. Nun steht zwar die Finanzierung schon, aber da die Wohnung Jahrzehnte lang von einem dementen alten Herrn bewohnt war, der nun im Heim ist, gibt es offene Fragen hinsichtlich des Renovierungsaufwandes, und keinen offiziellen Besichtigungstermin.
- „Komm her, sperr mich mal bitte aus“ – ruft der Herr vom Balkon. Aber gern, Tür zu, tschüß. Da wirft er einen Gegenstand an einer Schnur durch das gekippte Oberlicht hinein - den Eiskugellöffel. Der hat einen hohlen Stahlgriff, in den mit etwas Gefummel die Türklinke genau hineinpasst. Nun zieht er an der Strippe, hebt die Klinke und öffnet mit Siegerlächeln die Balkontür.
Bleibt zu klären, wie er auf den anderen Balkon kommt. Die Leiter erwies sich als zu kurz. Morgen will er eine lange Baudiele besorgen. Ich bin gespannt. Auch auf die Reaktionen der anderen Hausbewohner, die sich schon aus geringeren Anlässen gegenseitig angezeigt haben. So eine Aktion kann nicht unbemerkt bleiben. Und wehe, er bricht sich das Genick oder verliert meinen Eiskugellöffel, das gibt Ärger.
- „Das ist Einbruch, da mach ich nicht mit.“
- „Einbruch ist doch bloß, wenn man was mitnimmt.“
- „Nein, Einbruch ist, wenn man wo einbricht.“ Ich ziehe mich vor den Computer zurück.
Er ist nicht vorbestraft, dies ist eine ganz neue Seite an ihm.
Allerdings ist sein Motiv nicht krimineller Natur: Die Nachbarwohnung in unserem fabelhaft gelegenen Altbau steht leer und wird nächste Woche zwangsversteigert. Herr Nachtschwester hofft, sie billig zu erstehen. Nun steht zwar die Finanzierung schon, aber da die Wohnung Jahrzehnte lang von einem dementen alten Herrn bewohnt war, der nun im Heim ist, gibt es offene Fragen hinsichtlich des Renovierungsaufwandes, und keinen offiziellen Besichtigungstermin.
- „Komm her, sperr mich mal bitte aus“ – ruft der Herr vom Balkon. Aber gern, Tür zu, tschüß. Da wirft er einen Gegenstand an einer Schnur durch das gekippte Oberlicht hinein - den Eiskugellöffel. Der hat einen hohlen Stahlgriff, in den mit etwas Gefummel die Türklinke genau hineinpasst. Nun zieht er an der Strippe, hebt die Klinke und öffnet mit Siegerlächeln die Balkontür.
Bleibt zu klären, wie er auf den anderen Balkon kommt. Die Leiter erwies sich als zu kurz. Morgen will er eine lange Baudiele besorgen. Ich bin gespannt. Auch auf die Reaktionen der anderen Hausbewohner, die sich schon aus geringeren Anlässen gegenseitig angezeigt haben. So eine Aktion kann nicht unbemerkt bleiben. Und wehe, er bricht sich das Genick oder verliert meinen Eiskugellöffel, das gibt Ärger.


Au ja ...
Bitte um weitere Berichterstattung.