Zwei mit einem im Tee
Es entspricht nicht meiner Gewohnheit, mich allein zu Hause zu betrinken. Ich trank bloß zum entspannten Bloglesen am Abend erst ein, dann noch ein Gläschen von diesem feinen Brombeerwein, den ich vom Obsthof in der Nachbarschaft meiner Eltern im Badischen mitgebracht hatte, und noch ein halbes, da fiel mein Blick auf die fast leere Flasche Mastika im Regal. Makedonischer Anisschnaps, ein Schlückchen nur noch, eins ist keins, der muss weg. Ups, da war aber doch noch ganz schön viel drin, hick.
Der Panzerknacker sah eigentlich aus wie immer, als er später von seinem Herrenabend nach Hause kam, und das löste unkontrollierbares Gelächter bis hin zu Luftnot und Blasenschwäche bei mir aus, nur weil er aussah, wie er eben aussieht. Nüchternen Außenstehenden mag das befremdlich erscheinen, nicht aber Herrn Nachtschwester, der mich gelegentlich schon mal so gesehen haben muss und durchaus Humor besitzt. Er hätte mir auch noch einen eingeschenkt, wäre die Flasche nicht leer gewesen. Das war an sich schon traurig, und dann prangte noch das hier auf dem Bildschirm. "Kuck ma, der hat eine Zagreber Mülltonne auf sein Blog gestellt, und ich weiss auch ungefähr, wo die steht..." Herr Nachtschwester wusste, hier wird gleich geschluchzt, und war voller nützlicher Ideen. "Das nächste Mal auf dem Weg nach Molwanien kannst du doch mit Zwischenstopp über Zagreb buchen lassen, oder selber mit German Wings mal eben für einen Euro... und jetzt googeln wir deine Leute von früher!"
Ich fand unter L.´s Namen eine Zagreber PR-Agentur, das würde passen. Kontaktformular, "Ich kann doch so nicht schreiben, schau mich an!" Herr Nachtschwester, von jeher der aktivere Networker von uns beiden, hatte selber auch schon einen im Tee und tippte forsch an mir vorbei: "Dobre dan lidia da pivo moze moze cevapcici slivowitz, Nachtschwester".
Zu deutsch: Gut tag lidia ja bier geht in ordnung hackfleischbällchen pflaumenschnaps, Nachtschwester. "Siehst du? So einfach ist das." - triumphierte er. Gesendet. Zehn Jahre Funkstille, und dann sowas.
Das war vor einer Woche, sie hat nicht geantwortet. Ich hatte noch nicht den Mut, die gesendete Nachricht noch mal anzusehen. Ich hoffe nur, die Agentur gehört irgendeiner anderen Lidija.
Der Panzerknacker sah eigentlich aus wie immer, als er später von seinem Herrenabend nach Hause kam, und das löste unkontrollierbares Gelächter bis hin zu Luftnot und Blasenschwäche bei mir aus, nur weil er aussah, wie er eben aussieht. Nüchternen Außenstehenden mag das befremdlich erscheinen, nicht aber Herrn Nachtschwester, der mich gelegentlich schon mal so gesehen haben muss und durchaus Humor besitzt. Er hätte mir auch noch einen eingeschenkt, wäre die Flasche nicht leer gewesen. Das war an sich schon traurig, und dann prangte noch das hier auf dem Bildschirm. "Kuck ma, der hat eine Zagreber Mülltonne auf sein Blog gestellt, und ich weiss auch ungefähr, wo die steht..." Herr Nachtschwester wusste, hier wird gleich geschluchzt, und war voller nützlicher Ideen. "Das nächste Mal auf dem Weg nach Molwanien kannst du doch mit Zwischenstopp über Zagreb buchen lassen, oder selber mit German Wings mal eben für einen Euro... und jetzt googeln wir deine Leute von früher!"
Ich fand unter L.´s Namen eine Zagreber PR-Agentur, das würde passen. Kontaktformular, "Ich kann doch so nicht schreiben, schau mich an!" Herr Nachtschwester, von jeher der aktivere Networker von uns beiden, hatte selber auch schon einen im Tee und tippte forsch an mir vorbei: "Dobre dan lidia da pivo moze moze cevapcici slivowitz, Nachtschwester".
Zu deutsch: Gut tag lidia ja bier geht in ordnung hackfleischbällchen pflaumenschnaps, Nachtschwester. "Siehst du? So einfach ist das." - triumphierte er. Gesendet. Zehn Jahre Funkstille, und dann sowas.
Das war vor einer Woche, sie hat nicht geantwortet. Ich hatte noch nicht den Mut, die gesendete Nachricht noch mal anzusehen. Ich hoffe nur, die Agentur gehört irgendeiner anderen Lidija.

