Montag, 29. Juni 2009

Pendeln

Samstag Lebensraum:

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Gosch

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Sonntag Arbeitsumfeld.

100 0456

Donnerstag, 18. Juni 2009

Was ist ein Leben wert? Hier? Dort?

Gestern in der Notaufnahme der hiesigen Uniklinik ein gewisses lebensrettendes medizinisches Gerät präsentiert. Das steht nicht in meiner Stellenbeschreibung, aber B., Nicht-Medizinerin und Sales-Chefin unserer Tochterfirma, die für uns Medizinprodukte importiert und gleichzeitig landesweit vertreibt, hatte mich um fachliche Unterstützung gebeten und unseren Bioingenieur P. um technische.

Bei der pflegerischen Leitung mit Mokka auf den Chefarzt gewartet, der im OP feststand. Sie erzählte vom Hubschrauber-Rettungsteam, dem sie früher angehört hatte und das leider mit dem Ende des Kommunismus aufgelöst wurde, weil kein Geld mehr da war, und wie schlecht die Notfallversorgung der Landbevölkerung seither ist. Dies ist ein Gebirgsstaat mit in Teilen sehr schlechtem Straßennetz ohne einen einzigen Rettungshubschrauber. Niemand weiß, wohin sie verkauft wurden. Ich erzählte, wie meinem Boss ganz am Anfang, als er internationales Fund-Raising für die Gründung unserer Klinik betrieb, von der Schweiz ein nur 6 Jahre alter Sanitätshubschrauber angeboten worden war, aber das Ministerium die Spende einer fremden Regierung an ein Privatunternehmen nicht genehmigt hatte. Ich sagte, es liegt nicht am Geld. Unsere Klinik lebt und wirtschaftet ausgezeichnet mit dem staatlichen Gesundheitsfonds. Es ist genug Geld im System, aber es werden falsche Prioritäten bedient. Mit dem bisschen, was nach der Korruption übrig bleibt, letzteres sagte ich nicht laut, denn der Chefarzt, auf den wir warteten, ist einer von vielen ehemaligen Gesundheitsministern der jungen Republik, immerhin einer, der nie in Haft war, was andererseits nichts heißen will. Ich sagte, die grundlegende Frage ist, wieviel ist ein Leben wert und ich habe das Gefühl, hier viel weniger als im Westen.

Was mich daran erinnert, wie ich vor einem Jahr zwei Tage lang mein Auto aus Hamburg hierherfuhr und wie mich, schon auf dem Balkan, so eine Zielnäheeuphorie ergriff, nur noch 350km und mir ist gar nichts passiert. Just da stockte der Verkehr. Eine kurvige Straße im Gebirge, strömender Regen, ein fahrerloses Motorrad auf der Gegenfahrbahn. 100 Meter Schritttempo weiter ein alter weiß gestrichener Lada mit einem roten Kreuz am rechten Straßenrand. Darin saßen zwei Sanitäter und hielten Brotzeit und Thermoskaffee. Hinter dem Lada lag der Motorradfahrer im Unterhemd im Regen. Sie hatten ihm seine Trainingsjacke ausgezogen und über den Kopf geworfen. An seinen Fußspitzen rollten ukrainische und türkische Laster vorbei wie an einer tot gefahrenen Katze, bestimmt fuhr auch mal einer drüber. Noch nicht mal ein Warndreieck. Ich hatte nur kurz verdrängt, wo ich war.

Der Chefarzt erschien, ein kleiner, stiller Albaner, und entschuldigte sich für die Wartezeit. Wir gingen in die Behandlungsräume, packten unsere Puppe auf das Gerät auf eine Trage und ich präsentierte vor dem zusammengetrommelten Personal. Der Chef stellte die richtigen Fragen und tolerierte die dämlichen aus seinem Team mit väterlicher Milde. Er will kaufen. Als leitender Arzt der Uniklinik, dessen Kollegen sich sonst durch großes Ego und ebensolche kriminelle Energie bei minimaler Sachkompetenz auszeichnen, eine Präsentation von uns privaten Emporkömmlingen anzufordern, bedeutet, Nichtwissen einzugestehen, und kaufen wollen Nichthaben, ohne Aussicht auf persönlichen Profit zum Patientenwohl. Eine schöne Überraschung.

