Blogpersönliches
Ein Blogger, den ich gelegentlich gern gelesen habe, hat sich bedauerlicherweise verabschiedet, nachdem gebloggte Interna an Menschen aus seinem realen Umfeld geraten sind, denen dieser Intimitätsgrad nicht zukam. Nun könnte man sich wieder einmal Gedanken darüber machen, wie privat das hier eigentlich sein sollte. Muss man aber nicht, denn eigentlich ist es ganz einfach.
Hier lesen auch zwei, drei wohlgesonnene Nichtblogger mit, Bekannte, Halb-Freunde. Sie halten als Massstab dafür her, wieviel ich dem unbekannten Leser preisgebe, nämlich soviel, wie ich auch diesen Bekannten über Kaffee oder Prosecco oder Glühwein bis ca. 0,8 Promille an Intimität zumuten würde. Keine Informationen über die Stuhlfrequenz, das Sexleben, die Finanzlage, den Status der Beziehung etc..
Dass mein echter Name trotzdem nur ganz wenigen Bloggern der höchsten Vertrauensstufe bekannt ist, hängt allein damit zusammen, dass ein Noch-Arbeitgeber hier nicht gut wegkommt.
Anders als ich anfangs dachte, ist das Bloggen keine rein virtuelle Angelegenheit, die reale Kontakte ausschliesst. In dieser Szene sind so viele kluge, sympathische Leute unterwegs. Es wäre zu dumm, im wahren Leben nicht unbefangen auf Blogger zugehen zu können, für deren Blog-Persona man schon lange Sympathien hegt, weil man sich selbst vorher virtuell nackig ausgezogen hat. Intimitäten liegen deshalb zwar nicht mehr wie früher in der ollen Kladde mit Schloss unter dem Bett, aber doch passwortgeschützt und verschlüsselt im Kellerverlies der Festplatte.
Ich selbst habe auch kein persönliches Interesse mehr an Bloggern, über deren Durchfallerkrankungen, sexuelle Gewohnheiten, Genitalinfektionen oder Furzaromata man sich schon in epischer Breite belesen konnte.
Ich sehe dieses Weblog als einen freundlichen, öffentlichen Raum, wie ein Cafe oder eine Bar. Ein paar nette Bekannte sind immer da, und man weiss nie, wer sich noch dazusetzt. Wenn ich reinkomme, ziehe ich den Mantel aus und mache es mir bequem, darunter bleibt alles an. Ich bohre nicht in der Nase, trinke, ohne zu schlürfen oder zu rülpsen, kratze mich nicht im Schritt und wünsche mir dasselbe von den anderen Gästen, wie im Leben, so in den Blogs.
Hier lesen auch zwei, drei wohlgesonnene Nichtblogger mit, Bekannte, Halb-Freunde. Sie halten als Massstab dafür her, wieviel ich dem unbekannten Leser preisgebe, nämlich soviel, wie ich auch diesen Bekannten über Kaffee oder Prosecco oder Glühwein bis ca. 0,8 Promille an Intimität zumuten würde. Keine Informationen über die Stuhlfrequenz, das Sexleben, die Finanzlage, den Status der Beziehung etc..
Dass mein echter Name trotzdem nur ganz wenigen Bloggern der höchsten Vertrauensstufe bekannt ist, hängt allein damit zusammen, dass ein Noch-Arbeitgeber hier nicht gut wegkommt.
Anders als ich anfangs dachte, ist das Bloggen keine rein virtuelle Angelegenheit, die reale Kontakte ausschliesst. In dieser Szene sind so viele kluge, sympathische Leute unterwegs. Es wäre zu dumm, im wahren Leben nicht unbefangen auf Blogger zugehen zu können, für deren Blog-Persona man schon lange Sympathien hegt, weil man sich selbst vorher virtuell nackig ausgezogen hat. Intimitäten liegen deshalb zwar nicht mehr wie früher in der ollen Kladde mit Schloss unter dem Bett, aber doch passwortgeschützt und verschlüsselt im Kellerverlies der Festplatte.
Ich selbst habe auch kein persönliches Interesse mehr an Bloggern, über deren Durchfallerkrankungen, sexuelle Gewohnheiten, Genitalinfektionen oder Furzaromata man sich schon in epischer Breite belesen konnte.
Ich sehe dieses Weblog als einen freundlichen, öffentlichen Raum, wie ein Cafe oder eine Bar. Ein paar nette Bekannte sind immer da, und man weiss nie, wer sich noch dazusetzt. Wenn ich reinkomme, ziehe ich den Mantel aus und mache es mir bequem, darunter bleibt alles an. Ich bohre nicht in der Nase, trinke, ohne zu schlürfen oder zu rülpsen, kratze mich nicht im Schritt und wünsche mir dasselbe von den anderen Gästen, wie im Leben, so in den Blogs.

