Nachtschwesters Wahrheiten

Ich wohne im Norden, kann aber jeden süddeutschen Dialekt nachmachen, außerdem sächsisch.
Ich muss mehr verdienen, damit ich wieder mehr reisen kann.
Ich reise nicht gern in Länder, deren Sprache ich nicht spreche. Ich lerne immer weiter Sprachen.
Ich helfe nicht gerne Menschen, die nicht wenigstens versucht haben, sich selbst zu helfen.
Ich habe Jahre auf ein Medizinstudium verwendet, drei davon im Ausland, es dann hingeschmissen und nie bereut.
Ich wollte, ich könnte singen.
Ich liebe Katzen, aber ich habe keine. Ich fühle mich immer noch nicht sesshaft genug.
Damals in Zagreb spielte Radio 101 jede Nacht zum Sendeschluss Harry Dean Stantons Monolog an Nastassja Kinski aus dem Film Paris-Texas, nachdem er sie endlich in der Peepshow gefunden hat. Ich kann heute noch Teile davon auswendig.
Ich komme fast immer ein bisschen zu spät, aber ich habe noch nie einen Schlüssel oder ein Portemonnaie verloren.
Im Portemonnaie trage ich eine Liste mit Kliniken, in die man mich im medizinischen Notfall keinesfalls einliefern soll, eingeschlossen die, in der ich arbeite.
Ich glaube nicht an Organtransplantation.
Ich lebe mit einem Mann zusammen, der während aller meiner Lieblingsfilme zuverlässig einschläft. Andererseits bekommt er an meiner Seite zuverlässig alle Insektenstiche ab.
Telefonmarketingfritzen, die mich zu Hause anrufen, haben keine Nettigkeiten zu erwarten. Ich hasse es auch, in Einkaufsstraßen angesprochen zu werden.
Ich wasche und poliere mein Auto gelegentlich von Hand, messe den Ölstand, kontrolliere Kühlwasser und Bremsflüssigkeit, und ich kann Reifen wechseln. Männliche Autofahrer, die mir dabei Hilfe anbieten, schicke ich zum Teufel. Hinterher, mit schwarzen Fingernägeln und schmutziger Klamotte, ärgere ich mich darüber.
Ich ärgere mich auch, wenn man mir erklärt, was ich schon weiß, weil für mich immer mitschwingt, dass der andere mich für dümmer hält als sich selbst. Das erschwert manches Gespräch mit mir.
Frauen mit haarigen Achseln/Beinen/Bikinizonen sind anders als ich, das ganze Jahr über.
Mit Frauen, deren Lebenskonzept darauf beruht, sich kommod ernähren zu lassen, kann ich nichts anfangen.
Ich habe Sinn für Gerechtigkeit. Ich begegne Anderen unvoreingenommen und mit Respekt, und betrachte lange alle Seiten, bevor ich negativ urteile. Wenn es dann mal jemand mit mir ver
Das gilt nicht für Frauen, deren Kommunikationsverhalten nach dem 12. Lebensjahr noch Kinderstimmchen, Wimperngeklimper und Tränen einbindet. Da höre ich gar nicht erst zu.
Ich habe nach der Pubertät nie wieder Tränen eingesetzt, um etwas zu erreichen.
Ich konnte bis in meine 20er rechts und links nicht sicher unterscheiden. Das führte zum Versagen bei Anatomie-Testaten zu den unpaaren Bauchorganen. Es besserte sich durch tägliches Autofahren mit Anfang zwanzig, aber wenn ich sehr müde bin, lese ich heute noch Uhren seitenverkehrt ab.
Infolgedessen verdient auch mein Orientierungssinn diese Bezeichnung nicht. Ich bin daran gewohnt, nicht zu wissen, wo ich bin.
Ich ekle mich vor Milchprodukten. Ich mag kein Bier. Im Krankenhaus ekelt mich nichts außer Wundmaden, herausgenommenen Glasaugen und Zahnprothesen nach dem Essen.
Ich bin für einheitliche Schulkleidung.
Irgendwann will ich diese Dinge besitzen.