Hinterher saßen wir zufrieden zu dritt auf einer Bank in der Sonne und warteten auf unseren Fahrer. Ein kleiner Park auf dem Gelände der Uniklinik, ein Springbrunnen in einem Becken voller Müll. Plötzlich Lärm von zwei Bänken weiter. Eine Frau saß auf dem Asphalt, ein Mann stützte ihren Oberkörper, es ging ihr nicht gut. Menschen rannten zwischen dem Brunnenbecken und der Frau auf dem Boden hin und her und begossen sie mit dem dreckigen Wasser. Ich hatte ein neues weißes Kleid an und blieb erst mal sitzen. Dies ist die Uniklinik mittags halb eins, überall Ärzte auf dem Weg zur Cafeteria. Eine junge Frau in der Nähe der Kollabierten fing an zu toben und zu kreischen, Mama, Mama, und rannte zum Wasserbecken. Drei weitere Personen hielten sie davon ab, sich hineinzustürzen. Vielleicht doch was Ernstes. Ich lief zu der kollaptischen Frau auf dem Boden. Zyanose, Schnappatmung, kein Puls, quasitot. Der Mann wollte ihren Oberkörper nicht loslassen. Wenn überhaupt, die Beine hoch! brüllte ich ihn an und musste handgreiflich werden. Er trollte sich, ich begann mit Thoraxkompressionen und brüllte die Wasserträger an, sie sollten mit dem Geschütte aufhören und in die Notaufnahme laufen und Hilfe holen. Niemand rührte sich. Indessen kümmerten sich drei Menschen um die hysterische Tochter. P. lief los. Auf dem Treppenabsatz vor dem Eingang der medizinischen Klinik, nur 100 Meter entfernt, leicht erhöht über dem Park, ein paar Weißkittel, die in ihrer Zigarettenpause gelangweilt die Szenerie beobachteten. B. schleppte unser Autopulse an, aber noch bevor sie es auspacken konnte ein Röcheln, dann Grunzen, Grimassieren, eine Handbewegung, ein Carotispuls, Augenöffnen. Aufhören jetzt mit dem Wasserquatsch! Von irgendwoher brachten zwei Klinikmitarbeiter mit ansonsten leeren Händen eine Trage. Kein Sauerstoff, keine Notfalltasche. Sie zerrten die Frau auf die Trage und karrten sie irgendwo hin.

Als uns unser Fahrer eine Viertelstunde später abholen kam, wir hatten eben aufgehört, die Köpfe zu schütteln, da sagte B. im Auto, noch auf dem Campus, schaut mal, da ist sie. Die eben noch synkopische Frau hing halb über ihrer Tochter und wurde von ihr zu Fuß vom Gelände geschleift. Man hat sie in der Notaufnahme noch nicht mal aufgenommen, kein EKG, kein Labor, keine Infusion, nichts. Ich weiß nicht mehr, was die mit dem Autopulse wollen. Vielleicht nur angeben.

Heute in der Bewerbung einer 24jährigen Krankenschwester gelesen: "Ich will der Allgemeinheit von Nutzen sein. Das kann ich nur bei Ihnen."

Samstag, 6. Juni 2009

Drunk Blogging

Nach dem Freitagsritual mit tollen, tollen Mädels in der fabelhaften neuen Weinbar in der Altstadt mit eigentlich zuviel Promille im Auto, aber hier ist kein Rechtsstaat, manchmal ist das gut, falls mich die Polizei anhält, klimpere ich mit Wimpern und sage, ich arbeite für Dr. Boss, mich leicht und frei und reich gefühlt. Die Geschichte mit dem Boss und der Weinprobe fiel mir ein. Wie ein Weingut an ihn herangetreten ist, weil man einem Wein einen Namen geben wollte, den der Boss für unsere Klinik hat schützen lassen, und der Boss sagte, da muss ich erstmal zur Weinprobe kommen. Gern, sagten die, was immer Sie möchten, unser Keller steht ihnen zur Verfügung. Und der Boss sagte, nein, ich probiere nur eine Sorte. Ich komme mit meinem Bruder, und wir trinken zu zweit eine Flasche und unterhalten uns über alles mögliche. Wir machen die nächste Flasche auf und dann die nächste und sehen, wohin das Gespräch führt. Kindheit, Frauen, diskutieren wir über Politik, philosophieren wir, fangen wir an zu singen, singen wir fröhliche oder traurige Lieder, oder macht uns der Wein aggressiv und wir fangen an zu streiten? Wir trinken die halbe Nacht, morgens stehen wir früh auf und gehen joggen. Waren die Gespräche gut und schmerzt der Kopf nicht, taugt der Wein etwas. Dann verabreden wir uns für die nächste Sorte. So geht Weinprobe.

