Montag, 29. Januar 2007

Taxiliterat

Ich klopfe stets ans hintere Fenster auf der Beifahrerseite, um den Taxifahrer beim Zeitunglesen oder friedvollen Nasebohren oder im Schlaf nicht zu erschrecken. Schlafende wecke ich nur, wenn keine wachen da sind. Hat er mich wahrgenommen, öffne ich die Tür und frage, ob er frei ist.
Der vorhin legte sein Buch beiseite und starrte mich mit offenem Mund an. "Was sind Sie kultiviert!"
"Na ja, ich muss doch fragen. Vielleicht ist Ihr Buch ja gerade so spannend, dass Sie gar nicht fahren wollen." "Da haben Sie recht. Sie machen das richtig! Freundlichkeit reflektiert Freundlichkeit und pflanzt sich den ganzen Tag von Mensch zu Mensch fort. Genau wie Unfreundlichkeit. Bloß Unfreundlichkeit mit Freundlichkeit zu erwidern, das ist schwer! Ich versuche es jeden Tag mindestens ein oder zwei Mal.", lacht er. Sein Handy klingelt. "...ich fahr bloß kurz zum Aleksandar Palace. Mit dem Buch bin ich heute noch durch... Na das von dieser amerikanischen Professorin, wie man sein Leben in Ordnung bringt, weisst du. Die ist total bekannt in Amerika. Gestern bin ich mit diesem Ritterroman fertiggeworden, jetzt habe ich noch drei zu Hause, eins hab ich schon mal angefangen. Da geht´s um diese Auswanderer. Sie ist Britin und unglücklich verheiratet, aber er lässt sich nicht scheiden. Außerdem ist die in einen Pfarrer verliebt und flieht nach Neuseeland. Das Schiff geht aber unter und....nein, kein Stress, ich muss sie erst in fünf Tagen zurückgeben. Wir sind da, ich muss kassieren, tschüß."
"Viel Spass noch mit ihren Büchern.", sagte ich beim Aussteigen.
"Wissen Sie, bis vor neun Monaten habe ich in meinem ganzen Leben kein einziges Buch gelesen. Dann hat mich meine Frau verlassen und ich wusste nicht, was ich anfangen sollte. Soll ich Ihnen eins empfehlen? Ich habe jetzt schon neunundsiebzig gelesen, da waren richtig gute dabei!" "Danke, ich komme kaum zum Lesen." "Das sollten Sie ändern!", strahlte er und fuhr davon.

Nur kurz

Melde mich wieder vom Balkan, nur ganz kurz. Bin abwechslungshalber mit Malev geflogen und in Budapest am Flughafen unvermittelt auf das Karma mit Kinderwagen getroffen, das dem Boss vorausging. Jemand sollte dem Mädchen dringend beibringen, Guten Tag zu sagen. Sie nahm meine Hand nach gefühlten zehn Sekunden, mit mir zu 90% zugedrehtem Rücken. Ein Mimimum an Sozialisierung stünde langsam mal an, nachdem sie vor mittlerweile einem Jahr in Kreise eingeheiratet hat.

Die Jungs an der Rezeption spuren auch nicht mehr. Meinen Pass wollen sie nicht mehr sehen, kennen sie längst, keiner trägt mehr meinen Koffer hoch.

Ich bin nur deshalb ein vielleicht bisschen bitchy, weil ich gerade mit fabelhaften Mädels Wiedersehen betrinken musste, in deren Stammkneipe, wo ständig nachgeschenkt wird, da kannst du gar nix machen. Fabelhafte, sagte ich. Schöne, kluge, die keinen einheimischen Neandertaler abkriegen, weil sie einfach zu großartig sind. "Wegen Inventur geschlossen", steht quer über ihren Unterbauch, behauptet eine. Das ist gefährlich, weil nach der Inventur kommt gleich der Ausverkauf, fällt mir dazu nur ein, Himmel, was für ein Niveau.

Und weil der Boss mir im Flieger beiläufig einen Arbeitsauftrag erteilt hat, der sich gewaschen hat, neben allen vorab per Mail vereinbarten, während sein Karma das Kind bespaßte, das derweil mich anschäkerte, weil es eben auf blonde Frauen reagiert, sagte der stolze Vater. "Gib ihn doch mal rüber!" - "Nö.", blaffte Karmas schwarzgelockter Hinterkopf.

Mit dem letzten Satz stimmt irgendwas nicht, syntaxmäßig. Muss gleich wieder aufstehen. Keine Ahnung, wieso ich das hier schreibe, Kontrollverlust ist eingetreten, achtet einfach nicht auf mich.

Tagesdosis

Das Radio ist klasse. Alte...
Das Radio ist klasse. Alte Amischlitten gammeln nicht...
nachtschwester - 9. Okt, 21:24
Für den kleineren...
...und die kleinere Wohnung tut's vielleicht auch das...
zonebattler - 8. Okt, 22:34
Wahrscheinlich ein 1960ziger,...
Wahrscheinlich ein 1960ziger, wenn man dieser Seite...
HiG - 8. Okt, 00:26
@ giardino: Stimmt, mit...
@ giardino: Stimmt, mit schiefem Grinsen. @ Wilder...
nachtschwester - 8. Okt, 00:16
Das ist ein Pontiac,...
Das ist ein Pontiac, jedenfalls laut meiner Internet-Recherche....
WilderKaiser - 8. Okt, 00:05
Der Pontiac Catalina....
Der Pontiac Catalina. Ein amerikanischer Patient verriet...
HiG - 7. Okt, 23:56
Oben jedenfalls ist ein...
Oben jedenfalls ist ein Herr mit schicker, roter Brille...
giardino - 7. Okt, 23:56
Die Mission
Der Vater einer geschätzten Mitarbeiterin verstarb...
nachtschwester - 7. Okt, 23:37

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Zuletzt aktualisiert: 9. Okt, 21:24
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