Tag am Fluss
Es gibt ihn schon seit Mai, aber wir haben ihn Freitag erst zufällig entdeckt: Den schönsten Beach Club, Elbeach in Wedel. Der Sand ist hier nicht aufgeschüttet, der Strand echt, und so schön.

Man sitzt man am Strand, unter alten Bäumen um die Feuerschale herum, oder zum Essen auf dem Dach. Allerdings zog Freitag gerade ein Gewitter auf, deshalb fehlen hier schon die Kissen.

Wir saßen unter dem Pfahlhaus und sahen zu, wie die Regenfront die Elbe entlangkam:

Gestern aber schien die Sonne. Wir lagen den halben Tag im Liegestuhl, sprangen ab und zu mal in die Elbe und verschafften uns eine angemessene Einbrennlackierung.

Für das aus Gewissensgründen mitgebrachte Arbeitsrecht-Skript war es entschieden zu heiss.
Und wie ich so um mich herum den gemeinen Norddeutschen bar seiner üblichen Schutzhüllen betrachtete, drängte sich die alte Frage wieder auf: Wieso eigentlich gibt es hier so viele wirklich schöne Frauen, aber nicht einen Mann ohne Bauchansatz und Hüftspeck, die U21er mal außen vor?
Allerdings saßen vor uns drei Vollzeitmütter. Gelegentlich ging mal eine zur Toilette, sonst bewegten sie sich nicht. Sie lasen Eltern und Emotion, sie regten sich auf über schlimme Möchtegern-Pädagoginnen an der Grundschule ihrer Kinder, sie kommandierten ab und an eins herbei: „Paul, komm her, zieh die nasse Badehose aus!“
Neben den Liegestühlen ihre breitgegetretenen Birkenstocklatschen, sie trugen formlose Batikoberteile, die nicht zu geblümten Wickelröcken geschweige denn geschmacklosen Bikinis passten. Schwabbelige weiße Oberarme und Bäuche, untätig-cellulitische Oberschenkel, mit Fug und Recht zur Schau gestellt: Wir bemühen uns gar nicht, wir stehen drüber, wir sind Mütter, wir haben uns selbst rechtmäßig aufgegeben im Dienst an der Gesellschaft, und wir sind stolz darauf!
Mehr Spaß bereitete mir ein großer brauner Hund mit einem Tennisball. Ein Besitzer war nicht zu sehen. Der Hund feierte fünf Stunden lang eine Strandparty, und war noch längst nicht fertig, als wir gingen. Er warf seinen Ball immer anderen Menschen vor die Füße, egal wem, immer wieder, bis sie ihn aufhoben und in den Fluss warfen. Dann galoppierte hinterher, mit wild flatternden Ohren, immer wieder, ein paar hundert mal, mit nicht nachlassender Freude. Schließlich fand er eine Gruppe Kinder, die sich länger mit ihm beschäftigten. Das kleinste Mädchen war kaum größer als der Hund selbst. Sie konnte noch nicht weit werfen, deshalb ging sie mit dem Hund bis zu den Schultern ins Wasser, bevor sie warf. Einmal war der Ball verschwunden und der Hund ganz traurig, da suchte ein Dutzend Menschen den Strand danach ab. Als sich der Strand gegen Abend leerte, begann eine Gruppe Leute, Boule zu spielen. Der Hund rannte begeistert den Kugeln hinterher und stupste sie weiter. Man hielt ihn fern, indem man seinen Tennisball weit in die Elbe warf, spielte quasi an zwei Fronten.
So viel pure, ansteckende Freude!

Man sitzt man am Strand, unter alten Bäumen um die Feuerschale herum, oder zum Essen auf dem Dach. Allerdings zog Freitag gerade ein Gewitter auf, deshalb fehlen hier schon die Kissen.

Wir saßen unter dem Pfahlhaus und sahen zu, wie die Regenfront die Elbe entlangkam:

Gestern aber schien die Sonne. Wir lagen den halben Tag im Liegestuhl, sprangen ab und zu mal in die Elbe und verschafften uns eine angemessene Einbrennlackierung.

Für das aus Gewissensgründen mitgebrachte Arbeitsrecht-Skript war es entschieden zu heiss.
Und wie ich so um mich herum den gemeinen Norddeutschen bar seiner üblichen Schutzhüllen betrachtete, drängte sich die alte Frage wieder auf: Wieso eigentlich gibt es hier so viele wirklich schöne Frauen, aber nicht einen Mann ohne Bauchansatz und Hüftspeck, die U21er mal außen vor?
Allerdings saßen vor uns drei Vollzeitmütter. Gelegentlich ging mal eine zur Toilette, sonst bewegten sie sich nicht. Sie lasen Eltern und Emotion, sie regten sich auf über schlimme Möchtegern-Pädagoginnen an der Grundschule ihrer Kinder, sie kommandierten ab und an eins herbei: „Paul, komm her, zieh die nasse Badehose aus!“
Neben den Liegestühlen ihre breitgegetretenen Birkenstocklatschen, sie trugen formlose Batikoberteile, die nicht zu geblümten Wickelröcken geschweige denn geschmacklosen Bikinis passten. Schwabbelige weiße Oberarme und Bäuche, untätig-cellulitische Oberschenkel, mit Fug und Recht zur Schau gestellt: Wir bemühen uns gar nicht, wir stehen drüber, wir sind Mütter, wir haben uns selbst rechtmäßig aufgegeben im Dienst an der Gesellschaft, und wir sind stolz darauf!
Mehr Spaß bereitete mir ein großer brauner Hund mit einem Tennisball. Ein Besitzer war nicht zu sehen. Der Hund feierte fünf Stunden lang eine Strandparty, und war noch längst nicht fertig, als wir gingen. Er warf seinen Ball immer anderen Menschen vor die Füße, egal wem, immer wieder, bis sie ihn aufhoben und in den Fluss warfen. Dann galoppierte hinterher, mit wild flatternden Ohren, immer wieder, ein paar hundert mal, mit nicht nachlassender Freude. Schließlich fand er eine Gruppe Kinder, die sich länger mit ihm beschäftigten. Das kleinste Mädchen war kaum größer als der Hund selbst. Sie konnte noch nicht weit werfen, deshalb ging sie mit dem Hund bis zu den Schultern ins Wasser, bevor sie warf. Einmal war der Ball verschwunden und der Hund ganz traurig, da suchte ein Dutzend Menschen den Strand danach ab. Als sich der Strand gegen Abend leerte, begann eine Gruppe Leute, Boule zu spielen. Der Hund rannte begeistert den Kugeln hinterher und stupste sie weiter. Man hielt ihn fern, indem man seinen Tennisball weit in die Elbe warf, spielte quasi an zwei Fronten.
So viel pure, ansteckende Freude!