Wir hatten guten Wein, Glückswein, es war warm, die Band spielte Jazz, was ein Glück, dass wir uns gefunden haben in dieser absurden Republik, dass wir uns gegenseitig klug und witzig und liebenswert finden, wie gut alles passt, wir haben fabelhafte Jobs, wir schaffen Jobs, wären wir in London oder New York geblieben, wir hätten alles verloren, sagen sie, und uns nie kennengelernt. Wie gut wir leben und wie abwegig das eigentlich ist, in diesem bettelarmen Land, von dem zu Hause kein Mensch je gehört hat. Herr Nachtschwester verliert in Deutschland gerade seinen Job, kann er ja herkommen. Morgen früh fahre ich ans Meer, es wird sonnig, dem steht überhaupt nichts im Wege, wenn der Kopf nicht schmerzt.

Dienstag, 2. Juni 2009

Regierungskanal

Ich sitze mit offenem Mund vor dem Fernsehkanal der Regierungspartei, Fascho TV, dessen ewiges Thema das Formen und Festigen einer nationalen Identität ist, die so gerne in der Antike wurzeln würde, denn seither ist nichts mehr von Bedeutung passiert, kulturell, wirtschaftlich oder sonstwie. Daran sind 500 Jahre Türkenherrschaft schuld und danach der Kommunismus, wobei, im Kommunismus war nicht alles schlecht. Das Verwurzeln in der Antike scheitert daran, das man kein Geld für Archäologie hat. Hätte man Geld, man könnte egal wo graben und fände überall Kunstschätze, die die historische Bedeutung der Nation für die Entwicklung der zivilisierten Welt einwandfrei und rechtmäßig in das Bewusstsein der Weltbevölkerung einzementieren würde. Tatsächlich hat ein verschwindend geringer Anteil der Weltbevölkerung je von dieser Republik gehört, das ist bekannt und ungerecht, bloß weil man arm ist. Die Amerikaner machen es auch nicht besser. Sie haben ihre neue Botschaftsfestung ausgerechnet auf den Hügel gebaut, den man für historisch besonders bedeutsam und kunstschatzreich hält. Die Regierung musste den Hügel hergeben, weil man arm ist und in die NATO wollte, wer weiß, wie viele Goldmasken die Amerikaner beim Baggern gefunden haben und nicht herausgeben. Man kann keinem trauen, man würde es selbst nicht anders machen, man ist arm.

Da man nun keine Beweise ausgraben kann, die Relevanz dieser Nation also verschüttet bleibt, kann man kaum anders, als sich tatenlos dem enormen kollektiven Minderwertigskomplex im Vergleich mit dem Rest der Welt anheim zu geben, mit Rumänien, weil es schon EU-Mitglied ist, mit den Türken, weil sie mit ihren Firmen ins Land kommen und Kraftwerke bauen und den Flughafen ausbauen und lauter Dinge tun, die man aus eigener Wirtschaftskraft nicht bewältigen kann, und am meisten schmerzt der unerreichbare Vergleich mit dem idyllisch verklärten Deutschland, dem Land, in dem Disziplin und Ordnung herrscht, kein Müll auf den Straßen liegt und immer alles in einer Weise funktioniert, die man sich hier gar nicht vorstellen kann.

Fascho TV soll dem Volk in seiner Identitätskrise die Moral stärken, vor einigen Monaten habe ich mich vor Lachen gekrümmt angesichts einer ärmlichen Imitation der schon in Deutschland lustigen "Du bist Deutschland"-Kampagne. Heute abend erklärt ein fetter Hobbyhistoriker und -Politologe, der bei näherem Hinsehen eine Frau ist, als Studiogast dem begeisterten Moderator, überall suchten die Völker nach ihren Wurzeln, ein internationaler Trend, ein menschliches Urbedürfnis, die Russen seien 600 n.Ch. in ihr Territorium eingewandert und fragten sich heute angstvoll, wer waren sie vorher, auch die Deutschen graben überall in ihrem Land, aber die Funde der Ärmsten reichten nie weiter zurück als gelegentlich eine römische Rüstung, nichts älteres Eigenes, bedauernswert. Aber das liege einfach daran, dass die Wiege europäischer Kultur vor der eigenen Haustür liege, im Herzland des Balkans, man wisse es und warte nur auf den Tag, an dem man es dem Rest der Welt beweisen werde. Vertrauen Sie auf unsere Partei.

Sonntag, 31. Mai 2009

Autsch

Heute beim Lesen eines Blogtextes verdutzt gedacht, hab ich das geschrieben, die liest sich ja wie ich, das könnte von mir sein! Einer kommentierte, sie solle diese peinliche pseudopoetische Geschwurbel doch lassen, er schaetze ihr Blog sonst sehr.

