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Sonntag, 13. Mai 2007

Gipfelstürmer

Es ließ sich ganz ruhig an, das Ziel klar vor Augen:


Aber es war heiß. Und V. ist anämisch. Mit einem Hämoglobin von 9,3g/dl hat man es in der Höhe schwer, das leuchtet doch ein? Da war ich mit 13,4g/dl klar im Vorteil, konditionell sowieso, aber die Schanzenviertel-Fußuniform enttäuschte im Offroad-Einsatz und war trotz immensem Ehrgeiz im Bergsport eher hinderlich.



So waren wir Frauen hinreichend entschuldigt, um immerhin oberhalb der Baumgrenze bei einer Hütte zu rasten. Der Wirt beschallte die Bergwelt mit slawischsprachigen Eurovisions-Titeln, und zwar aus einer Hutablage mit Heckboxen.



Zwei der vier Berghütten in diesem Gebirgszug wurden im Bürgerkrieg schwer beschädigt und sind nicht mehr in Betrieb. So war es bei uns recht voll. Das Publikum bestand aus grillfleischvertilgenden und Rakija-trinkenden harten Kerlen. Bergsteigen ist hier noch echte Männersache. Allerdings waren sie nicht zu Fuß da. Hinter der Hütte standen drei Lada Nivas und ein Traktor mit Anhänger, der uns Stunden später auf dem Abstieg mit 10 Mann auf der Ladefläche überholte. M. zögerte, uns in dieser rustikalen Gesellschaft allein zu lassen, lief dann aber doch los, aufwärts Richtung Grenze zum Kosovo. Nach einem Blick in das Innere der Hütte, wo die Köchin gerade mit einem Schlauch die Bodenloch-WCs ausspritzte, beschloss ich, lieber mitgebrachte Kekse zu essen. Wir suchten uns ein nettes Plätzchen zum Sonnen und für Frauengespräche



und fotografierten die Umwelt.







Vom Singen und Bergsteigen

Ich berichte direkt aus Osteuropa vom Grandprix d´Eurovision de la Chanson. So hieß das nämlich, als Osteuropa noch ordentlich hinter dem eisernen Vorhang verstaut war. Nun dürfen sie mitsingen, und sie meinen es ernst. Seit Donnerstag, dem Tag des Halbfinales, gibt es kein anderes Thema in den Medien, im Alltag, in der Musikauswahl der Radiosender, selbst in der Klinik beschallte uns die Direktion mit Titeln der anderen slawischsprachigen Teilnehmer. Ich war vorhin in der Stadt zum Public Viewing, weil, tja, das kulturelle Angebot lässt schon an normalen Tagen zu wünschen übrig, und heute war gar nichts anderes los. Nicht, dass irgendeiner etwas anderes hätte unternehmen wollen an diesem Samstag abend. Im Laufe der Übertragung erhielt ich aus dem hiesigen Bekanntenkreis mehrere SMS, die mich zu Wetten auf die Platzierung von Weißrussland oder Moldavien aufforderten.
"Der Deutsche ist ein ernsthafter Musiker, der kommt nicht weit", erklärte ich auf Nachfrage. Die Serben gewinnen, das war lange klar. Daran änderten auch Marijas Brille, ihr formloser Anzug und die Orthopädentreter nichts. Die makedonische Karolina ist eine Süße, aber das Lied kein Reißer. Russische Pussycat Dolls, slovenische Heulboje, georgische keine-Ahnung-was-das-sein-sollte, tolle Ungarin und nein, ich fand die Ukrainer nicht superlustig wie das Catterfeldschnuckelchen, das ich eben noch, zurück im Hotel, im NDR-Livestream nicht schnell genug erkannt habe, um es rechtzeitig wegzuklicken. Aus Sympathie für unsere Reinemach-Perle zuhause in Hamburg habe ich für Armenien angerufen und auch für unsern Roger, denn ich habe ein makedonisches Diensthandy, da geht das, und er war ja auch richtig gut. Das fand zu meiner Überraschung auch die Kommentatorin im nationalen Fernsehen: "Phantastisch, das kann man nicht anders sagen!" rief sie, als er fertig war, und nannte ihn den deutschen Sinatra und den besten Sänger überhaupt beim diesjährigen Contest. Genützt hat es ihm nicht. Wem der Siegertitel gefällt: bitteschön, vor mir braucht sich keiner genieren, ich kann alles besorgen, weissu.

Heute waren es über 30°C und 500% Luftfeuchtigkeit. Morgen bin ich mit meiner Freundin V. und ihrem Freund M. zum Bergsteigen verabredet. M. steigt jeden freien Tag auf Berge und macht dabei schöne Fotos. Im Winter trägt er 2,20m lange, 20 Jahre alte Elan-Ski auf drei Kilometer hohe Berge und fährt wieder runter.







Das kann was geben bei der Hitze. Ich glaube, V. und ich hoffen insgeheim beide, dass die jeweils andere unterwegs schlappmacht, sodass wir frauensolidarisch die Beine entspannt in einen Bach hängen und M. alleine hochrennen lassen können. Morgen gibt´s eigene Fotos.

Tagesdosis

Es ist, wie es war
Das Telefon auf meinem Schreibtisch, das niemand je...
nachtschwester - 17. Dez, 02:27
Zwei mit einem im Tee
Es entspricht nicht meiner Gewohnheit, mich allein...
nachtschwester - 16. Dez, 23:27
Ich kann nur mutmaßen,...
Ich kann nur mutmaßen, dass das Reiswasser kaliumreich...
nachtschwester - 16. Dez, 23:00
Sich um Kranke, Verletzte...
Sich um Kranke, Verletzte oder anders hilflose Menschen...
Talakallea Thymon - 10. Dez, 11:27
Und was hat es mit dem...
Und was hat es mit dem rätselhaften "Reiswasser"...
Talakallea Thymon - 9. Dez, 10:16
Es ist schön, dass...
Es ist schön, dass es Ihnen besser geht Frau Nachtschwester. Jetzt...
nina (Gast) - 7. Dez, 11:09
es sind immer die schönen...
es sind immer die schönen dinge, die uns passieren...
Breathless - 7. Dez, 07:32
Genau für solche...
Genau für solche Situationen wird Kaliumpermanganat...
nachtschwester - 6. Dez, 15:21

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