Riesensauerei

Ich entschuldige mich für alle gerade so durchs Examen geschrammten, danach freiwillig unbelesen gebliebenen, unreflektierten, unprofessionellen, ausgebrannten und emotional blöden BerufsgenossInnen.

Die gute Nachricht ist, es gibt davon nicht so viele. Die schlechte Nachricht ist, viel mehr davon sind offiziell in Planung.

Das ist ein Schuss nach hinten, der blind auf Quantität zielt im Trugschluss, damit Qualität zu verbessern.
So wird das aber nix.
(Mehr ...)

Montag, 25. Mai 2009

Ein Land durchqueren im zweiten Gang

Kommen Sie nach Budva, essen Sie im Knez. Das Knez ist eine One-Man-Show in der Altstadt, der Herd steht im winzigen Gastraum mit drei Tischen, in der engen Gasse stehen noch mal zwei. Der Chef kocht und bedient. Frische Minze am Salat. Fabelhaft gewürzter Fisch. Groß.

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Ein paar Tage am Meer, war schön, irgendwelchen Postkartentext sich an dieser Stelle bitte selbst denken.

Viel mehr der Rede wert war die Fahrt dorthin. Die Straßen seien gar nicht so schlecht in Albanien, sagen Mitarbeiter, die schon mal zur montenegrinischen Küste durchgefahren sind. Jedenfalls nicht schlechter als im eigenen Land.

Hinterher nachgefragt war immer die Rede von anderen Strecken. Kann sein, dass wir mit einer groben Osteuropakarte, die auf unserer Route nur zwei albanische Ortschaften verzeichnete, ein bisschen naiv an die Sache herangingen, aber wir waren entspannt und ohne Termine und ausnahmsweise bereit, einen Weg als Ziel zu betrachten. Dennoch verblüfft, wie abrupt Straße und 21. Jahrhundert direkt hinter dem Grenzübergang abbrechen, selbst im Verhältnis zum Kosovo, von dessen Grenze hier die Rede ist. Die nächsten Stunden schlingerte ich das Pferdchen auf der teils noch nicht mal geschotterten Piste um Schlaglöcher herum, in denen Kinder schwimmen lernen könnten. Wackelige Holzbrücken. Frauen, die mit Wasserkanistern beladene Maultiere zu uralten Steinhäusern trieben. Bauern, die Wiesen mit der Sense mähten. Kinder, die uns von hohen Heuhaufen aus zuwinkten. Einmannbunker. Winzige Ansiedelungen, in denen uns Bewohner grüßten und Kinder hinterher liefen. Sensationelle Gebirgslandschaften. Das Gefühl großer Fremdheit. Ich weiß nicht viel über dieses Land, mal ein bißchen Kadare gelesen, dann den halben Kanun, dann sowas, die Türken kamen erst später, das ist Skanderbeg zu verdanken, die Italiener waren da, der Süden ist muslimisch, der Norden katholisch, das ist alles. Zu wenig fotografiert.

Bunker

Schließlich, ein Gewitter brach los und es wurde dunkel, nach einer halsbrecherischen Schlitterei eine steile, löcherige, kurvige Schlammpiste Richtung Kukes hinunter, tauchte plötzlich ein brandneues kleines Hotel an der Piste auf. Im Erdgeschoss eine Bar, alle Tische mit Männern besetzt. Stuck und Kitsch, Deckengemälde und Kronleuchter. Etwa wie das Cesar´s Palace in Vegas. Oder das Wüstenzelt aus der unglaublichen und traurigen Geschichte der unschuldigen Erendira und ihrer herzlosen Großmutter, surreal und fantastisch. Die Theke diente auch als Rezeption, ein magerer, beflissen deutsch sprechender Albaner führte uns in den ebenso pompösen Hotelteil und schloß ein Zimmer auf, ließ uns dann sich entschuldigend in Flur stehen, er müsse erst das Aggregat anstellen, es gebe hier kein Stromnetz. Erschien wieder, nun hatten wir Licht. Das Zimmer war sauber, achzehn Euro. Hier ist nur ein Klo, sagte der Begleiter. Wo ist die Dusche? - Dusche ist auch da, sagte der Albaner. Nein, ich meine, wo ist die Dusche? - Da ist Dusche, sagte der Albaner und zeigte auf den Brausekopf über der Toilette. Ach da. Der Fernseher funktioniere zwar technisch, leider habe man hier keinen Empfang.

Nach einer weiteren Fahrtstunde am nächsten Tag kam eine Art Straßenbelag zum Vorschein, wie wir ihn kennen. Es handelt sich hierbei um eine wichtige Überlandverkehrsader. Wir hätten an dieser Stelle z.B. eine A3.

Straße

Die Straße schraubte sich ins Gebirge hoch, eine fabelhafte Cabriostrecke, wären nicht die Löcher. Links die Felswand, rechts Panorama und Abgrund. In einer Haarnadelkurve parkte über einem besonders großen Schlagloch ein Mercedes, häufigste Automarke übrigens, Drogen-, Waffen- und Menschenhandel. Eine Gruppe Menschen stand am Abgrund. Eine Frau trug Blumen. Danach fiel mir alle paar hundert Meter einen Grabstein am Straßenrand auf. Autoabstürze, dachten wir, später gelesen, es handele sich dabei um Opfer der Blutrache.

Zapfsäule

Bushäuschen

Mitten im Nichts auf irgendwelchen Passstraßen nichts Gutes ahnend von Polizisten gestoppt werden, die dann in ihrer Einöde bloß ein paar freundliche Sätze wechseln wollten. Ein ganz erstaunlicher Tag, an dessen Ende die Uhr bloß 200 zurückgelegte Kilometer anzeigte.

Sonntag, 17. Mai 2009

Das Unwetter

...brach gerade los, als ich schon fast zur Tür raus war zur Sommerparty der Internationalen Desperate Housewives, und nur noch mal schnell doch den anderen Lippenstift, da hörte ich plötzlich im Treppenhaus Fenster schlagen und drei Minuten später, als ich eben ins Auto stieg, brach schon die Hölle los. Äste des Baums, unter dem mein Auto eben noch parkte, brachen im Instant-Sturm herunter, der Himmel explodierte direkt über meinem Verdeck und Hagel schlug waagrecht gegen die Seitenfenster. Innerhalb von Minuten strömte reißendes Wasser wadenhoch die Straßen entlang. Die Kanalisation schafft schon an normalen Tagen Nieselregen nicht. Nicht unter Bäumen anhalten. Bäume fallen ständig um, kein Gartenbauamt kümmert sich. Besser auch nicht unter Bäumen fahren. Und mit dem Blick einmal nach oben fielen mir auch Stromleitungen auf. Und Masten. Überall wackelige Strommasten. Und überhängenden Dächern und wackelige Schornsteine. Diese ganze Stadt kann mir jeden Moment auf den Kopf fallen, sah ich plötzlich glasklar, während ich mit dem Auto eine Stunde durch die Fluten trieb und das zehn Minuten entfernte Restaurant nicht fand, weil keine Sicht. Was für ein Land.

Mittwoch, 22. April 2009

Umgesiedelte

Ich kann alte Menschen nicht weinen sehen. Nichts auf der Welt macht mich trauriger als brüchiger werdende brüchige Stimmen und knorrige Hände, die Tränen aus faltigen Gesichtern wischen. Zu viele Adjektive in diesem Satz.

Eben einen Fetzen Reportage über ostpreußische Vertriebene gesehen und dabei gedacht, wie schade, dass sie aussterben. Freundliche alte Herrschaften, die die Tragödie ihrer Herkunft mit ihrem wunderbaren Akzent auf der Zunge tragen und beim ersten Wort offenbaren. Wenn ich sie als Patienten hatte, habe ich mir immer ihre Geschichten erzählen lassen. Sie wurden seltener über die Jahre, bald sind sie nicht mehr da. Eine Epoche verbleicht.

Tagesdosis

Sehr cooles Foto, das...
Sehr cooles Foto, das GönnDirGutes-Bild. :) Der...
Etosha (anonym) - 30. Jun, 21:34
Pendeln
Samstag Lebensraum: Sonnt ag Arbeitsumfeld.
nachtschwester - 29. Jun, 19:33
Punica-Oase...
Liebe Nachtschwester, wenn ich Sie richtig verstanden...
HiG - 26. Jun, 16:59
Puh, das hört sich...
Puh, das hört sich grusig an! Ich hätte solch...
nina (anonym) - 21. Jun, 14:20
Das war schon. Der Zoll...
Das war schon. Der Zoll lässt Transporter mit...
nachtschwester - 19. Jun, 21:26
Na Ja...
da drängt sich mir ja doch unwillkürlich...
Mercator (anonym) - 19. Jun, 20:52
Tja, aktiver Protest...
Tja, aktiver Protest kommt von der Bevölkerung...
nachtschwester - 19. Jun, 10:10
Hallo liebe Nachtschwester, ich...
Hallo liebe Nachtschwester, ich lese jetzt seit geraumer...
Breathless - 19. Jun, 07:48

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Zuletzt aktualisiert: 30. Jun, 21:34
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